Covid-19

Zahl der Coronavirus-Fälle in SH steigt: Ministerium gibt Empfehlungen heraus

Neben den bekannten Hygiene-Maßnahmen sollten Rückkehrer aus Risikogebieten wenn möglich zu Hause bleiben und sich bei Anzeichen von Erkältungssymptomen telefonisch beraten lassen.

Neben den bekannten Hygiene-Maßnahmen sollten Rückkehrer aus Risikogebieten wenn möglich zu Hause bleiben und sich bei Anzeichen von Erkältungssymptomen telefonisch beraten lassen.

Lübeck. Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus steigt auch im Norden. Am Sonntag wurden in Hamburg nach Angaben der Gesundheitsbehörde vier weitere Infektionen mit Sars-CoV-2 bestätigt. Damit erhöhte sich die Zahl der Coronavirus-Fälle in der Hansestadt auf 17.

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In Schleswig-Holstein stieg die Zahl der bekannten Fälle am Wochenende auf neun. Zuletzt war am Samstagabend eine neue bestätigte Ansteckung aus Lübeck gemeldet worden. Deutschlandweit wurden bis Sonntagnachmittag vom Robert Koch-Institut rund 900 Coronavirus-Infektionen gezählt.

Betroffenen geht es gut

In Hamburg befänden sich die Betroffenen mit leichten Krankheitssymptomen in häuslicher Isolation, hieß es. „Es geht ihnen gut“, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Alle Kontaktpersonen würden ermittelt und informiert. Sofern es sich um Kontaktpersonen mit hohem Ansteckungsrisiko handele, würden diese getestet und ebenfalls isoliert.

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Bei einem der neuen Fälle handelt es sich den Angaben zufolge um einen Mann, der sich offensichtlich Ende Februar beim Besuch eines Berliner Musikclubs infiziert hat. Nachdem dort ein Besucher positiv getestet worden war, hatten die Berliner Behörden die anderen Gäste aufgefordert, sich zu melden. „Die betroffene Person mit Wohnsitz in Hamburg ist dem nachgekommen und hat das zuständige Gesundheitsamt kontaktiert.“

Bei den drei übrigen neu infizierten Menschen, die alle schon in häuslicher Isolation waren, handele es sich um eine Person, die bereits als Kontaktperson eines bekannten Falls erfasst war sowie deren Familienangehörige, so die Gesundheitsbehörde weiter.

Steigende Infektionen erwartbar

Auch allen zuvor bereits Betroffenen gehe es gut. „Bei allen bislang positiv in Hamburg getesteten Personen sind die Krankheitsverläufe milde“, hieß es in der Behördenmitteilung vom Sonntag. „Die Lage in Hamburg hat sich wie in den letzten Tagen auch durch die nun insgesamt 17 Fälle nicht verändert.“

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) erklärte, dass man von weiter steigenden Zahlen ausgehe. Bei der Entscheidung über behördliche Anordnungen sei sowohl die Wirksamkeit als auch die Verhältnismäßigkeit zu berücksichtigen. „Auch jeder einzelne Mensch kann eigenverantwortlich dazu beitragen, eine Ausbreitung der Erkrankung zu verlangsamen“, sagte er. „Das muss unser gemeinsames Ziel sein. Daher bitte ich darum, die aktuellen Empfehlungen zu berücksichtigen.“

Neben den bekannten Hygiene-Maßnahmen sollten Rückkehrer aus Risikogebieten wenn möglich zu Hause bleiben und sich bei Anzeichen von Erkältungssymptomen telefonisch beraten lassen. Auch Heimarbeit könne derzeit ein sinnvolles Instrument für Reiserückkehrer sein, um das Übertragungsrisiko zu verringern, teilte das Ministerium weiter mit.

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Auf Besuche in Krankenhäusern und Altenheimen verzichten

Zudem sollte auf Besuche von Angehörigen in Kliniken und Altenpflegeeinrichtungen derzeit möglichst verzichtet werden. „Diese Einschränkung trägt auch dazu bei, dass die begrenzten Ressourcen der Schutzkleidung dort zum Einsatz kommen, wo sie vorrangig gebraucht werden, nämlich in der medizinischen Versorgung“, hieß es.

Bei dem neuen Fall in Lübeck handele es sich um einen Menschen, der sich bei Reiserückkehrern aus Italien außerhalb Schleswig-Holsteins angesteckt habe und an der Technischen Hochschule Lübeck studiere, teilte die Stadt mit. Er sei bis auf weiteres in häuslicher Quarantäne und in regelmäßigem telefonischem Kontakt mit dem Gesundheitsamt. Der Gesundheitszustand sei stabil. Eine Schließung der Hochschule sei derzeit nicht notwendig. Der Betroffene habe an der Uni nur eine Prüfung abgelegt, aber nicht am regulären Vorlesungsbetrieb teilgenommen. Die Kontakte ließen sich daher eingrenzen und seien nachvollziehbar.

Es ist bereits der zweite bestätigte Fall in Lübeck. Weitere wurden aus den Kreisen Segeberg, Herzogtum Lauenburg, Stormarn, Pinneberg und Dithmarschen gemeldet.

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Von RND/dpa

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