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Travemünder Woche Diese TW war eine „steile Welle“
Thema T Travemünder Woche Diese TW war eine „steile Welle“
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11:34 27.07.2014
Schauen positiv in die Zukunft: (v.l.) Dierk Faust, Vorsitzender des Lübecker Yacht-Clubs, TW-Geschäftsführer Frank Schärffe und uba-Chef Uwe Bergmann. Quelle: Fotos: Hourticolon (1), Maxwitat (5), Gottschalk (3), Witting (1), Helmke (1)

Kaum waren im Sommer 2013 die Buden abgebaut und alle Segler nach Hause gefahren, war klar: Die nächste Travemünder Woche, die 125., sollte eine ganz besondere werden. Als die Verantwortlichen gestern zusammensaßen, um eine erste Bilanz zu ziehen, wurde deutlich: Es hat funktioniert!

Da war zum einen das tolle Wetter. Ungewöhnlich starker Nordostwind und eine damit einhergehende steile Welle sorgten für sehr sportliche und spannende Regatten. Die vielen Sonnenstunden ließen sowohl die Wettfahrten als auch die Festmeile glänzen.

Da waren zum anderen die vielen ehrenamtlichen Helfer, die an allen Ecken und Enden sicherstellten, dass alles seinen Gang ging. „Viele wissen einfach inzwischen ohne, dass jemand ständig dahintersteht, was zu tun ist“, sagt Frank Schärffe, neuer TW-Geschäftsführer, und hob die gute Zusammenarbeit mit uba, verantwortlich für das Landprogramm, hervor. „Das sind professionelle, flexible Kollegen, deren Hinweise sehr wertvoll für mich waren.“

Zum Jubiläum wartete das Fest an der Lübecker Bucht mit Abendveranstaltungen auf, die alle gut besucht waren, mit drei Seglerempfängen auf der Viermastbark „Passat“ für alle Klassen, erstmals mit zwei große Bühnen und sogar mit einem Konzert des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals. Es verlieh der TW mit einem stimmungsvollen Konzert im Hotel Columbia einen festlichen Rahmen. Die Besucher dankten all diese Bemühungen, in dem sie in Scharen erschienen, so dass wieder an der 1-Million-Marke gekratzt wurde. Von rund 900 000 Gästen insgesamt spricht Schärffe.

Auch Dierk Faust, Vorsitzender des Lübecker Yacht-Clubs, erzählt von den hohen Erwartungen an das Geburtstagsjahr und die Umsetzung. „Wir haben es geschafft, so viele Meisterschaften wie nie zuvor aufs Wasser zu bringen, das Segelprogramm noch bis zum 3. August verlängert.“ Vor allem die Trave-Races direkt vor der Nase der Besucher sorgten für Bilder, „die es hier so noch nie gab“, schwärmt Faust. Denn auch hier machte das Wasser ordentlich Welle.

Dass Segel- und Landprogramm erneut so gut verschmolzen, dass die Zahl 125 so inspirierend wirkte, dass es am Ende eine so „perfekte Inszenierung“ war, „darauf haben alle Beteiligten gemeinschaftlich hingearbeitet“, lobt uba-Chef Uwe Bergmann. „Es ist für mich die 14. TW und ich muss gestehen, es war noch nie so schön wie dieses Mal“, verrät der Verantwortliche für das Landprogramm. Er ist vor allem zufrieden, dass dieses tolle Fest so friedlich vonstatten ging. Die Polizei sprach von der bislang unauffälligsten Travemünder Woche der letzten Jahre und einem deutlichen Rückgang der Einsätze.

Bewährt hat sich auch das Projekt, in dem Ordnungsamt, Polizei und Jugendamt in einem eigenen Bereich auffällig werdende Teenager betreuen, die bei alkoholischen Getränken über die Stränge schlagen.

„Die Mitarbeiter beklagen sich inzwischen fast über Beschäftigungslosigkeit“, erzählt der uba-Geschäftsführer erfreut.

Und auch wenn die alkoholfreie Beach-Area ihre Startschwierigkeiten hatte, ist er von dem Konzept überzeugt: „Wir haben auf einer solchen Großveranstaltung eine gewisse Verantwortung. Warum sollen wir nicht Vorreiter sein und das anbieten? Nicht alles setzt sich gleich im ersten Anlauf durch.“

Aber nicht nur Segler und Partygänger finden auf der TW ihre Nische. Familien mit Kindern bewiesen einmal mehr, dass es bei tollem Wetter nicht immer Strand sein muss. Das liebevoll gestaltete Kinderparadies des Citti-Parks am Brügmanngarten hatte regen Zulauf, der Karriere-Treff der Bundeswehr wurde gut angenommen, die Standbetreiber waren zufrieden. Alles in allem „eine perfekte Woche“, bilanziert Dierk Faust.

Und nun? Von einem „Kater“, der nach einem solchen Event verständlich wäre, ist nichts zu spüren. „Wir sind hochmotiviert, haben schon Lust aufs nächste Jahr, viele Gedanken und Ideen“, blickt Bergmann voraus. Aber noch ist ein Tag Zeit, um das besondere Flair der TW zu genießen, ein letztes Mal eine illuminierte „Passat“ und danach das große Feuerwerk zu bewundern — „ein Megaspektakel“, verspricht Faust.

Nina Gottschalk