Krönungsessen

Coronation Chicken: ein königliches Rezept

Perfekt fürs Sandwich: Coronation Chicken.

London. Es gibt in Großbritannien Tag für Tag viele Anlässe, in irgendeiner Weise an die Queen zu denken. Briten und Britinnen zahlen beispielsweise mit Münzen und Geldscheinen, die das Konterfei der Königin tragen. Wenn sie einen Brief verschicken, nutzen sie Marken mit dem Profil von ihr. Und nicht wenige schaffen sogar beim Lunch den perfekten Bogen zu Elizabeth II.: Coronation Chicken ist in England eine der beliebtesten Füllungen von Sandwiches.

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Diese Curry-Hühnchen-Mischung trägt ihren Namen nicht ganz zufällig. Sie wurde vor 69 Jahren eigens für das Krönungsbankett von Queen Elizabeth II. geschaffen. Und wie die Königin ist auch diese Hühnchenmischung noch immer aktuell.

Aufbruchstimmung auch beim Hähnchen

1953 war ein besonderes Jahr für Großbritannien. Gut ein Jahr nachdem sie durch den Tod ihres Vaters zur Königin wurde, stand am 2. Juni für Elizabeth die offizielle Krönung an. Es war ein Großereignis für das Königreich. Nach langen Kriegsjahren und einer Phase voller Entbehrungen empfand die Insel so etwas wie Aufbruchstimmung. Die junge Königin wurde gefeiert wie ein Star.

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Das Coronation Chicken fügte sich ein in diese Zeit des Neubeginns. Vom Empire war nicht mehr viel übrig. Indien hatte kurz nach dem Zweiten Weltkrieg seine Unabhängigkeit erlangt, ebenso Sri Lanka und Myanmar, das damalige Burma. Auch ein Ende der britischen Herrschaft in Malaysia war absehbar. Was jedoch blieb, war der gewisse Hang der Briten und Britinnen zur Exotik. Der Currygeschmack im Coronation Chicken sollte dem Rechnung tragen.

Gleichzeitig war auch Großbritannien 1953 noch von den Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges geprägt. Das Land war kurz zuvor nur knapp einem Staatsbankrott entronnen, viele Lebensmittel waren nach wie vor rationiert. Es durfte also auch beim Krönungsbankett nicht verschwenderisch zugehen. Die Zutat Mayonnaise schien da als Inbegriff der eher alltäglichen Küche wie geschaffen zu sein. Das zumindest fand die britische Kochbuchautorin und Floristin Constance Spry, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Rosemary Hume als Erfinderin des Coronation Chicken gilt. Zwar hatte es bereits zuvor zum silbernen Thronjubiläum von König Georg V. ein ähnliches Gericht gegeben. Doch das ist längst vergessen – für die Briten und Britinnen ist Coronation Chicken eng verbunden mit der Queen.

Das Originalrezept für Coronation Chicken

Das Originalrezept (für acht Personen): Gut zwei Kilogramm Hähnchen, ein Esslöffel Pflanzenöl, eine kleine, fein gehackte Zwiebel, ein Esslöffel Currypaste, ein Esslöffel Tomatenpüree, 100 Milliliter Rotwein, ein Lorbeerblatt, Saft einer halben Zitrone, vier fein gehackte Aprikosenhälften, 300 Milliliter Mayonnaise, 100 Milliliter Schlagsahne, Salz und Pfeffer und etwas Brunnenkresse zum Garnieren.

Die Zubereitung: Hühnchen häuten, in kleine Stücke schneiden und grillen, bis es gar ist. Alternativ: Vegetarischen Hähnchenfiletersatz (ohne Panade) klein schneiden und braten. Öl in einem kleinen Topf erhitzen, die Zwiebel hinzufügen und glasig braten. Currypaste, Tomatenpüree, Wein, das Lorbeerblatt und den Zitronensaft hinzugeben. Ohne Deckel etwa zehn Minuten köcheln lassen, bis alles gut reduziert ist. Abseihen und abkühlen lassen.

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Anschließend die gehackten Aprikosenhälften pürieren. Die abgekühlte Soße mit dem Aprikosenpüree in die Mayonnaise schlagen. Die Sahne steif schlagen und unter die Masse heben. Würzen und bei Bedarf etwas mehr Zitronensaft hinzufügen. Die Hähnchenstücke unterheben, mit Brunnenkresse garnieren und als Salat servieren. Oder noch besser: Als Füllung für ein Sandwich verwenden.

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