Hacker-Attacken

Nord-Firmen müssen Lösegeld zahlen

Professionelle Hacker (Symbolfoto) greifen immer öfter auch mittelständische Firmen im Norden an, erpressen hunderttausende Euro Lösegeld.

Professionelle Hacker (Symbolfoto) greifen immer öfter auch mittelständische Firmen im Norden an, erpressen hunderttausende Euro Lösegeld.

Kiel. Nach der Hacker-Attacke auf Politiker und Prominente wächst bei vielen Bürgern die Angst um die Sicherheit ihrer Daten im Internet. Derweil wird die Wirtschaft im Norden längst heftig von Cyberkriminellen angegriffen. Jetzt muss sogar ein Unternehmen aus dem Kreis Segeberg vor den Kriminellen kapitulieren und 300 000 Euro Lösegeld zahlen - trotz Unterstützung durch Bundes- und Landeskriminalamt und Computerexperten einer internationalen Versicherung.

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Die Hacker drangen mit Militärtechnik tief ins Firmen-Netz ein

Die LN erfuhren: Die Hacker drangen so tief in das Computersystem der mittelständischen Firma ein, dass selbst die Fachleute kein Gegenmittel mehr wissen. Selbst das Daten-Backup sei nicht mehr brauchbar. Es soll für die Attacke regelrechte Militärtechnik verwendet worden sein, möglicherweise nordkoreanischer Herkunft, heißt es.

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Das Lösegeld soll in Bitcoins ins Darknet überwiesen werden. Das ist der nur absoluten Kennern zugängliche Teil des Internets, den vor allem Verbrecher und Schurkenstaaten für ihre schmutzigen Geschäfte nutzen. Anderenfalls, so die Fachleute, könnte die Firma nach Verlust aller Daten quasi dichtgemacht werden. Für zwei Wochen habe sie bereits das Geschäft einstellen müssen.

Bundesweit soll es aktuell sechs solcher hochprofessionellen Angriffe auf Unternehmen geben. Eine so heftige Attacke ist im Norden bislang noch selten. Andere Angriffe auf Unternehmen seien aber auch hier längst keine Einzelfälle mehr, sagt Alexander Hahn, Chef des Cybercrime-Dezernats im Landeskriminalamt LKA in Kiel. Gelangten die Verbrecher erst einmal ins Firmennetzwerk, könnten sie leicht ausspionieren, ob und wie viel Lösegeld das Unternehmen zahlen könne, sagt der Chef-Internet-Ermittler.

Minister: Auch kleine Unternehmen müssen Datensicherheit verbessern

FDP-Wirtschaftsminister Bernd Buchholz will jetzt eine Initiative zur Aufstellung einer Taskforce starten, die attackierten Unternehmen schnell beispringt. Am besten sollte sie bundesweit organisiert sein und aus top-ausgebildeten IT-Experten bestehen. Bislang gebe es für Firmen noch keine Notfall-Hotline. Ansprechpartner seien erst mal die Industrie- und Handelskammern und die Länderministerien. Aber auch die seien ehrlicherweise mit der Dimension einer Attacke wie jetzt im Kreis Segeberg überfordert, sagt Buchholz.

Die Firma habe immerhin Glück gehabt, dass ihre Versicherung über Experten verfüge, sagt der Minister. Die Attacke führe aber deutlich vor Augen, dass auch kleinere Unternehmen im Land dringend ihre Datensicherheit verbessern müssten. Auch dabei werde das Land zusammen mit den Kammern künftig noch mehr Hilfestellung leisten.

Suche nach Schwachstellen

Hacker (sprich: Häcker) ist der gängige Ausdruck für Computer-Spezialisten, die über das Internet versuchen, in andere Computersysteme einzudringen. Black-Hat-Hacker (Hacker mit schwarzem Hut) sind dabei von krimineller Energie getrieben, wollen Schaden anrichten oder mit erbeuteten Daten Geld verdienen. White-Hat-Hacker (das sind die Guten) suchen Sicherheitslücken, damit diese geschlossen werden können – häufig auch im Auftrag der Firmen, die den Schutz ihrer Systeme verbessern wollen.

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