Demo unter besonderem Motto

Nach zwei Corona-Jahren: Größter CSD aller Zeiten in Hamburg erwartet

Die Parade zum Christopher Street Day zieht 2019 durch die Hamburger Innenstadt. 2022 erwarten die Veranstalter mehr Teilnehmer als vor der Pandemie.

Die Parade zum Christopher Street Day zieht 2019 durch die Hamburger Innenstadt. 2022 erwarten die Veranstalter mehr Teilnehmer als vor der Pandemie.

Hamburg. Nach zwei Jahren mit pandemiebedingten Einschränkungen rechnen die Veranstalter nun mit der größten Christopher Street Day (CSD)-Demonstration der Stadtgeschichte. Mehr als 250 000 Menschen sollen am Samstag ein lautstarkes Zeichen für mehr Vielfalt, Toleranz und Respekt setzen,wie der veranstaltende Verein Hamburg Pride mitteilte. „Wir spüren in der Community nach zwei Jahren Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie und Fahrrad-Demos eine große Sehnsucht nach dem regulären CSD“, sagten die Co-Vorsitzenden des Vereins, Nicole Schaening und Christoph Kahrmann.

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Es hätten sich so viele Gruppen angemeldet wie noch nie. Insgesamt 82 Gruppen, darunter auch Vereine wie der FC St. Pauli und politische Parteien, sollen auf einer rund vier Kilometer langen Strecke durch die Hamburger Innenstadt ziehen. Startpunkt wird die Lange Reihe im Stadtteil St. Georg sein, Endpunkt der Gänsemarkt. Teil des Demozugs sollen auch 30 Trucks sein, hieß es weiter. Neben Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und der zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) wird unter anderen der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann (Grüne), erwartet.

Polizei warnt vor erheblichen Verkehrsbehinderungen

„Beim Kampf um gleiche Rechte und Akzeptanz sind wir weit gekommen, aber noch längst nicht weit genug“, sagte Lehmann der Deutschen Presse-Agentur. Deswegen sei auch das diesjährige Motto der CSD-Parade besonders wichtig. Es lautet: „Auf die Straße! Vielfalt statt Gewalt“. „Jeden Tag gibt es mindestens drei Angriffe gegen queere Menschen, die Dunkelziffer ist deutlich höher. Das macht mich traurig und wütend“, so Lehmann.

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„Die queere Community kann sich auch in Hamburg auf offener Straße längst nicht immer sicher fühlen und wir sind nicht bereit, diese Entwicklung hinzunehmen“, sagten Schaening und Kahrmann. Deswegen fordere man von der Politik nun mehr Maßnahmen, um die Community vor Hass und Gewalt zu schützen.

Teilnehmer tragen auf der Christopher-Street-Day Parade das Wort «PRIDE» aus Luftballons geformt.

Teilnehmer tragen auf der Christopher-Street-Day Parade das Wort «PRIDE» aus Luftballons geformt.

Die Polizei warnt vor erheblichen Verkehrsbehinderungen und rät dazu, am Samstag zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem schienengebundenen Nahverkehr anzureisen. Alle anderen Verkehrsteilnehmer sollten den Bereich rund um die Hamburger Innenstadt möglichst weiträumig umfahren.

Am Freitagvormittag soll ein dreitägiges CSD-Straßenfest rund um die Binnenalster beginnen - mit einer großen Bühne sowie Info- und Gastro-Ständen. Zu den musikalischen Höhepunkten gehören Auftritte von Sängerin Jasmin Wagner alias Blümchen und der einstigen „Vampire Diaries“-Darstellerin Kat Graham.

Regenbogenfahnen am Rathaus, an Museen und Kirchen

Für das CSD-Finale soll sich das Geschehen nach der Demonstration in den Stadtteil St. Pauli verlagern. Dort wartet mit dem Pink Pauli Festival die laut Veranstaltern größte CSD-Abschlussparty, die es jemals in Hamburg gab. In insgesamt 15 Clubs und Bars soll auf der Reeperbahn bis tief in die Nacht gefeiert werden.

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Im Rahmen der Pride Week, die traditionell mit der Aktion „Hamburg zeigt Flagge“ vor einer Woche startete, wehen noch bis Montag Regenbogenfahnen am Rathaus, an Museen und Kirchen. Mit ihren sechs bunten Streifen gilt sie als Symbol der queeren Community.

Mit dem CSD - international oft „Pride“ (engl. für Stolz) genannt - wird an die Ereignisse im Jahr 1969 in New York erinnert: Polizisten stürmten damals die Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street und lösten einen mehrtägigen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen aus.

Von RND/dpa

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