Spartipp oder Stromfresser?

Für wen sich das Heizen mit Infrarot lohnt – und für wen nicht

Infrarotheizungen sind portabel und lassen sich einfach dort anbringen, wo zusätzliche Wärme benötigt wird.

Infrarotheizungen sind portabel und lassen sich einfach dort anbringen, wo zusätzliche Wärme benötigt wird.

Vor drei Wochen lag der Gaspreis an der Börse 1000 Prozent höher als im Vorjahr. Grund dafür war eine erneute Unterbrechung der russischen Gaslieferungen nach Europa. Auch der durchschnittliche Gaspreis für Verbraucher und Verbraucherinnen sei im August auf einen neuen Rekordwert gestiegen, so Check 24. Lohnt es sich da, auf eine Infrarotheizung umzustellen?

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Was ist eine Infrarotheizung?

Bei einer Infrarotheizung handelt es sich um eine Stromdirektheizung – dabei wird „Strom direkt in Wärme umgesetzt“, erklärt Martin Steinestel von der Verbraucherzentrale NRW. Infrarotheizungen lassen sich etwa – teilweise wie Bilder – an die Wand hängen und müssen dann nur noch durch eine Steckdose mit Strom verbunden werden. „Die Wärme entsteht durch einen hohen Strahlungsanteil direkt an Ort und Stelle der Infrarotheizung“, sagt Steinestel. Laut Stiftung Warentest können die Infrarotheizungen zwischen 200 und 2000 Watt leisten – die Anschaffungskosten liegen etwa bei ein paar Hundert Euro.

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Was sind die Vorteile einer Infrarotheizung?

Infrarotheizungen sind portabel und können daher praktisch überall zum Einsatz kommen, wo es Strom gibt. „Der große Vorteil von Infrarotheizungen ist, dass ich diese genau dort anbringen kann, wo ich etwas mehr Wärme benötige“, erklärt Steinestel. Wer seine Wohnung generell etwas niedriger temperiere, könne Steinestel zufolge mit der Infrarotheizung an bestimmten Stellen mehr Wärme schaffen.

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Was sind Nachteile einer Infrarotheizung?

Wer darüber nachdenkt, sich eine Infrarotheizung anzuschaffen, dem muss klar sein, dass diese rein mit Strom angetrieben wird. „Der Nachteil ist, dass Strom teuer ist – immer noch teurer als Gas“, sagt Steinestel. Ein Ersatz für die Zentralheizung sei die Infrarotheizung sowieso nicht. „Eine Infrarotheizung ist eine Zusatzheizung, denn die Leistung des einzelnen Gerätes ist begrenzt“, erklärt Steinestel.

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Der Wärmebedarf eines Hauses lasse sich demnach nicht ohne Weiteres durch ein paar Infrarotheizungen abdecken. Auch das Aufstellen von mehreren Geräten würde dies nicht ändern. Ein Problem könne Steinestel zufolge auch dann auftreten, wenn die vorhandenen Elektroleitungen im Haus nicht die erforderliche Leistung verkraften, die für das dauerhafte Betreiben mehrerer Infrarotheizungen nötig wären. „Die Leitungen könnten bei einem dauerhaften Betrieb von elektrischen Zusatzheizungen sogar Schaden nehmen “, so der Fachmann.

Wann lohnt sich eine Infrarotheizung?

Wer sich einmal von dem Gedanken verabschiedet hat, seine Zentralheizung durch Infrarotheizungen ersetzen zu wollen, kann den Geräten aber auch etwas Positives abgewinnen. Nicht nur, dass die Infrarotheizung an bestimmten Stellen wie dem Bad oder in einer Zimmerecke für mehr Wärme sorgt. Gerade alte Gebäude wie etwa denkmalgeschützte Häuser, die über keine oder nur eine schlechte Dämmung verfügen, können Steinestel zufolge stellenweise von einer Infrarotheizung profitieren. Dem Fachmann zufolge können so „an kritischen Stellen Tauwasserbildung und Schimmel an Wärmebrücken vermieden werden“.

Wie teuer ist es, mit Infrarot zu heizen?

Um zu verdeutlichen, dass das Heizen mit der Infrarotheizung eine Notlösung ohne Sparpotenzial darstellt, hat die Stiftung Warentest sich die Kosten, die durch das Heizen damit anfallen, einmal genauer angeschaut.

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Demnach wären etwa 8000 Watt Leistung erforderlich, um eine Wohnung von 100 Quadratmetern ausschließlich mit Infrarotheizung zu heizen. Würde diese im Winter etwa acht Stunden am Tag laufen, kämen so 11.680 Kilowatt­stunden im Jahr zusammen. Bei 34 Cent pro Kilowattstunde (je nach Vertrag) entstünde so ein jährlicher Strompreis von etwa 4000 Euro, bei 40 Cent pro Kilowattstunde wären es schon 4700 Euro im Jahr. Aber: Auch eine Steigerung der Strompreise ist zu erwarten.

Neukunden zahlen deutlich mehr

Eine Heizung, die mit Gas angetrieben wird, verbraucht laut der Stiftung Warentest auf 100 Quadrat­metern etwa 16.000 Kilowatt­stunden jährlich. Aktuell zahlen Bestandskunden noch etwa 10 Cent pro Kilowatt­stunde. Dieser Preisvorteil wird sich deutlich verringern, wenn die Energieversorger ihre Kosten an den Endverbraucher und die Endverbraucherinnen weiterreichen. Wenn die Gaspreise für Bestandskunden auf 25 Cent pro Kilowattstunde steigen, würde das Heizen etwa 4000 Euro im Jahr kosten.

Ganz anders sieht die Rechnung allerdings für Neukunden aus. Laut dem Vergleichsportals Verivox zahlen neue Kunden aktuell (Stand 12.9.2022) für eine Kilowattstunde Gas im Durchschnitt 37,8 Cent.

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