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Lübeck

27 Prozent für SPD-Rebellin: Jetzt greift sie Stegner an

Die Mitglieder wollten laut Lange stärker eingebunden werden.

Die Mitglieder wollten laut Lange stärker eingebunden werden.

Lübeck. Achtungserfolg für Simone Lange als SPD-Rebellin: 27,6 Prozent der Delegiertenstimmen hat die Flensburger Oberbürgermeisterin auf dem Bundesparteitag der Sozialdemokraten in Wiesbaden gegen Favoritin Andrea Nahles geholt. Bundesvorsitzende ist sie damit nicht geworden. In Schleswig-Holstein aber setzt die 41-Jährige jetzt zum Sprung an die Spitze an, fordert eine Mitgliederbefragung über den künftigen Landesvorsitzenden oder die Landesvorsitzende ein – eine Kampfansage an Amtsinhaber Ralf Stegner.

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Neuwahl des Landesvorstandes im April 2019

Im April 2019 steht die Neuwahl des Landesvorstandes an – eigentlich durch einen Parteitag. Stegner will dort offenbar noch einmal antreten. „Wir sollten die Mitglieder entscheiden lassen“, sagt hingegen Simone Lange. Eine solche Mitgliederbefragung hätte sie sich auch für den Bundesvorsitz gewünscht. „Die Mitglieder wollen stärker eingebunden werden“, sagt sie. Vom Vorstand ausgeguckte Kandidaten in Ämter zu hieven, sei nicht mehr zeitgemäß und komme an der Parteibasis schlecht an.

Offiziell meldet die 41-Jährige ihre Kandidatur zwar noch nicht an. Das überraschend starke Ergebnis auf dem Bundesparteitag bestärke sie aber in ihrer Haltung, dass die Partei modernisiert werden müsse, sagt sie. Es gebe unter den Mitglieder offenbar ein großes Bedürfnis nach inhaltlicher und personeller Neuaufstellung der Partei. Und: Sie sei bereit, sich dabei weiter einzubringen. Das Netzwerk „Team Simone“ stehe für eine weitere Kampagne bereit, sagt ihr Unterstützer, Flensburgs SPD-Kreischef und Team-Mitglied Florian Matz.

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Andere in der Partei sind skeptischer. Der Landtagsabgeordnete Kai Dolgner etwa hielt schon Langes Kandidatur für den Bundesvorsitz „nicht für zwingend“ – den von Nahles allerdings auch nicht. Lübecks SPD-Bürgermeister Bernd Saxe sind „bislang keine Leistungen oder Erfolge bekannt geworden, mit denen sich Simone Lange für ein Amt in der Bundespolitik oder für ein höheres Amt in der Landespolitik qualifiziert hätte“.

Zuspruch von  Lübecks SPD-Chef Thomas Rother 

„Da ist etwas in der Partei in Bewegung geraten“, urteilt hingegen Lübecks SPD-Kreischef Thomas Rother. Lange habe mit fast 28 Prozent „mehr als einen Achtungserfolg“ erzielt. Sie spreche etwa mit der Forderung nach einer Abkehr von Hartz IV Punkte an, die die Partei bewegten. Er gehe davon aus, dass ihre Bewerbung um den Bundesvorsitz kein einmaliger „Gag“ gewesen sei, sondern sie genaue persönliche und politische Vorstellungen davon habe, wie es jetzt weiter gehen solle. „Sie kann das“, sagt Rother – auch wenn sie für ihre Bewerbungsrede in Wiesbaden berechtigte Kritik habe einstecken müssen. „Sie muss verbindlicher werden und mehr inhaltliche Substanz liefern.“ Es reiche nicht, Lösungen nur einzufordern. Sie müsse auch Lösungsvorschläge liefern.

Stegner äußert sich auf Nachfrage nicht dezidiert zu Langes Ambitionen, betont nur, dass jeder eingeladen sei, sich in den Reformprozess der SPD einzubringen. „Diese herzliche Einladung gilt selbstverständlich auch für die Oberbürgermeisterin aus Flensburg.“

Von Wolfram Hammer

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