Angelique Coetzee: die Ärztin, die die Omikron-Variante entdeckte

Die Ärztin Angelique Coetzee hat die Corona-Variante Omikron entdeckt. (Symbolbild)

Die Ärztin Angelique Coetzee hat die Corona-Variante Omikron entdeckt. (Symbolbild)

Pretoria. „Jeder von uns hat zwei Möglichkeiten. Erstens: sich impfen zu lassen. Infizieren Sie sich trotzdem, werden Sie wahrscheinlich nicht sonderlich krank und können sich zu Hause auskurieren. Die zweite Möglichkeit ist, das Virus zu bekommen – und Ihr eigenes Leben zu riskieren. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Sie ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen. Bitte entscheiden Sie sich richtig: für sich selbst, Ihre Familie und Ihr Umfeld.“

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Mit diesen Worten versuchte die Ärztin Angelique Coetzee im Februar dieses Jahres die Menschen in Südafrika dazu zu bewegen, sich die Impfung gegen Covid-19 geben zu lassen. Aktuell sind in dem Land an der Südspitze des afrikanischen Kontinents weniger als ein Viertel der Menschen geimpft. Und eine neue Virusvariante breitet sich aus.

Dass mittlerweile die ganze Welt darüber Bescheid weiß, ist auch Angelique Coetzee zu verdanken. Denn sie entdeckte und meldete als eine der Ersten die neue Variante des Coronavirus. Die Weltgesundheits­organisation (WHO) hat ihr mittlerweile den Namen Omikron (B.1.1.529) gegeben – und sie als besorgniserregend einstuft.

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Corona-Fälle mit untypischen Symptomen

Seit mehr als 30 Jahren betreibt Coetzee eine Hausarztpraxis nahe der Stadt Pretoria, die Regierungssitz ist und rund 65 Kilometer von Johannesburg entfernt liegt. Am 18. November fielen ihr mehrere Patienten auf, die über starke Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen berichteten. „Die Symptome waren sehr mild“, sagt die Ärztin gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Auch, wenn ihr Team seit Wochen niemanden mehr mit einer Corona-Infektion zu Gesicht bekommen hatte und die Symptome auch durch eine andere Viruserkrankung verursacht werden können, testete die Ärztin die Menschen auf das Coronavirus. Alle waren positiv. Als am gleichen Tag immer mehr Frauen und Männer mit den gleichen Symptomen in ihrer Praxis Hilfe suchten, wurde der Ärztin klar: Hier stimmt etwas nicht.

„Während der dritten Welle haben wir viele Delta-Infizierte gesehen. Und diese Symptome passten nicht dazu“, sagt Coetzee gegenüber Reuters. Also meldete sie ihre Fälle dem südafrikanischen Institut für übertragbare Krankheiten (NICD). Am Donnerstag vergangener Woche vermeldete das NICD: „Neue Variante des Coronavirus in Südafrika entdeckt.“ Diese Nachricht verbreitete sich kurz darauf um die ganze Welt.

Ärztin mit zahlreichen Ämtern

Angelique Coetzee ist nun nicht mehr nur in ihrem Heimatland bekannt. Dort bekleidet sie zahlreiche Ämter. Unter anderem ist sie Vorsitzende der südafrikanischen Medizinervereinigung (SAMA) und Teil des Health Quality Assessment (HQA). Letzteres ist eine gemeinnützige Organisation, die die Qualität der südafrikanischen Gesundheitsversorgung verbessern möchte.

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Auf der HQA-Website findet man einen Lebenslauf, der Aufschluss über die bisherige Karriere Coetzees gibt.

Werdegang von Angelique Coetzee

Ihren Abschluss machte sie 1977 an der High School Sentraal in der Stadt Bloemfontein, die rund 450 Kilometer von Pretoria entfernt liegt. Danach studierte sie bis 1985 Medizin. Ihre Qualifikation als Ärztin ist nicht nur in Südafrika anerkannt, sondern auch in Irland und Großbritannien. Was man aus dem HQA-Dokument auch erfährt: Zu ihren Hobbys zählen Musik und Lesen.

Nach ihrem Studium arbeitete Coetzee kurzzeitig im Kalafong Hospital und im Mamelodi Hospital, beide Kliniken liegen in Pretoria. Seit 1988 praktiziert sie als Hausärztin in ihrer eigenen Praxis in Wonderboom-South, einem Vorort Pretorias.

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„Kein Grund zur Panik“

Die Liste ihrer sonstigen Tätigkeiten ist lang. So wirkte die 61-Jährige etwa bei der Auswahl neuer Medizinstudierender an der Universität von Pretoria mit, klärte Schülerinnen und Schüler über Drogenmissbrauch auf und ist oder war Mitglied in zahlreichen medizinischen Vereinigungen wie dem südafrikanischen Ärzteverband (SAMA).

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In ihrer Funktion als SAMA-Vorsitzende erklärte Coetzee gegenüber der britischen Tageszeitung „The Telegraph“, zu den Hauptsymptomen der neu entdeckten Omikron-Variante zählten starke Müdigkeit für ein bis zwei Tage sowie Gliederschmerzen. Bei ihren Patienten habe sie bisher aber nur milde Verläufe beobachtet.

Ihre aktuelle Einschätzung lautet: „Es gibt momentan keinen Grund, in Panik zu verfallen.“ Dem britischen Nachrichtensender BBC sagte sie allerdings auch, dass die Untersuchungen zu dieser Variante noch in einem sehr frühen Stadium seien.

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Mit Material von dpa

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