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Wochenmärkte An manchen Tagen kommt nur noch der Eiermann
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Von Kilian Haller
An der Korvettenstraße in Buntekuh ist freitagnachmittags Wochenmarkt - mit nur noch wenigen Ständen.
An der Korvettenstraße in Buntekuh ist freitagnachmittags Wochenmarkt - mit nur noch wenigen Ständen. Quelle: kha
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Lübeck
"Vor zehn Jahren war der Platz hier voll besetzt", sagt Schwardt, "aber das Publikum stirbt uns weg und Jüngere kommen nicht mehr nach." Quelle: kha

"An manchen Tagen steht hier nur der Eiermann", sagt Kunde Otto Grawunder (77) über den Wochenmarkt in Buntekuh. Gerade verteilen sich immerhin noch drei Stände auf dem großen Platz an der Korvettenstraße. Normalerweise sind hier der Fischstand von Wilfried Groß und Ernst-Peter Schward, der besagte Eiermann, ständig vertreten. Schwardt, der auch Honig, Geflügel und Süßwaren im Angebot hat, sagt: "Vor zehn Jahren war das hier noch ein vollbesetzter Platz". Heute kann es mal passieren, dass der Fischhändler mal zwei Wochen im Urlaub ist und Schwardt der einzige Händler an der Korvettenstraße ist.

Grawunder kann sich nicht erklären, warum der Markt so sehr eingegangen ist. Er wohnt in der Gegend und weiß: "Eigentlich ist das hier doch ein großes Wohngebiet". Schwardt sieht das Problem im mangelnden Nachwuchs: "Die Mentalität der Leute ist doch eher so, dass man sich einmal die Woche den Kofferraum vollkauft." Ältere Menschen würden den Markt zwar schätzen - "aber unser Publikum stirbt uns weg".

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Vielleicht hängt der Niedergang auch damit zusammen, dass auf der anderen Straßenseite ein Aldi-Markt eröffnet hat. Eigentlich könnten sich die beiden Märkte gut ergänzen - erst wird der Großeinkauf beim Supermarkt erledigt, dann für frischen Fisch, Gemüse und Obst über den Markt geschlendert. Schließlich sind auch Fischhändler Groß und der Gemüsestand Witt auf dem Markt vertreten. "Aber die Straße wird als Barriere wahrgenommen", sagt Schwardt.

Kunden gibt es aber immer noch auf dem Markt in Buntekuh - auch, wenn sie sich auf dem großen, leeren Platz etwas verlieren. "Ich kaufe lieber hier, weil die Eier vom Bauern sind", sagt etwa Monika Treibe. Die Augen der 64-Jährigen verfinstern sich: "Beim Supermarkt stammen die doch aus Großfabriken. Und man weiß ja, wie die Tiere da gehalten werden."

Die Kundin glaubt, dass die Waren auf dem Wochenmarkt eben doch eine Ecke teurer sind als im Discounter, "und das können sich heute eben viele nicht mehr leisten."

Ein Treffpunkt ist der Markt in Buntekuh schon länger nicht mehr. "Hier kennt keiner keinen", sagt Otto Grawunder, und auch Monika Treibe stimmt zu: "Ein Treffpunkt des Viertels ist das hier überhaupt nicht." Es sind schwere Zeiten für den Markt in Buntekuh.

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