Geesthacht

Atommülllager Krümmel soll sicherer werden

Am Standortzwischenlager des Kernkraftwerkes Krümmel wird momentan das Bollwerk gegen terroristische Angriffe verstärkt.

Am Standortzwischenlager des Kernkraftwerkes Krümmel wird momentan das Bollwerk gegen terroristische Angriffe verstärkt.

Geesthacht. „Der Schutz der Zwischenlager hinsichtlich äußerer Einwirkungen wie terroristische Bedrohungen wird kontinuierlich neuen Lagebeurteilungen angepasst. Dazu werden alle Zwischenlager umfassend nachgerüstet“, erklärt Tobias Schmidt, der Sprecher der BGZ mit Sitz in Essen. Das bundeseigene Unternehmen ist mit Finanzmitteln der Energiekonzerne ausgestattet worden und für die Standortzwischenlager zuständig. Außerdem stehen die Mitarbeiter in engem Austausch mit den Kollegen, die sich um die Endlagersuche kümmern.

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Mächtige Wand aus Stahlbeton entsteht

Am Standortzwischenlager (SZL) am ehemals leistungsstärksten Siedewasserreaktor der Welt in Krümmel laufen aktuell Bauarbeiten. Bisher provisorisch auf dem Gehweg rauf zum Parkplatz unterhalb des alten Wasserturms aufgestellte Betonringe werden durch eine neue mächtige Wand aus Stahlbeton ersetzt. Die dicke Betonwand ist auf Bohrpfählen gegründet und ragt gut einen Meter in die Höhe. Sie soll Angriffe mit Fahrzeugen stoppen. Schmidt: „Bis zur Fertigstellung der Nachrüstungsmaßnahmen gewährleisten temporäre Maßnahmen den Schutz gegen terroristische Bedrohungen.“ In hölzernen Buden mit Rundumverglasung sitzen rund um die Uhr Wachleute, die den 50 Meter langen Baustellenbereich im Blick haben.

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Mindestens noch 50 Jahre Atommüll in Geesthacht

Der Betrieb des Zwischenlagers für hochradioaktiven Müll direkt neben dem Kernkraftwerk ist bis 2046 genehmigt. Doch frühestens 2051 soll ein Endlager betriebsbereit seit. Dessen Befüllung dürfte dann Jahre dauern. Dass in Geesthacht noch für 50 Jahre Atommüll liegt, dürfte nicht unwahrscheinlich sein.

Zum 1. Januar hatte die BGZ das Standortzwischenlager in Krümmel von Vattenfall übernommen. In dem Lager stehen 41 Castor-Behälter mit hochradioaktiven Brennelementen. Noch ein weiterer Castor soll dazukommen. Auch das in Planung befindliche Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle (LasmAaZ) soll von der BGZ betrieben werden. Baubeginn soll 2020 sein. Das LasmAaZ soll neben dem Castor-Lager entstehen. Beide werden noch stehen, wenn das stillgelegte Kernkraftwerk längst zurückgebaut ist. Und nebenan, auf dem Gelände des Helmholtz-Forschungszentrums, lagern Bauteile des Atomreaktors des Nuklearschiffes „Otto Hahn“ und Abfälle der zentralen Landessammelstelle für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in 200-Liter-Fässern. Die Betriebszeit hier ist unbefristet.

Timo Jann

Zum Thema:

Sein halbes Leben lang hat Jens Mulzer aus Schwarzenbek gegen das Atomkraftwerk Krümmel gekämpft - wir haben mit ihm gesprochen

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