Kopenhagen

Dänen erfreut über deutsche Behörden

Kopenhagen. Deutschland schafft es nicht, illegal aus Dänemark nach Deutschland ausgereiste abgewiesene Asylbewerber rechtzeitig wieder nach Dänemark zurückzuschicken.

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Darüber ist die dänische Ausländer-Ministerin Inger Støjberg (Venstre) sehr erfreut, schreibt die dänische Zeitung Jyllands-Posten.

In den Jahren 2016 und 2017 habe Deutschland in zusammen 2458 Fällen die dänischen Behörden um Zustimmung zur Rückführung illegal Eingewanderter, deren Asylantrag in Dänemark abgelehnt worden war, gebeten. Gemäß dem Dublin-Abkommen hätte Dänemark diese Menschen auch wieder aufnehmen müssen, da sie dort erstmals Asyl beantragt hatten. Zurückgeführt worden seien aber nur 235 dieser 2458 Asylbewerber, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Zahlen deutscher Asylbehörden. Verstreichen bei den Geflüchteten zwischen der Rückführungsgenehmigung aus Kopenhagen und der tatsächlichen Rückführung mehr als sechs Monate, müsse Deutschland diese Bewerber aufnehmen.

„Dass Deutschland die Möglichkeiten des Dublin-Verfahrens nicht nutzt, verringert die Anzahl der Asylbewerber in Dänemark, und das ist für mich eine gute Sache“, zitiert Jyllands-Posten die Ministerin. Der Vorsitzende des Ausländer- und Integrations-Ausschusses im Folketing, Martin Henriksen von der rechtspopulistischen und ausländerfeindlichen Dänischen Volkspartei (Dansk Folkeparti, DF), findet es prima, wenn die in Dänemark ablehnten Asylbewerber nach Deutschland gehen.

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Nach Auskunft des Verantwortlichen für das Dublin- Verfahren in Schleswig-Holstein versuchen die aus Dänemark eingereisten abgelehnten Asylbewerber, sich mehr als sechs Monate lang der Rückführung zu entziehen und damit Anspruch auf ein neues Asylverfahren – diesmal in Deutschland – zu bekommen. Das gehe zum Beispiel durch Antrag auf ein Gerichtsverfahren, Vernichten des Passes oder Verstecken vor der Polizei. Jyllands-Posten schreibt, die Redaktion habe vom Bundesinnenministerium keine Stellungnahme erhalten.

R. Wenzel

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