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Hilfe im Advent – Gemeinsam gegen einsam

In Ratzeburg entsteht ein „Repair-Café“ – für Nachhaltigkeit und Begegnung

Hauke Thomsen (l.) und Kim Langer sind die Taktgeber für das „Repair-Café“, das am alten Bauhof im Pillauer Weg in der Ratzeburger Vorstadt demnächst eröffnen wird.

Hauke Thomsen (l.) und Kim Langer sind die Taktgeber für das „Repair-Café“, das am alten Bauhof im Pillauer Weg in der Ratzeburger Vorstadt demnächst eröffnen wird.

Ratzeburg.Zugegeben – es ist ein zäher Beginn: „Ursprünglich wollten wir am 1. August mit dem Projekt starten. Aber irgendwie hat sich alles immer wieder hinausgezögert“, erzählen Kim Langer und Hauke Thomsen. Noch am Montag gingen die beiden davon aus, dass der Start nun am Sonnabend, 11. Dezember, klappen könnte. Doch angesichts der sich zuspitzenden Corona-Situation beschlossen die beiden Initiatoren des „Repair-Cafés“, die Neueröffnung nun doch auf Anfang 2022 zu verschieben.

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Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die Idee eines „Repair-Cafés“, also einer Begegnungsstätte, wo man sich bei Kaffee, Tee, Kuchen und Plätzchen zum Reparieren von Fahrrädern und Handys, Haushaltsgeräten oder Rollatoren trifft, geht aus von den positiven Erfahrungen mit der Fahrradwerkstatt der Ratzeburger Willkommenskultur hervor, die von 2015 bis 2020 in der Ernst-Barlach-Schule aktiv war.

Viele Impulsgeber

Auch das bereits etablierte Repair-Café in der Möllner Begegnungsstätte war ein Vorbild für Hauke Thomsen, der schon damals Mitglied des Ratzeburger Organisationsteams war. Weitere motivierende Ideen- und Impulsgeber in der Kreisstadt sind die „Bankdirektoren“ – Mitglieder des Seniorenbeirats, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich um den Erhalt der städtischen Parkbänke und Holzhinweisschilder kümmern.

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Für diese Projekte sammelt „Hilfe im Advent“ im Lauenburgischen

Bislang haben sich fünf Projekte aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg um Spenden aus der Aktion „Hilfe im Advent“ beworben:

Doris und Michael Schmied sammeln seit Jahren auf Schwarzenbeks Wochenmarkt, um Bedürftigen ein Weihnachtsgeschenk zu spendieren. Jetzt sammeln LN-Leser mit.

Die Bürgerstiftung Ratzeburg will ein Repair-Café eröffnen, das auch ein Treffpunkt im Stadtteil werden soll. Hier fehlen Werkzeug und Ausstattung.

Beate Stendell-Gerken leitet die KIBIS-Selbsthilfegruppe „Gemeinsam wandern – raus aus der Einsamkeit – für ein seelisches Gleichgewicht“ und kann für Fahrten eine Finanzspritze gebrauchen.

Der Verein Frauen helfen Frauen Sandesneben und Umgebung braucht noch Geld, um einen Selbstbehauptungsworkshop zu finanzieren, der Kinder und Jugendliche dazu befähigt, selbstsicher NEIN zu sagen und Selbstverteidigungstricks zu lernen.

Kai Losigkeit möchte im Frühjahr im Möllner Don Bosco-Haus das Projekt „Café Paradiso mit Livemusik“ veranstalten, um den Bewohnern ein Gemeinschaftserlebnis zu spendieren. Für die Gagen der Bands braucht er Geld.

Hinzu kam das Dialogprojekt „Warum allein?“ zum Thema Einsamkeit, das 2019 in den Stadtteilen durchgeführt wurde. Resultat der dortigen Diskussion war der Wunsch nach Einrichtung begegnungsfördernder Nachbarschaftshilfsprojekten. Auch das Thema „Nachhaltigkeit“ und „Ressourcenschonung“, das im Zentrum der Ratzeburger Jugendklimakonferenz stand, sorgte dafür, das Repair-Café-Projekt voranzutreiben.

Hier am alten Bauhof hatte die Zimmerei Lorenzen ihre Werkstatt. Da Siegfried Lorenzen in Kürze in Ruhestand geht, soll die etwa 100 Quadratmeter große Fläche angemietet werden.

Hier am alten Bauhof hatte die Zimmerei Lorenzen ihre Werkstatt. Da Siegfried Lorenzen in Kürze in Ruhestand geht, soll die etwa 100 Quadratmeter große Fläche angemietet werden.

Als nun Hauke Thomsen als Leiter der Fahrradwerkstatt und Initiator der Idee das Angebot erhielt, einen von der Stadt vermieteten Werkstattraum auf dem Gelände des alten Bauhofs am Pillauer Weg nachnutzen zu können, griff er sogleich zu. Unterstützt wird er dabei von Kim Langer.

Der ausgebildete Fahrradmechaniker und passionierte Bastler hatte selbst bis Anfang 2021 ein Fahrradgeschäft in der Herrenstraße betrieben, musste dieses coronabedingt aber wieder schließen. Zu Beginn des nächsten Jahres wird er zwar eine Anstellung in Lübeck antreten, doch hat er Thomsen bereits seine tatkräftige Unterstützung in der Leitung des Cafés zugesichert.

Unterstützt durch Bürgerstiftung

Das Repair-Café wird finanziell unterstützt von der Ratzeburger Bürgerstiftung. Mit ihrer Hilfe, weiteren Spendern und eventuell auch durch Crowdfunding sollen die anfallenden Fixkosten der Werkstatt (Miete, Nebenkosten) gedeckt werden.

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Infos und Kontakte

Wer die Idee des Repair-Cafés unterstützen will, kann sich an die Bürgerstiftung Ratzeburg wenden. Kontakt: Große Kreuzstraße 7, 23 909 Ratzeburg, Tel. 045 41/80 88 68, Fax 045 41/80 88 96, E-Mail: info@buergerstiftung-ratzeburg.de.

Informationen über die Werkstatt und deren Öffnungszeiten gibt es bei Hauke Thomsen, Tel. 0152/040 432 80, oder Kim Langer, Tel. 0176/776 556 65.

Das Repair-Café selbst wird als Netzwerk betrieben und ist offen für alle Personen, die bereit sind, sich mit ihren Fähigkeiten und gegebenenfalls auch mit ihrem Werkzeug einzubringen. Langer: „Ich habe beispielsweise meinen zweiten Satz Werkzeuge bereits hier in der Werkstatt abgelegt.“

Als Multiplikator soll der Seniorenbeirat eingebunden werden, um gerade ältere Menschen, die oft über weitreichende Fähigkeiten verfügen, ansprechen zu können. Diese Klientel soll andererseits auch wieder selbst daraus Nutzen ziehen. Langer: „Gerade habe ich einer älteren Frau geholfen, deren Elektromobil defekt war. Mehrere Firmen meinten, es handele sich um einen Totalschaden, sie solle ich lieber ein neues E-Mobil kaufen – für rund 3000 Euro. Ich habe ein bisschen gesucht und dann unter einer Abdeckung den Fehler gefunden: ein durchgebrochenes Kabel. Das war in zwölf Minuten repariert!“

So können Sie helfen

Die LN-Leser-Aktion „Hilfe im Advent“ macht sich in diesem Jahr für ehrenamtliche Projekte stark, die sich für das Miteinander einsetzen. Die Spendensammlung der Lübecker Nachrichten und der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg findet unter dem Motto „Gemeinsam gegen einsam“ statt.

Mit Hilfe der Lübecker Freiwilligenagentur ePunkt stellen wir Ideen und Projekte vor, die sich uneigennützig im Verein, in der Nachbarschaft oder in anderen Bereichen dafür stark machen, dass sich einsame Menschen nicht mehr isoliert fühlen und wieder Freude am Dasein haben. Der ePunkt sammelt die Spenden der LN-Leser und gibt sie dann an die Ehrenamtlichen weiter.

Der ePunkt ist eine Freiwilligenagentur und setzt sich für soziales Engagement ein.

Der Verein hat seinen Sitz in der Hüxtertorallee 7 in 23564 Lübeck, Telefon 04 51/ 305 04 05. Der ePunkt ist unter der E-Mail info@epunkt-luebeck.de zu erreichen.

Das Spendenkonto:

KreissparkasseHerzogtum Lauenburg

Kontoinhaber: ePunkt e. V. Lauenburg

IBAN:

DE22 2305 2750 0081 7742 00

BIC:

NOLADE 2 1 RZB

Verwendungszweck:

„Spende: Hilfe im Advent“

Der aktuelle Spendenstand:

10Euro

Falls Sie eine Spendenbescheinigung wünschen, geben Sie bitte Name und Adresse bei der Überweisung an. Bei Spenden bis 200 Euro reicht der Überweisungsbeleg als Bescheinigung.

Das ist ein sehr gutes Beispiel für die Sinnhaftigkeit dieses Projekts: Statt das kaputte Gerät wegzuwerfen und ein neues zu kaufen, konnte Langer es im Sinne der Nachhaltigkeit mit einfachen Mitteln und geringem Aufwand reparieren. Ganz zur Freude der Dame, die um eine teure Ausgabe herumkam und sicherlich noch eine nette Unterhaltung bei Kaffee und Plätzchen genoss.

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Von Joachim Strunk

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