Trauer

Ferdinand Fürst von Bismarck gestorben

Ferdinand Fürst von Bismarck in seinem Schloß Friedrichsruh. Die Aufnahme ist acht Jahre alt.

Ferdinand Fürst von Bismarck in seinem Schloß Friedrichsruh. Die Aufnahme ist acht Jahre alt.

Aumühle. Die Familie von Bismarck bestätigte die traurige Nachricht am Vormittag. „In großer Trauer geben wir bekannt, dass Ferdinand Fürst von Bismarck am Abend des 23. Juli im Alter von 88 Jahren im St. Adolf-Stift in Reinbek gestorben ist.“ Man sei dem Krankenhaus für seine jahrelange und hervorragende Betreuung der ganzen Familie sehr verbunden, hieß es aus dem Fürstenhaus.

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Kinder auf dem Familiensitz eingetroffen

Ferdinand von Bismarck hinterlässt seine Frau Elisabeth und drei Kinder. Die beiden jüngsten Kinder, Gregor und Vanessa, sollen nach Informationen der Bergedorfer Zeitung schon am Mittwoch auf dem Familiensitz Schloss Friedrichsruh im Sachsenwald (Kreis Herzogtum Lauenburg), rund 20 Kilometer östlich von Hamburg, eingetroffen sein.

Bestürzung in Aumühle ist groß

„Die Bestürzung in Aumühle ist schon groß“, sagte Bürgermeister Knut Suhk, bei dem viele Anfragen eingehen. Für viele Bürger, die den Fürsten noch kannten, sei sein Tod eine traurige Nachricht. Auch für die Gemeinde sei Ferdinand von Bismarck viele Jahre ein wichtiger Ansprechpartner gewesen. Sein letzter öffentlicher Auftritt sei allerdings schon ein paar Jahre her, erinnert sich Suhk.

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Aus der Öffentlichkeit zurückgezogen

Ferdinand von Bismarck hatte sich zuletzt immer mehr aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Im Schloss soll er meist auf einen Rollstuhl angewiesen gewesen sein. Auch seine Ehefrau Elisabeth wurde immer seltener gesehen. Viele Aufgaben hatte Ferdinand bereits an seinen Sohn Gregor abgegeben. In der Gemeinde geht man davon aus, dass der dritte Sohn des Paares nun wohl die Geschäfte übernehmen wird. „Er ist in der Gemeinde verwurzelt, seine Kinder gehen hier zur Schule“, berichtet der Bürgermeister.

Seit 1976 an der Spitze der Familiendynastie

Seit dem Tod des dritten Fürsten Otto von Bismarck 1976 stand Ferdinand von Bismarck an der Spitze der alten deutschen Familiendynastie. Der Diplomatensohn wuchs in London, Rom und Berlin auf. 1943 wurde sein Vater wegen Kontakten zum Kreis um den Hitlerattentäter Graf Schenk von Stauffenberg entlassen. Ferdinand kam nach Schweden und kehrte erst 1947 nach Deutschland zurück. Nach verschiedenen Stationen ließ sich der Volkswirtschaftler und Jurist in Hamburg als Anwalt nieder, bevor er 1976 nach Friedrichsruh zog.

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Sohn Gottfried starb im Jahr 2007

Seit 1960 war Fürst Ferdinand mit der aus Belgien stammenden Elisabeth Gräfin Lippens verheiratet. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Carl-Eduard, Gottfried, Gregor und Vanessa. Gottfried starb schon 2007, im Alter von 44 Jahren. 2013 gab es erbitterten Streit um die Erbfolge. Während Ferdinand Fürst von Bismarck nach Erstgeborenenrecht offenbar seinen Sohn Carl-Eduard als Haupterben einsetzen wollte, favorisierte seine Frau, der Öffentlichkeit vor allem als Chefin des Schmetterlingsgartens bekannt, den jüngeren Sohn Gregor als Erben.

Das Fürstenpaar im Jahr 2008 bei der Eröffnung des Schmetterlingsgartens

Das Fürstenpaar im Jahr 2008 bei der Eröffnung des Schmetterlingsgartens.

Damals hieß es, Gregor solle nach dem Tod des Vaters das Sagen im Schloss haben. 51 Prozent der fürstlichen Forstwirtschaft seien ihm bereits übertragen worden. Auch habe er Wohnrecht in einem Flügel von Friedrichsruh.

Carl-Eduard als „faulster Abgeordneter“ bekannt

Carl-Eduard, genannt Calle, machte zuletzt Schlagzeilen als Deutschlands faulster Abgeordneter, weil er als CDU-Bundestagsabgeordneter für den Kreis Herzogtum Lauenburg und Südstormarn etliche Sitzungen in Berlin versäumte und Abstimmungen verpasste. Derzeit hält er sich viel in den USA auf, denn seine dritte Frau Nathalie stammt aus New York.

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Ärger gab es zuletzt um die Jagdgatter im Sachsenwald. Gregor von Bismarck zog bis vor das Bundesverfassungsgericht, weil er die Zäune nicht abbauen wollte. Doch sein Widerspruch wurde in Karlsruhe nicht angenommen. Tochter Vanessa lebte 2013 nach einem Bericht der Zeitschrift Gala mit Mann und Kind in New York und hat eine PR-Agentur.

Verband soll weit verzweigte Familie zusammenhalten

Ferdinand von Bismarck arbeitete laut „Hamburger Abendblatt“ zuletzt im „von Bismarck’schen Familienverband“, der die weit verzweigte Familie zusammenhält. Er leitete demnach auch den Beirat der Stiftung Herzogtum Lauenburg und führte die Otto-von-Bismarck-Stiftung.

Julia Paulat

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