Offensive aus Fernost

Vietnams Hersteller Vinfast hat Europa mit E-Autos im Visier

Soll bald auf Europas Straßen rollen: der Vinfast VF 9 aus Vietnam.

Soll bald auf Europas Straßen rollen: der Vinfast VF 9 aus Vietnam.

Die Elektromobilität konfrontiert Autokäufer immer häufiger auch mit Namen neuer Fahrzeughersteller. Es sind zumeist jene, die den leisen und sauberen Antrieb als Quereinstieg in die Branche nutzen wollen, wohl wissend, mit Verbrennermodellen am Markt nicht den Hauch einer Chance zu haben. Als Pionier gilt zweifelsfrei Tesla. Diese Erfolgsstory wünschen sich auch Marken wie Polestar (China/Schweden), Nio, Ora, Ayways, Byton und MG (alle China) sowie Lucid Motors und Rivian (beide USA), um nur die wichtigsten zu nennen. In Europa den meisten noch völlig unbekannt ist Vinfast. Erst vor fünf Jahren wurde die Marke als Tochterunternehmen des milliardenschweren vietnamesischen Mischkonzerns Vingroup gegründet. In seinem Heimatland verkaufte Vinfast bislang benzingetriebene Fahrzeuge.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Doch damit soll Ende dieses Jahres Schluss sein, das neue Kerngeschäft heißt E‑Autos, E‑Roller und E‑Busse. Große Pläne sind bereits geschmiedet. 2027 will man eine Million BEV auf die Straße schicken. „In zehn Jahren werden wir zu den zehn größten Elektroautoherstellern der Welt gehören“, kündigte Le Thi Thu Thuy, stellvertretende Vorsitzende der Vingroup und CEO von Vinfast Global, in einem Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ an. Dass hierzu auch ein gut laufender europäischer Markt gehört, weiß die Vinfast-Chefin nur zu gut. Die Umstellung auf E‑Mobilität in der alten Welt gilt als ausgemachte Sache.

Fabriken in Europa sind schon im Blick

Vinfast plant zudem, die Produktionskapazitäten massiv zu erhöhen. Derzeit ist Haiphong in Vietnam die einzige Fertigungsstätte. 2024 soll eine Produktionsstätte in den USA eröffnet werden, wo jährlich 150.000 E‑Autos vom Band laufen können. Auch Europa hat Vinfast im Visier, sucht nach einem geeigneten Standort. In der engeren Wahl sind Frankreich und Deutschland. Es muss nicht einmal ein Neubau sein, möglich ist genauso die Übernahme eines bestehenden Werks.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Fünf Autos hat Vinfast derzeit fertig, drei weitere befinden sich in der Entwicklung, darunter soll sich auch eine Limousine befinden, mit der man Tesla, BMW und Mercedes Konkurrenz machen möchte. Dem Kunden und der Kundin soll eine maximale Spannweite im Modellportfolio geboten werden. In Asien verkaufen die Vietnamesen bereits den Citystromer VF 5, ein kleines Crossoverfahrzeug in der Größe eines VW T-Cross. Der VF 5 könnte 2023 nach Europa kommen, würde hier gegen den Dacia Spring antreten.

Zum neuen Programm gehören auch der Kleinwagen VF 6 und der etwas größere Crossover VF 7. Sie dürften bis einschließlich 2025 bei uns zu haben sein. Offiziell bestätigt immerhin sind VF 8 und VF 9, die größten SUV in der Modelllinie. Der VF 8 misst 4,75 Meter, der bis zu siebensitzige VF 9 gar 5,12 Meter. Je nach Batteriepaket – 82 kWh oder 87,7 kWh beziehungsweise beim VF 9 92 kWh oder 123 kWh – gibt Vinfast Reichweiten zwischen 420 und knapp 600 Kilometer an. Die Batterien kommen von etablierten Herstellern wie zum Beispiel CATL, Vinfast stellt Akkus aber auch selbst her. 2024 will man angeblich bereits eine Festkörpervariante serienreif haben.

Autos werden zum Kunden gebracht und von dort abgeholt

Besondere Akkus und große Reichweiten gelten intern jedoch nicht als USP, um Kundinnen und Kunden zur Marke zu holen. Vielmehr will man über einen speziellen Service Neugier wecken, ähnlich wie es die Hyundai-Tochter Genesis macht. Nicht nur die Lieferung des Neuwagens erfolgt vor die Haustür des Käufers oder der Käuferin, sondern auch die Abholung des Autos zum Service. Bei Reparaturen soll weitgehend versucht werden, diese zuerst „Over the Air“ (OTA) in den Griff zu bekommen. Klappt dies nicht, will Vinfast einen Monteur zum Kunden schicken.

Beim Thema Garantie heißt es: zehn Jahre oder 200.000 Kilometer. Alle Kosten für die Batteriewartung werden übernommen, fällt die Kapazität des Hochvoltspeichers auf unter 70 Prozent, erfolgt ein kostenloser Austausch.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Im Verkauf legt Vinfast den Fokus weitgehend auf Onlinedirektvertrieb. Der Kunde oder die Kundin kann aber auch klassisch ordern, muss hierzu aber einen der etwa 25 Stores ansteuern, die man für Deutschland plant (weitere 25 in Frankreich und Holland). Vorgesehen sind zunächst Stützpunkte in Frankfurt, Berlin, Köln, Oberhausen und Hamburg. Preislich geht es momentan bei 43.900 Euro los. Batteriemiete kostet extra. Im Herbst sollen die ersten SUV von Vinfast ausgeliefert werden.

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue RND-App für Android und iOS herunter

Mehr aus E-Mobility

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen