Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Travemünder Woche Olympia in Travemünde — eine Werbung par excellence
Thema T Travemünder Woche Olympia in Travemünde — eine Werbung par excellence
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:29 27.07.2014

Olympia 2024/2028 in Hamburg — die Elbmetropole macht für eine mögliche Bewerbung Druck. Am 8. August trifft sich die Verwaltungsspitze aus Kiel und Lübeck mit den Innenministern Andreas Breitner (Schleswig-Holstein) und Michael Neumann (Hamburg) sowie der DOSB-Spitze in Kiel. „Dabei geht es auch darum, ein Verfahren für die Auswahl des Segelreviers zu finden, denn unsere Landesregierung steht da zwischen Baum und Borke“, erklärt Oliver Groth, Referent des Lübecker Bürgermeisters Bernd Saxe.

Der Lübecker Yacht-Club (LYC) wurde von der Stadt jetzt um eine Stellungnahme für dieses Informationsgespräch gebeten. „Grundsätzlich fände ich es gut, wenn die Entscheidung aus Hamburg heraus fällt, unsere Landesregierung da eine neutrale Position einnimmt“, erklärt LYC-Chef Dierk Faust, der mit der TW-Spitze jetzt erste Olympia-Ideen skizziert hat.

„Das wichtige Thema Nachhaltigkeit könnten wir locker leisten, da alles weiter genutzt würde, vieles da ist“, erklärt Faust. Seine wichtigste Botschaft: „Wir brauchen keinen neuen Hafen am Mövenstein.“ Für den LYC wäre es, „egoistisch gedacht“, toll, „aber er ist nicht nötig, da alle drei Häfen in Travemünde schon jetzt nicht ausgelastet sind“. Und: Bis auf die paralympischen Klassen sind alle acht Bootsklassen Landlieger. Die LYC-Spitze würde so den Mövenstein/Grünstrand sowie den Passat-Hafen für die Paralympics als Olympia-Hafen favorisieren. Was gebaut werden müsste, sei ein Wellenbrecher vor dem Mövenstein, „das wäre nachhaltig, damit die Sportler besser ab- und anlegen könnten“. Vor dem Grünstrand sei der auch vonnöten, allerdings nur als temporäre Lösung. Und: Auf dem Mövenstein schlägt die LYC-Spitze den Bau eines Leistungszentrums vor, das auch die Hamburger brauchen.

Faust: „Diskussionen über Flächenbedarf wären nicht da.“ Auch nicht in punkto Olympisches Dorf. „Da könnten die geplanten Hollesen-Bauten auf dem Priwall angemietet oder ein Kreuzfahrtschiff an den Ostpreußenkai gelegt werden. Wir brauchen keine Betonburg wie in Kiel-Schilksee.“ Auch die Größe sei kein Problem: In Weymouth 2012 segelten 380 Sportler auf 273 Booten. Zur TW sind es mehr als 2000 auf mehr als 1000 Booten.

Das große Travemünde-Plus: Segeln 2024 — das werden nicht nur die Spiele der Sportler, sondern auch der Fans sein, die die Wettkämpfe auf LED-Wänden an Land verfolgen. „Der Sail Cube ist dafür ein Vorgeschmack, wir haben einen tollen Strand, Platz für mehrere LED-Wände, könnten auch mobile Tribünen aufbauen, es mit einem charmanten Landprogramm kombinieren“, erklärt Faust, der sich auch Showrennen in der Trave vorstellen kann. Sein Urteil: „Travemünde wäre eine Werbung par excellence für das Segeln.“

jek