Herzmuskelentzündung bei Corona-Infektion: Was inzwischen darüber bekannt ist

Eine Frau fasst sich an das Herz.

An Covid-19 Erkrankte sollten auf Anzeichen einer Herzmuskelentzündung achten, zum Beispiel Schmerzen hinter dem Brustbein.

Immer wieder sorgen prominente Fälle seltener Corona-Symptome für Verunsicherung. So auch aktuell bei einigen Profisportlern wie FC-Bayern-Spieler Alphonso Davies, der nach seiner Corona-Infektion unter einer Herzmuskelentzündung leidet, oder der 32 Jahre alte Stürmer des FC Arsenal Pierre-Emerick Aubameyang, der aufgrund einer „Läsion“ des Herzens nach einer Corona-Infektion beim Afrika-Cup ausfällt. Doch wie wahrscheinlich sind solche Nebenwirkungen und wie entsteht eine Herzmuskelentzündung?

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Herzmuskelentzündung wird häufig durch Viren ausgelöst

Eine Infektion mit dem Coronavirus steckt der Körper in vielen Fällen nicht so einfach weg, das ist klar. Auch das Herz kann betroffen sein und eine Infektion kann in einigen Fällen zu einer Herzmuskelentzündung, auch bekannt als Myokarditis, führen, wie die Deutsche Herzstiftung erklärt. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Herzmuskels, die häufig durch Erreger wie Viren oder Bakterien verursacht wird. Diese greifen das Muskelgewebe des Herzens an und dringen in die Zellen ein, was zur Zerstörung des Herzmuskelgewebes führen kann.

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Wie groß das Risiko für eine Myokarditis und vor allem für bleibende kardiale Schäden durch Sars-CoV-2 ist, ist noch nicht ganz klar. Ebenso wenig wissen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler genau, wie der Schädigungsprozess konkret abläuft. Art, Ausmaß, Dauer und verbleibender Endzustand des Entzündungsvorgangs und der Gewebeschädigung unterscheiden sich bei den einzelnen Patientinnen und Patienten nämlich stark.

Risiko für Herzschäden bei jungen Männern erhöht

Inzwischen haben sich bereits verschiedene Studien mit der Gefahr einer Herzmuskelentzündung bei Corona-Infizierten auseinandergesetzt. So auch eine Untersuchung aus Israel, in der Forschende die Daten von gut 1,7 Millionen Menschen analysierten. Die eine Hälfte ist mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft worden, die andere war ungeimpft.

Die Wissen­schaftlerinnen und Wissenschaftler fanden heraus, dass von den an Covid-19 erkrankten Menschen im Schnitt elf von 100.000 Personen eine Herzmuskel­entzündung entwickelten. Bei den Geimpften waren es 2,7 von 100.000 Personen. Die Ergebnisse zeigen: Eine Corona-Impfung führt insgesamt seltener zu einer Myokarditis als eine Corona-Infektion.

Die Geimpften, die eine Herzmuskel­entzündung entwickelten, waren größtenteils junge Männer. Der Altersmedian lag bei 25. Diese Ergebnisse der Studie decken sich mit den Daten des Paul-Ehrlich-Institut, das in Deutschland die Sicherheit der Corona-Impfstoffe überwacht. Die Behörde listet eine Myokarditis in ihrem aktuellen Sicherheitsbericht als „sehr seltene Nebenwirkung“ der mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. Die Beschwerden würden innerhalb von wenigen Tagen nach der Impfung auftreten.

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Weil Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei Jungen und jungen Männern sowie bei Mädchen und jungen Frauen häufig nach der Impfung mit Moderna auftraten, empfiehlt die Ständige Impfkommission mittlerweile, dass unter 30-Jährige nur noch den Biontech-Impfstoff erhalten sollen. Denn dieser hatte verhältnismäßig seltener zu den Erkrankungen geführt.

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Welche Symptome treten auf?

Bei einer Myokaditis sind unterschiedliche Verläufe möglich. In vielen Fällen heilt eine Myokarditis nach Schonung oder Behandlung wieder aus, in anderen kann sie lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen. Patientinnen und Patienten sollten daher dringend auf erste Anzeichen einer Entzündung achten. Dazu gehören laut der Deutschen Herzstiftung Atemnot und Kurzatmigkeit, ein starker Herzschlag, der unregelmäßig sein kann, sowie Schmerzen in der Brust.

Daneben können auch weitere Anzeichen die Symptome einer Myokarditis begleiten. Dazu gehören Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit sowie Schmerzen hinter dem Brustbein. Auch Schwindel und Wassereinlagerungen in den Beinen, sogenannte Ödeme, können auftreten.

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Wie wird eine Myokarditis behandelt?

Wird eine Herzmuskelentzündung durch einen Arzt diagnostiziert, gibt es mehrere Möglichkeiten einer Behandlung. Bei unkomplizierten oder asymptomatischen Verläufen wird häufig keine spezielle Therapie eingesetzt. In allen Fällen ist jedoch absolute Schonung das oberste Gebot. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt, sechs Monate intensive sportliche Betätigung zu vermeiden.

Leiden Betroffene unter schweren Symptomen, wird versucht, das Herz mithilfe von Medikamenten zu entlasten und die Pumpfunktion zu stabilisieren. Ebenso wird versucht, die Entzündung medikamentös zu reduzieren, um Schäden am Herzmuskel zu verhindern.

RND/tmo

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