Hohe Personalausfälle

Neue Corona-Studie: Kieler Woche führte zu Krankenhaus-Not

Nach der Kieler Woche 2022 stieg die Corona-Inzidenz in Kiel auf mehr als 3000.

Nach der Kieler Woche 2022 stieg die Corona-Inzidenz in Kiel auf mehr als 3000.

Kiel. Die hohe Zahl der Corona-Ansteckungen während der Kieler Woche hatte gravierende Auswirkungen auf die Krankenhäuser in der Landeshauptstadt. Das ist Ergebnis einer Studie des Kieler Virologen Prof. Helmut Fickenscher, die am Donnerstag im Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts veröffentlicht wurde.

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Die Sieben-Tage-Inzidenz in Kiel verdreifachte sich wenige Tage nach der Kieler Woche auf den bisherigen Pandemie-Höchstwert von 3289. Andere Kreise und kreisfreie Städte waren nicht oder nur geringfügig betroffen. "Die wesentliche Auswirkung der extremen Fallzahlen war ein ausgeprägter Personalmangel unter anderem in den Kliniken, der zu einer starken Beeinträchtigung des Betriebs von Krankenhausstationen führte", sagt Fickenscher.

Nach Kieler Woche: Zahl der belegbaren Betten sank deutlich

Aufgrund der Absonderungsmaßnahmen sei es zu umfangreichen Personalausfällen in den Krankenhäusern gekommen. So sank aufgrund dessen die Anzahl der belegbaren Betten auf Normalstationen in Kiel von 100 auf bis zu 85 Prozent. Der Wert für Schleswig-Holstein veränderte sich derweil kaum.

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Weiter heißt es in der Studie von Helmut Fickenscher: „Der mutmaßliche Infektionsort des Krankenhauspersonals war nach Beurteilung durch die Krankenhaushygienikerin des UKSH in der Regel der private Besuch der Kieler Woche.“

Organisatoren von Großveranstaltungen müssten sich darüber im Klaren sein, dass derartige Ereignisse im Zusammenhang mit Corona sich „auf die Verfügbarkeit von Krankenhausbetten und Krankenhauspersonal ungünstig auswirken können ebenso wie auf die Funktionalität vieler anderer essenzieller Infrastrukturen“.

Corona in Kiel: Infektiologe spricht sich für Ende der Absonderungspflicht aus

Einen deutlichen Zuwachs an schweren Erkrankungen, Hospitalisierungen und Todesfällen hat es laut der Studie im Nachgang der Kieler Woche trotz der sehr hohen Inzidenz nicht gegeben. Dort sei allenfalls „ein schwacher Anstieg“ verzeichnet worden. Diese Steigerungen folgten demnach eher dem allgemeinen Verlauf der Fallzahlen im restlichen Schleswig-Holstein und schienen „nicht mit der Kieler Woche zu korrelieren“.

In Schleswig-Holstein steigen die Corona-Zahlen derweil wieder. So hat sich die Hospitalisierungsinzidenz innerhalb von einer Woche mehr als verdoppelt und liegt jetzt bei 9,86. Auch auf den Intensivbetten werden wieder mehr Covid-Patienten behandelt, die Zahl liegt mit 29 aber noch deutlich unter Werten aus dem Juli (bis zu 43).

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Der Lübecker Infektiologe Prof. Jan Rupp ist angesichts einer sich andeutenden Herbstwelle „relativ optimistisch, dass wir nicht viele schwere Fälle haben werden“. Der Immunschutz in der Bevölkerung sei durch Impfungen und Genesung „sehr hoch“. Mit Sorge sieht Rupp die Gefahr von erheblichen Personalausfällen in den Krankenhäusern. „Der Druck wird wieder größer werden, weil viel Personal nicht zur Arbeit darf.“ Rupp plädiert wie Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) für ein Ende der Absonderungspflicht.

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