Studie: Coronavirus befällt auch das Herz

Forscher haben im Herzgewebe von Corona-Patienten das Virus nachgewiesen.

Hamburg. Auch Herzzellen kann das Coronavirus einer neuen Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zufolge befallen und sich darin vermehren. Es sei auch in der Lage, die Genaktivität infizierter Herzzellen zu verändern, sagte der Leiter der Studie, Dirk Westermann. Mit den nun vorliegenden Untersuchungsergebnissen hätten Mediziner nun wesentlich mehr Klarheit.

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Allerdings ließe sich noch nicht abschließend klären, ob dies Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf von Herzpatienten habe, hieß es in einer Pressemitteilung. Die veränderte Genaktivität in den Herzzellen könnte Langzeitfolgen für die Gesundheit von Betroffenen haben.

Coronavirus im Herzgewebe nachgewiesen

39 verstorbene Herzpatienten (23 Frauen, 16 Männer) wurden für die Studie untersucht, die mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert waren. Sie waren im Schnitt 85 Jahre alt. Bei rund zwei Drittel dieser Patienten konnten die Forscher im Herzgewebe das Virus nachweisen. In 16 Fällen fanden sie den Angaben zufolge das Virus in Mengen, die klinische Auswirkungen hätten haben können.

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Die Wissenschaftler haben die Aktivität von sechs entzündungsfördernden Genen untersucht. Bei den 16 Patienten mit der höchsten Viruslast war die Aktivität dieser Gene deutlich erhöht. “Dies hätte auf das Vorliegen einer Herzmuskelentzündung schließen lassen können. Gleichwohl haben wir keine typischen Kennzeichen einer solchen Entzündung – etwa das Einwandern von Entzündungszellen aus dem umliegenden Gewebe in den Herzmuskel – finden können”, erklärt Westermann. “Unsere Ergebnisse unterstützen die bisherige Beobachtung, dass eine Herzmuskelentzündung im Zusammenhang mit Covid-19 nur sehr selten auftritt.”

Die Patienten repräsentierten laut Studienautoren mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck und koronaren Herzerkrankung die typischen Covid-19-Patienten in Deutschland. “Eine Limitation unserer Studie ist allerdings, dass wir bislang nur Verstorbene untersuchen konnten”, erläutert Co-Autor Prof. Dr. Stefan Blankenberg. “Wichtig wird sein, diese Erkenntnisse in Zukunft an Überlebenden der Erkrankung zu validieren.” Die Ergebnisse der am Freitag veröffentlichten Studie sollen im Fachblatt “JAMA Cardiology” erscheinen.

RND/ sbu

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