Freikarten-Affäre

Hamburg veröffentlicht Vertrag für Stones-Konzert

Im September 2017 haben die Rolling Stones im Stadtpark gespielt. Noch immer ist das Konzert Thema.

Im September 2017 haben die Rolling Stones im Stadtpark gespielt. Noch immer ist das Konzert Thema.

Hamburg. "Wir haben unseren Teil der Arbeit getan", sagte Behördensprecher Daniel Gritz. Der Vertrag mit dem Konzertveranstalter ist nun auf dem Hamburger Transparenzportal einsehbar.

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In der 19-seitigen, nur vier Tage vor dem Konzert am 9. September 2017 unterzeichneten Vereinbarung ist unter anderem festgelegt, dass die FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH für die Nutzung des Parks je nach Ticketverkauf zwischen 205 000 und 255 000 Euro bezahlt. Zudem sollte eine Sicherheitsleistung in Höhe von 250 000 Euro hinterlegt werden, um durch die Großveranstaltung in Mitleidenschaft gezogene Parkflächen wieder hübsch machen zu können.

Wie viel das am Ende gekostet hat, ist unklar. „Die Wiederherstellungskosten stehen noch nicht abschließend fest. Insofern ist eine Aussage, inwieweit die Kaution in Anspruch zu nehmen ist, derzeit noch nicht möglich“, ließ das Amt mitteilen.

Hat die Stadt die Fläche zu günstig vermietet?

Medienberichten zufolge gilt die vom Veranstalter geforderte Gesamtsumme als sehr wenig, wären demnach laut Gebührenordnung doch bis zu einer Million Euro möglich gewesen – was wiederum ein besonderes Licht auf die sogenannte Freikarten-Affäre wirft. Die Frage, die dabei im Raum steht: Hat das Amt das Grundstück im Stadtpark für die Großveranstaltung günstiger zur Verfügung gestellt und dafür Vorteile in Form von Frei- und günstigeren Kaufkarten bekommen? So soll das Amt vom Veranstalter insgesamt 400 Karten erhalten haben, die auf dem freien Markt schwer oder gar nicht erhältlich waren. Im Vertrag werden die Karten nicht erwähnt. Das Amt war zuständig für die Genehmigung des Konzerts.

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Ermittlungen dauern an

Die Ermittlungen wegen Bestechung, Bestechlichkeit und Vorteilsannahme waren schon wenige Wochen nach dem Stadtpark-Konzert im September 2017 ins Rollen geraten. Im Fokus stehen seitdem vor allem der damalige Bezirksamtsleiter Harald Rösler (SPD), ein weiterer Behördenmitarbeiter und zwei Mitarbeiter des Konzertveranstalters. Gegen die vier, die federführend den Vertrag abgeschlossen hatten, wird der Staatsanwaltschaft zufolge wegen Bestechlichkeit und Bestechung ermittelt. Anklage wurde bislang noch nicht erhoben. „Dieses Verfahren dauert noch an. Da ist der größte Sachverhaltskomplex aufzuklären“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Zudem laufen bei der Behörde Ermittlungen gegen mehr als 34 Mitarbeiter des Bezirksamts wegen Vorteilsannahme, weil sie Freikarten angenommen hatten. In sieben Fällen wurde bereits Anklage erhoben. So müssen sich die frühere Gesundheitsstaatsrätin Elke Badde (SPD), Röslers zunächst designierte Nachfolgerin Yvonne Nische und fünf weitere Mitarbeiter des Bezirksamts deshalb vor Gericht verantworten. Ein Termin stand dafür zuletzt noch nicht fest.

dpa

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