Corona-Varianten im Vergleich

Omikron: Fällt der Impfschutz bei BA.2 anders aus als bei BA.1?

Das Impfzentrum in Burgdorf befindet sich im Rathaus I, Marktstraße 55.

Neue Varianten wie Omikron verringern den Impfschutz im Vergleich zum ursprünglichen Coronavirus.

Eine neue Sublinie von Omikron übernimmt zunehmend das Infektionsgeschehen in Deutschland. Rund 62 Prozent der untersuchten Virusproben machen inzwischen BA.2 aus. Neben der Rücknahme von Corona-Maßnahmen hängt deren Ausbreitung auch mit dem erneut deutlichen Anstieg der Infektionen im März zusammen. Das hält das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht vom 17. März fest. Aber wie genau schafft es BA.2, die Ansteckungen noch mehr zu beschleunigen als sowieso schon?

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Klar ist: BA.2 unterscheidet sich teils im genetischen Aufbau und hat damit offensichtlich einen Vorteil gegenüber der zuvor kursierenden Omikron-Untervariante BA.1. Erste Studien aus Dänemark und Großbritannien haben gezeigt, dass die Sublinie noch leichter übertragbar ist. Aber ist es nur das? Umgeht die Variante womöglich auch den Impfschutz noch mehr, als es schon bei der zuerst kursierenden Omikron-Variante der Fall war? Hinweise dazu liefert eine Mitte März veröffentlichte epidemiologische Kontrollstudie von Forschenden aus Katar. Von unabhängiger Seite begutachtet wurde sie noch nicht.

Kein dauerhafter Schutz vor einer Infektion – aber vor Covid-19

Für die Untersuchung verglichen die Forschenden die Immunantwort bei mit dem Impfstoff von Biontech Grundimmunisierten und bei Geboosterten aus Katar – gegen BA.1 und BA.2. Das Ergebnis: In den ersten drei Monaten nach der Grundimmunisierung blieb die Effektivität gegen eine symptomatische Corona-Infektion im Schnitt bei rund 47 Prozent, fiel danach aber ab auf rund 10 Prozent. Mit dem Booster ging das Schutzlevel wieder hoch auf rund 60 Prozent, fiel aber ebenfalls einen Monat später wieder.

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Bei BA.2 fielen die Werte ähnlich aus: von rund 52 Prozent Effektivität in den ersten drei Monaten bei Grundimmunisierten auf 10 Prozent danach. Mit dem Booster ging das Schutzlevel vor Infektion schnell wieder hoch auf rund 44 Prozent, aber auch hier sank die Effektivität wieder nach bereits einem Monat.

Die gute Nachricht: Bei beiden Subtypen von Omikron blieb den Studiendaten zufolge der Immunschutz vor dem Schlimmsten auf hohem Niveau und lange erhalten. Die Effektivität gegen eine Krankenhauseinweisung und Tod betrug bei BA.1 und BA.2 70 bis 80 Prozent nach der Grundimmunisierung. Nach dem Booster war sie sogar höher als 90 Prozent. Ähnliche Werte seien beim Moderna-Impfstoff festgestellt worden, schreiben die Forschenden.

Immunantwort bei immungesunden Geboosterten solide – bei BA.1 und BA.2

Das heißt also: Die mRNA-Impfstoffe bieten den Daten zufolge zwar nur einen mäßigen und kurzlebigen Schutz gegen eine symptomatische Omikron-Infektion, und das bei BA.1 und BA.2 auf ähnlichem Level. Man kann sich also recht wahrscheinlich auch nach einer Impfung mit den Mitteln von Biontech und Moderna mit Omikron anstecken. Der Schutz vor schwerer Krankheit und Tod bleibt aber bei beiden Varianten stark und längerfristig erhalten. Das ist bereits nach der zweiten Impfdosis der Fall. Nach einer Auffrischimpfung wird der Schutz aber noch robuster und verlässlicher.

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Die Ergebnisse decken sich auch mit einer Einschätzung der Gesellschaft für Immunologie. Ohne Impfung und Booster oder zusätzliche Infektion würde die Erkrankung schwerer verlaufen. Das ist auch bei den beiden Omikron-Subtypen BA.1 und BA.2 der Fall. „Die durch drei Impfungen aufgebaute systemische Immunität durch Antikörper, Gedächtnis-B- und T-Zellen schützt nach wie vor sehr gut vor einem schweren Krankheitsverlauf, da auch die Omikron-Variante diese Schutzmechanismen kaum unterlaufen und eine Virusausbreitung im Körper somit verhindert werden kann“, heißt es in einer Stellungnahme.

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Die Experten und Expertinnen betonen – wie auch die Studie aus Katar: Die Mutanten könnten bei Geimpften lediglich den Schutz vor Ansteckung teilweise unterlaufen. Der Schutz vor schwerer Erkrankung bleibe aber bei immungesunden Menschen „weitgehend“ und „langanhaltend“ bestehen. Offen ist noch, inwieweit der Immunschutz bei neu kursierenden Varianten ausfällt – und auch bei über 60-Jährigen, bei Menschen mit Immunschwäche und relevanten Risikofaktoren für Covid-19. Bei ihnen könnten Auffrischungsimpfungen mit neueren Impfstoffen noch nötig werden. Aktuell ist die Datenlage dazu aber noch unklar.

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