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Studie: Corona-Geimpfte haben geringeres Risiko für Herzmuskelentzündung als Infizierte

Die Corona-Impfung kann in sehr seltenen Fällen zu einer Herzmuskelentzündung führen.

Oxford. Mehr als 172.188 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen im Zusammenhang mit den Corona-Impfstoffen hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) seit Beginn der Impfkampagne erfasst. In ihrem aktuellen Sicherheitsbericht, der den Zeitraum vom 27. Dezember 2020 bis 30. September 2021 betrachtet, listet die Behörde auch Fälle einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) und Herzbeutelentzündung (Perikarditis).

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Diese sehr seltenen Nebenwirkungen sind primär bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna aufgetreten, insbesondere bei jungen Männern unter 30 Jahren nach der zweiten Impfung. Im genannten Zeitraum hat das PEI insgesamt 1243 Verdachtsfälle verzeichnet. Die ersten Symptome zeigten sich innerhalb von wenigen Tagen nach der Impfung, verliefen aber in der Regel mild – wenngleich schwerwiegende Verläufe im Einzelfall nicht ausgeschlossen werden könnten, so die Behörde.

Das Risiko, nach der Corona-Impfung an einer Herzmuskelentzündung oder Herzbeutelentzündung zu erkranken, bleibt insgesamt jedoch gering, fanden Forschende der University of Oxford heraus. Stattdessen würden diese Beschwerden deutlich häufiger nach einer Infektion mit dem Coronavirus vorkommen, schrieben sie in ihrer Studie, die Mitte Dezember im Fachmagazin „Natur Medicine“ erschienen ist.

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Myokarditis-Risiko bei Moderna größer als bei Biontech

Die Untersuchung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beruht auf Daten von mehr als 38 Millionen Menschen im Alter von über 16 Jahren, die zwischen dem 1. Dezember 2020 und dem 24. August 2021 in England gegen Covid-19 geimpft oder positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Sie verglichen, wie häufig Personen innerhalb von 28 Tagen nach der Impfung oder nach dem Test wegen einer Herzmuskelentzündung oder Herzbeutelentzündung im Krankenhaus behandelt werden mussten oder sogar starben.

Demnach kam es innerhalb von 28 Tagen nach einer einfachen Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer zusätzlich zu einer Myokarditis-Erkrankung pro eine Million Menschen. Bei Moderna waren es sechs Fälle pro eine Million Menschen. Nach der zweiten Impfung mit dem Wirkstoff wurden zusätzlich sogar zehn Myokarditis-Erkrankungen festgestellt. Dem gegenüber standen 40 zusätzliche Herzmuskelentzündungen pro eine Million Menschen, die innerhalb von 28 Tagen bei Corona-Infizierten auftraten. Diese hatten zudem ein höheres Risiko für Herzbeutelentzündungen und Herzrhythmusstörungen.

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„Ähnliche Zusammenhänge wurden bei keinem der Covid-19-Impfstoffe beobachtet, abgesehen von einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen nach einer zweiten Dosis mRNA-1273 (Impfstoff von Moderna, Anm. d. Red.)“, schrieben die Forscherinnen und Forscher. Eine Subgruppenanalyse nach Alter habe ferner ergeben, dass ein erhöhtes Risiko für eine Herzmuskelentzündung nach der Impfung mit den mRNA-Impfstoffen nur bei Personen unter 40 Jahren vorhanden war.

Stiko: Unter 30-Jährige nur noch mit Biontech impfen

Diese Ergebnisse decken sich mit denen einer Untersuchung aus Dänemark, die vor wenigen Tagen im „British Medical Journal“ veröffentlicht wurden. Auch diese Studie kam zu dem Schluss, dass Ungeimpfte ein höheres Risiko für eine Herzmuskelentzündung und Herzbeutelentzündung haben als Geimpfte. Allerdings zeigte sich hier ebenfalls, dass mehr Moderna- als Biontech-Geimpfte erkrankt waren.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat auf die aktuelle Studienlage reagiert. Sie empfiehlt, dass Menschen unter 30 Jahren nur noch den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer erhalten sollen, „da in dieser Altersgruppe das Risiko des Auftretens einer Myokarditis nach Impfung mit Spikevax (Impfstoff von Moderna, Anm. d. Red.) höher ist als mit Comirnaty (Impfstoff von Biontech/Pfizer, Anm. d. Red.)“.

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Wer bereits eine Impfung mit dem Vakzin von Moderna bekommen hat, sollte bei der Zweitimpfung mit dem Wirkstoff von Biontech/Pfizer geimpft werden. Gleiches gilt für die Auffrischungsimpfungen. Die Stiko merkte in ihrer Impfempfehlung, die im Epidemiologischen Bulletin (46/2021) einzusehen ist, jedoch an, dass es sich bei der mit den mRNA-Impfstoffen in Verbindung stehenden Herzmuskelentzündung beziehungsweise Herzbeutelentzündung um „eine sehr seltene Impfnebenwirkung“ handele.

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