„Ich glaube, dass dies das Beste ist“

Elon Musk wird doch nicht Mitglied des Verwaltungsrats von Twitter

Elon Musk wird doch nicht Mitglied im Tiwtter-Verwaltungsrat.

Elon Musk wird doch nicht Mitglied im Tiwtter-Verwaltungsrat.

San Francisco. In einer außergewöhnlichen Kehrtwende wird Tech-Milliardär Elon Musk doch keinen offiziellen Posten bei Twitter wahrnehmen. Der Einzug des größten Aktionärs des Dienstes in den Verwaltungsrat ist weniger als eine Woche nach der Ankündigung geplatzt.

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Die Ernennung habe offiziell am 9. April in Kraft treten sollen, „aber Elon teilte noch am selben Morgen mit, dass er dem Verwaltungsrat nicht mehr beitreten wird“, schrieb Twitter-Chef Parag Agrawal in der Nacht zum Montag. „Ich glaube, dass dies das Beste ist.“ Man werde weiterhin offen für Musks Beitrag sein. Dies gelte generell für alle Anteilseignerinnen und Anteilseigner, schränkte er zugleich ein.

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Anfang April war bekannt geworden, dass Musk mit einer Beteiligung von 9,2 Prozent zum größten Aktionär von Twitter wurde. Zunächst hatte es so ausgesehen, als wolle er sich mit einer passiven Rolle als Investor begnügen. Dann wurde am Dienstag vergangener Woche jedoch seine Einberufung in den Verwaltungsrat der Firma angekündigt. Voraussetzung dafür seien eine Hintergrundüberprüfung und eine formelle Einwilligung gewesen, schrieb Agrawal weiter. Die einzige Reaktion Musks auf die Entwicklung war ein kurz darauf wieder gelöschter Tweet mit einem Emoji, das ein Gesicht mit Hand vor dem Mund zeigt.

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Elon Musk kritisiert Twitter

Die Verwaltungsrat in US-Unternehmen spielt zum einen eine kontrollierende Rolle ähnlich wie die deutschen Aufsichtsräte – hat zudem aber auch stärkeren Einfluss auf die Strategie. Der „Washington Post“ zufolge hatten sich Twitter-Beschäftigte besorgt gezeigt, dass Musk einen negativen Einfluss auf die Atmosphäre im Unternehmen haben könne.

Zudem könnte der Ablauf seines Einstiegs die US-Börsenaufsicht SEC auf den Plan rufen: Musk gab das Überschreiten des Anteils von fünf Prozent später als vorgeschrieben bekannt und machte auch nicht gleich die Verwaltungsrats-Pläne öffentlich. Er ist bereits in einem Dauerstreit mit der SEC.

„Stirbt Twitter?“

Musk setzte am Wochenende diverse Tweets zu Twitter und zur Geschäftsstrategie des Dienstes ab. „Stirbt Twitter?“, schrieb er unter anderem provokant am Samstag. Dazu stellte er die Liste der zehn Twitter-Konten mit den meisten Followern und beklagte: „Die meisten dieser „Top“-Accounts twittern selten und posten nur sehr wenige Inhalte.“ Er selbst steht mit 81 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten auf Platz acht der Rangliste.

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Am Sonntag fragte Musk Twitter-Nutzerinnen und Nutzer in einer Umfrage, ob die Zentrale des Kurznachrichtendienstes in eine Obdachlosen-Unterkunft umgewandelt werden solle, da eh niemand dort zur Arbeit auftauche. Twitter versicherte seinen Beschäftigten, dass sie auch nach der Pandemie weiterhin, soweit es in ihren Jobs möglich ist, von überall arbeiten dürfen. In der Innenstadt von San Francisco, wo Twitter sein Hauptquartier hat, leben viele Obdachlose. Der Tweet zog unter anderem die Aufmerksamkeit von Amazon-Gründer Jeff Bezos an, der darauf verwies, dass der Online-Konzern 2020 eine achtstöckige Obdachlosen-Unterkunft an seiner Zentrale in Seattle eingerichtet habe.

Ungefragte Tipps zur Strategie

Auch schlug Musk vor, dass alle Kundinnen und Kunden des neuen Abo-Angebots von Twitter verifizierte Accounts bekommen und von Werbung in ihren Timelines verschont werden sollen. Konzerne hätten mehr Macht, die Geschäftspolitik zu diktieren, wenn Twitter zum Überleben auf Werbeeinnahmen angewiesen sei, argumentierte er.

Der 50-Jährige Musk ist dank seiner Beteiligungen an Tesla und der Weltraumfirma SpaceX der mit Abstand reichste Mensch der Welt – vor allem dank seiner Beteiligungen am Elektroauto-Hersteller Tesla und der Raumfahrtfirma SpaceX. Der Finanzdienst Bloomberg schätzt sein Vermögen zu jüngsten Aktienkursen auf 260 Milliarden Dollar.

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RND/dpa

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