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Existenzgründerpreis der Lübecker Wirtschaft: Das sind die Sieger

Existenzgründerpreis-Gruppenfoto mit den siegreichen Teams der Firmen „Lisbeth Lose“ (vorne l.) und „MobOx“ (rechts daneben).

Existenzgründerpreis-Gruppenfoto mit den siegreichen Teams der Firmen „Lisbeth Lose“ (vorne l.) und „MobOx“ (rechts daneben).

Lübeck. Einen leichten Klaps auf die Brust und ein paar Schulterklopfer gab es für den Gewinner des Innovations- und Mutpreises. Von anderen Gründern, die gerade unterlegen waren. Das ist der Geist, den Claus Ruhe Madsen (parteilos), Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister und Schirmherr des Existenzgründerpreises der Lübecker Wirtschaft, meinte: „In der Start-up-Community gönnt der eine dem anderen den Erfolg“, sagte Madsen. Beweis erbracht.

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Der Minister zeigte sich nicht nur vom Veranstaltungsort in Travemünde begeistert, sondern auch von den Gründern selbst. „Ich treffe als Wirtschaftsminister ja viele gestandene Unternehmer“, sagte Madsen. „Aber die Start-ups haben dieses Weltretter-Syndrom, nach dem Motto ,Mein Produkt rettet die Welt’. Das liebe ich, diesen Ehrgeiz.“

Minister Madsen: Krise nutzen zum Durchstarten

Was er Menschen empfehle, die jetzt in der Krise zögerten zu gründen, wurde der Schirmherr gefragt. Potenzielle Gründer sollten die Krise nutzen, um durchzustarten. „Wer es jetzt schafft, ist für alles Weitere gut gerüstet“, sagte Minister Madsen. Wer in fetten Jahren beginne, habe vielleicht einen zu großen Apparat und scheitere letztlich. „Mein Lebensmotto ist: Spring’ ins Wasser, Du wirst sehen, ob Du schwimmen kannst.“ Zudem sollten Gründer ihre Angst vor den Kunden ablegen. Das habe er bei vielen schon bemerkt. „Haut Eure Produkte raus. Wenn Apple gezögert hätte, würden die immer noch mit dem iPhone in der Garage sitzen.“

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Mobiles Labor untersucht Blut

Wer nicht gezögert hat, ist Gründer Benjamin Kern. Er gewann mit seinem Produkt „mobOx“ den besagten Innovationspreis und erhielt die Schulterklopfer. Hagen Goldbeck, neuer Präses der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck seit Jahresbeginn, begründete die Entscheidung für Kerns Projekt: „Es verbindet Erfindergeist und medizinischen Fortschritt.“ Plus: „Es kann viele Leben retten.“ Das Produkt „mobOx“ ist ein mobiles Labor, mit dem Rettungskräfte mit einem Tropfen Blut eines Unfallopfers innerhalb von 30 Sekunden wichtige Informationen über den Zustand des Patienten erfahren. Vom Eintreffen der Hilfe bis zum Eintreffen im Krankenhaus vergehen im Durchschnitt 38 Minuten. Diese Zeit können Notärzte durch das Gerät nutzen, um lebensrettende Maßnahmen einzuleiten. Der Markteintritt soll im Frühjahr 2024 erfolgen.

Die Veranstaltung im LN-Livestream zum Nachschauen:

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Sieg geht an mobilen Tante-Emma-Laden

Den Existenzgründerpreis selbst gewann das Unternehmen „Lisbeth Lose“. Nach Aussage der Gründerinnen Jacqueline und Stefanie Dietz ein mobiler Tante Emma-Laden. Sie wollen damit Kunden erreichen, die sonst nicht im Unverpackt-Laden einkaufen können. Sie besuchen mit ihrem Marktwagen Wochenmärkte und füllen ihre Waren in Gefäße, die die Kunden mitgebracht haben. So wird Verpackung eingespart. Das Preisgeld wollen die Gründerinnen in das Sortiment stecken, um es zu erweitern. In der Zukunft hätten sie gern einen zweiten Marktwagen, um noch mehr Kunden zu erreichen. Axel Blankenburg, Präses der Kaufmannschaft zu Lübeck, lobte, dass das Unternehmen im wahrsten Sinne des Wortes „bodenständig“ ist und den Zeitgeist getroffen hat. Die Gründerinnen würden „den Müll im Meer nicht beseitigen, aber große Teile der Bevölkerung werden ihren Verbrauch überdenken“, wenn sie den Wagen sehen.

Das sind die Gewinner

Helfen, die Umwelt zu schonen: Den Existenzgründerpreis der Lübecker Wirtschaft gewannen Donnerstagabend Jacqueline und Stefanie Dietz mit ihrem Unternehmen „Lisbeth Lose“. Sie sicherten sich damit auch ein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro. Die beiden Gründerinnen aus Bad Oldesloe ermöglichen es Kunden, auf Wochenmärkten einzukaufen, ohne weiteren Verpackungsmüll zu produzieren. An ihrem Marktwagen füllen die Unternehmerinnen die Waren in von den Kunden mitgebrachte Gefäße. Gut für die Natur: So wird weniger Papier oder Plastik verbraucht. Im Sortiment: Lebensmittel, Drogerieprodukte und Haushaltswaren. Info: www.lisbeth-lose.de

Helfen, Leben zu retten: Der Innovations- und Mutpreis, der mit 3000 Euro dotiert ist, ging an „mobOx“. Das Projekt des Gründers Benjamin Kern aus Lübeck unterstützt Rettungskräfte bei ihrer Arbeit direkt vor Ort. Das Gerät „mobOx“ ist ein Labor zum Mitnehmen. Es bestimmt das Blut zum Beispiel eines Unfallopfers. Die Rettungskräfte erhalten so wichtige Informationen und können schon vor der Ankunft im Krankenhaus auf dieser Basis Entscheidungen treffen, die Leben retten können. Es können frühzeitig Medikamente verabreicht oder die Beatmung auf die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden. Info: www.mobox.health

Gedenken an Hartmut Richter

Bewegend: LN-Chefredakteur Gerald Goetsch erinnerte an den im vergangenen Jahr verstorbenen Unternehmer Hartmut Richter – zusammen mit dessen Sohn Johannes. Richter war maßgeblich an der Entstehung des Existenzgründerpreises beteiligt.

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Von Michael Dick

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