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Heikendorf

SPD-Frau fühlt sich belästigt: Maler muss Werke in Rathaus verhüllen

Heikendorf. Nach Kritik von Gemeindevertreterinnen muss ein Maler seine im Heikendorfer Rathaus aufgehängten Frauenbilder für die Dauer von Sitzungen verhüllen. Eine Frau habe sich durch die Bilder „sexistisch belästigt“ gefühlt, eine andere „durchaus Unmut“ geäußert, sagte Heikendorfs Bürgermeister Alexander Orth am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Der betroffene Künstler Kai Piepgras sagte der dpa: „Das erinnert mich sehr an Kunstzensur.“ Zuvor hatten die „Kieler Nachrichten“ über den Fall berichtet.

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Gemeinsam mit zwei weiteren Künstlern stellt Piepgras unter dem Titel „Inkognito“ noch bis Ende März 13 seiner Bilder im Rathaus aus. Auf den Werken von Piepgras sind Frauen zu sehen, meist in Rückenansicht und bekleidet, aber auch nackte Haut.

Bereits am Abend der Vernissage am 18. Februar habe er zehn Werke verkauft, sagte der 54-Jährige. Einige Tage später habe er durch den Bürgermeister von den Vorwürfen erfahren. Bei ihm selbst hätten sich die Kritikerinnen nicht gemeldet. Auf ähnlichen Widerspruch sei er zuvor nie gestoßen. „Bei meinen Bildern finde ich das auch albern.“ Denn der Betrachter sehe auf den Werken „eigentlich nur Rücken“.

Rund 5000 Bilder hat Piepgras in den vergangenen 25 Jahren nach eigenen Angaben etwa gemalt. Für seine Werke erziele er Preise von bis zu knapp 2000 Euro. „Ich sehe die Geschichte mit einem hohen Maß an Gelassenheit.“ Ähnlich sieht es Bürgermeister Orth: „Ich kann mich ehrlich gesagt eines Schmunzelns nicht enthalten.“ Über Kunst lasse sich immer streiten. „Ich persönlich finde die Bilder aber durchaus ansehnlich.“

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Die SPD-Gemeindevertreterin Karla Schmerfeld sagte den „Kieler Nachrichten“ dagegen, die Motivlage der Bilder „mit Frauen, die portionsweise abgebildet werden“, sei für einen Ratssaal unpassend. „Als Frau stoßen diese Bilder mich ab.“

Orth sagte, als Bürgermeister habe er dafür Sorge zu tragen, dass die Gemeindevertreter „weitgehend ungestört“ ihrer Arbeit nachgehen können. Weiteren Protest wegen der Bilder habe es bislang nicht gegeben. Der „MeToo“-Bewegung gegen die sexuelle Belästigung von Frauen, die durch den Sturz des Hollywood-Moguls Harvey Weinstein ins Rollen kam, tue die Debatte um die Bilder keinen Gefallen.

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