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G7-Treffen 2015 Einsatz im Herzen der Stadt
Thema Specials G7-Treffen 2015 Einsatz im Herzen der Stadt
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22:26 14.04.2015
Gespräch in der Königstraße: Ein Polizeibeamter unterhält sich vor einer Straßenabsperrung mit einem Radfahrer, die Unterhaltung zwischen Bürger und Ordnungshüter verläuft freundlich und friedlich — wie auch an vielen anderen Orten der Innenstadt.
Gespräch in der Königstraße: Ein Polizeibeamter unterhält sich vor einer Straßenabsperrung mit einem Radfahrer, die Unterhaltung zwischen Bürger und Ordnungshüter verläuft freundlich und friedlich — wie auch an vielen anderen Orten der Innenstadt.
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Innenstadt

Es ist ein Großeinsatz — 3500 Polizisten sorgen während der G7-Außenministerkonferenz in Lübeck für Sicherheit, ob an Straßensperren, in den Sicherheitszonen beim Rathaus oder Holstentor, oder einfach als Straßenpatrouillen — es gibt kaum einen Ort in der Innenstadt, an dem in diesen Tagen kein Polizeibeamter nach dem Rechten schaut. Und ganz deutlich war gestern: Es gibt überwiegend ein großes Einvernehmen zwischen Bürgern und Polizisten: Vor dem Lübecker Rathaus klönen Passanten über den Absperrzaun hinweg mit den Ordnungshütern. Es sind freundliche Gespräche. „Ihr macht einen guten Job“, sagt ein Mann. „Danke“, antwortet ein Beamter und lächelt. Eine Frau sorgt sich um die Sicherheit der Beamten: „Passt auf euch auf“, mahnt sie nachdrücklich und erhält zur Antwort: „Wird schon gutgehen.“

Aus acht Bundesländern kommen die Polizeibeamten, aus Bayern und Nordrhein-Westfalen, oder dem benachbarten Hamburg. Wie Stefan Müller (Name von der Redaktion geändert). Der 38-Jährige ist mit seinen Kollegen von der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit aus der Elbstadt angereist, gerade haben die Beamten ihre sechs Einsatzfahrzeuge vor den Museumsschiffen an der Untertrave geparkt. „Wir sind am Montagmorgen in Lübeck angekommen“, erklärt Müller, der seit 2001 im Polizeidienst ist, „während des Einsatzes sind wir im gesamten Stadtgebiet unterwegs.“ Und das bisher ohne große Zwischenfälle, wie der 38-Jährige bestätigt, „es ist ausgesprochen ruhig.“ Etwa zwölf Stunden dauert ein Arbeitstag der Berufspolizisten, „manchmal kann es auch länger sein, je nachdem, was los ist“, so Müller.

Viel Zeit, in der die Ordnungshüter auch versorgt und verpflegt werden müssen. „Gefrühstückt haben wir heute Morgen in unserem Hotel in Bad Oldesloe“, erklärt Müller, „für den Tag haben wir Verpflegungs-Pakete“. Ein eingeschweißtes Thunfisch-Sandwich, Schokolade, zwei Wiener Würstchen, ein Apfel — so sieht eines der Lunchpakete aus, die in den Unterkünften der Einsatzkräfte, in den Hotels oder im Containerdorf auf dem Volksfestplatz, an die Beamten verteilt werden. Zwischendurch gibt es dann frischen Kaffee und Kaltgetränke. Und mit etwas Glück eine Tasse heiße Schokolade, auf Wunsch auch mit Sahne und Schokoladenstreuseln. Verteilt wird die warme Köstlichkeit von den ehrenamtlichen Mitarbeitern der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPG). „Die meisten Einheiten bekommen von der Einsatzleitung als Heißgetränk nur Kaffee, da ist es wichtig, auch mal etwas Süßes zu trinken“, sagt Michael Haug, stellvertretender Bundesjugendleiter der DPG. Der Dreißigjährige ist aus Baden-Württemberg angereist, neben Kakao verteilt sein 20-köpfiges Team unter anderem auch drei Tonnen Traubenzucker und Bonbons an die Einsatzkräfte. Außerdem stehen die Mitarbeiter, die in ihren Heimatorten ebenfalls als Polizisten arbeiten, als permanente Ansprechpartner für sämtliche Fragen ihrer Kollegen zur Verfügung. „Wir haben eine 24-Stunden-Hotline eingerichtet, bei der sich die hier stationierten Beamten jederzeit melden können“, sagt Haug. „Dabei kann es um Fragen rund um die Unterkünfte oder Verpflegung gehen, wir sorgen aber auch für die seelische Betreuung der Kollegen.“

Und die Polizisten, die bei all den süßen Köstlichkeiten zwischendurch noch etwas richtig Herzhaftes brauchen, können sich in einer der Imbissbuden bedienen, die trotz der angekündigten Demonstrationen noch geöffnet haben. So etwa bei der Fischhütte an der Untertrave. Inhaber Rudi Adam sind alle Gäste willkommen: „Egal, ob Demonstrant oder Polizist— wer sich ordentlich benimmt, bekommt auch frischen Fisch.“ Ein friedliches Miteinander von Polizisten und Bürgern, das sich gestern nicht nur beim gemeinsamen Fischbrötchen-Schmaus zeigte, sondern bis zum Abend auch in den Straßen der Innenstadt, wo die Ordnungshüter auch als Ansprechpartner bereitstanden.

Polizeiliches Lunchpaket
Etwas Plunder, ein Sandwich in den Geschmacksvariationen Thunfisch oder „Chicken Tandoori“, dazu zwei Wiener Würstchen, Schokolade, Obst und Kuchen — ein solches Lunchpaket hatten gestern viele Polizeibeamte im Einsatz mit dabei.

LN