FAQ zu Paxlovid: Was Sie zu Pfizers „Pille gegen Corona“ wissen sollten

Die Pille Paxlovid: ein Hoffnungsträger bei der Behandlung von Covid-19.

Es scheint ein vielversprechendes Mittel im Kampf gegen das Coronavirus zu sein: die Pillenkombination Paxlovid des US-Pharmariesen Pfizer. Im Dezember hatte der Konzern eine Notfallzulassung für das Präparat der US-Arzneimittelbehörde FDA erhalten, Mitte Januar hat Kanada das Mittel für die Behandlung von erwachsenen Covid-19-Erkrankten mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zugelassen. Und am 27. Januar entscheid auch die EU-Arzneimittelbehörde EMA für die erste „Pille gegen Corona“.

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Aber wie wirkt das Medikament eigentlich? Und wie wird es verabreicht? Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten.

Ersetzt Paxlovid eine Impfung?

Nein. Das Pfizer-Präparat schützt nicht präventiv vor einer Corona-Erkrankung, sondern vor einem schweren Covid-19-Verlauf. Es wird erst eingenommen, wenn man sich bereits mit Corona infiziert hat. Deshalb kann es auch nicht die Impfung ersetzen, die schon vorbeugend vor Infektion und Krankheit schützt.

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Wie wirkt das Medikament?

„Paxlovid“ besteht aus den Wirkstoffen Nirmatrelvir und Ritonavir. Ersteres blockiert die Aktivität des Enzyms, das das Virus zur Vermehrung benötigt – und verringert so, dass sich der Erreger im Körper vermehrt. Ritonavir sorgt dafür, dass Nirmatrelvir möglichst lange im Körper bleibt und nicht direkt wieder abgebaut wird.

Wie wird Paxlovid verabreicht?

Betroffene nehmen nach Herstellerangaben zweimal täglich drei Tabletten (zwei Pillen Nirmatrelvir, eine Pille Ritonavir) ein. Insgesamt sollte Paxlovid genau fünf Tage lang, also mit 30 Tabletten, verabreicht werden.

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Wie gut wirkt das Präparat?

Wird das Medikament in den ersten fünf Tagen nach Beginn der Symptome eingenommen, reduziert Paxlovid nach Angaben des Herstellers das Risiko eines Krankenhausaufenthalts oder Todes um 88 Prozent. Wird es innerhalb der ersten drei Tage nach Einsetzen der Symptome eingenommen, sollen Betroffene sogar zu 89 Prozent gegen schwere Verläufe und Tod geschützt sein. Das hat das Unternehmen in einer Studie an Hochrisikopatientinnen und -patienten in einer Zwischenbilanz im November festgestellt und Mitte Dezember mit weiteren Ergebnissen bestätigt.

Weitere Zwischenanalysen einer laufenden zweiten Studie an Erwachsenen mit Standardrisiko hätten eine Reduzierung der Krankenhauseinweisungen und keine Todesfälle um 70 Prozent im Vergleich zum Placebo ergeben. Außerdem wurde sowohl bei Hochrisikogruppen wie auch bei Standardrisikogruppen an Tag fünf eine zehnfache Abnahme der Viruslast beobachtet, schreibt das Unternehmen.

Verglichen mit dem US-Konkurrenten Merck, dessen Präparat als erste „Pille gegen Corona“ in Großbritannien zugelassen wurde, ist das enorm. Die Pille Molnupiravir des US-Herstellers schützt nach bisherigen Erkenntnissen zu 30 Prozent vor einer Hospitalisierung.

Wirkt Paxlovid auch gegen Omikron?

Nach ersten Einschätzungen des US-Pharmakonzerns ist das Präparat auch gegen die neue Omikron-Variante des Coronavirus wirksam. Für Expertinnen und Experten ist das keine Überraschung, denn Paxlovid greift nicht das Spike-Protein an, auf dem die meisten Mutationen der neuen Variante sitzen.

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Welche Nebenwirkungen gibt es?

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Geschmacksstörungen, Durchfall, Bluthochdruck und Muskelschmerzen. Besonders wichtig ist auch, dass es aufgrund der Wirkweise des Präparats teilweise zu lebensbedrohlichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen kann. Betroffene sollten ihrem Arzt oder ihrer Ärztin daher einen vollständigen Überblick darüber geben, welche Medikamente sie einnehmen. Das sei auch für rezeptfreie Präparate und pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll, teilt die EMA mit.

Auch Menschen, die Leber- oder Nierenprobleme haben oder an einer nicht diagnostizierten HIV-Erkrankung leiden, sollten auf Paxlovid verzichten. Weil es Hinweise aus Tierstudien gibt, dass hohe Dosen Paxlovid das Wachstum des Fötus beeinflussen können, wird Schwangeren ebenfalls von dem Medikament abgeraten.

Für wen ist Paxlovid geeignet?

Die Notfallzulassung der FDA erlaubt das Pfizer-Präparat für die Behandlung einer leichten bis mittelschweren Corona-Erkrankung für Betroffene ab zwölf Jahren, die schwerer sind als 40 Kilogramm und ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Grundlage für die Zulassung ist die bereits genannte Pfizer-Studie, in der an Erwachsenen mit Risikofaktoren wie Asthma oder Übergewicht, die weder geimpft noch genesen waren, geforscht wurde.

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Wann wird Paxlovid in Deutschland zugelassen?

Am 27. Januar gab die EMA grundsätzlich grünes Licht für den Einsatz von Paxlovid. Die EU-Kommission muss der Zulassung noch zustimmen, das aber gilt als reine Formsache. Die EMA hatte zuvor bereits Ratschläge zur Anwendung von Paxlovid veröffentlicht und gab darin an, das in der EU noch nicht zugelassene Arzneimittel könne in Kliniken zur Behandlung von Erwachsenen mit Covid-19 verwendet werden, die keinen zusätzlichen Sauerstoff brauchen und ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Seit dem 13. Dezember befand sich das Medikament außerdem in einer „fortlaufenden Überprüfung“.

Aktualisiert am 27. Januar

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