Ein Kinofest aus Jazz und Soul

Musiker auf gleichem Weg – Filmdoku über Eugen und Roger Cicero

Wie der Vater, so der Sohn: Jazzpianist Eugen Cicero (im Mercedes) und Söhnchen Roger (im Tret-Ferrari).

Wie der Vater, so der Sohn: Jazzpianist Eugen Cicero (im Mercedes) und Söhnchen Roger (im Tret-Ferrari).

Beide sind nicht alt geworden, beide starben an einem Hirnschlag und beide hatten eine ganz ähnliche musikalische Kariere: Roger Cicero, gestorben am 24. März 2016 mit 45, und sein Vater Eugen, gestorben 1997 mit auch nur 57 Jahren. Beide kamen vom Jazz, schlugen dann aber später sehr erfolgreich eher leichte Töne an. Vater Eugen beispielsweise im Paul-Kuhn-Orchester, das damals auch regelmäßig im Fernsehen auftrat. Und Roger mit eigener Band sogar als deutscher Vertreter beim Eurovision Song Contest 2007.

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Diesen beiden Ausnahmekünstlern ist der Dokumentarfilm „Cicero – Zwei Leben, eine Bühne“ gewidmet. Und besonders für Fans ist er wirklich ein Hör- und Sehfest, ja, einfach ein großes musikalisches Vergnügen. Vor allem wegen der zahllosen Archivaufnahmen und Konzertausschnitte, mit denen Regisseur Kai Wessel das Leben der Ciceros nachzeichnet.

Die Interviewten neigen zur Verklärung der Ciceros

Er hat dafür natürlich auch mit Freunden und Kollegen der beiden gesprochen, die sich alle durchweg positiv und ein bisschen verklärend über sie äußern. Und nur ganz am Rande erfährt man von den Alkohol- und Drogenproblemen, mit denen Vater und Sohn gekämpft haben.

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Nur zwei Personen kommen – obwohl es eigentlich ausreichend Archivmaterial geben dürfte – im gesamten Film nicht zu Wort: Eugen und Roger Cicero. Dabei hätte man gern von ihnen gewusst, ob sie unter ihrer Entscheidung, auf leichte konsumierbare Musik zu setzen, nicht selbst auch ein wenig gelitten haben.

„Cicero – Zwei Leben, eine Bühne“, Regie: Kai Wessel, Dokumentarfilm 112 Minuten, FSK 12 (Kinostart am 24. März)

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