Kinderschutzbund

Integrationsangebot in Lauenburg auch für ukrainische Mütter

Integrationskurs des Kinderschutzbundes in Lauenburg mit Einrichtungsleiterin Sabine Vogel, Gustaf Dreier, Vorsitzender Kinderschutzbund, Kursleiterin Silvia Nierath (stehend von links) und Teilnehmerinnen.

Integrationskurs des Kinderschutzbundes in Lauenburg mit Einrichtungsleiterin Sabine Vogel, Gustaf Dreier, Vorsitzender Kinderschutzbund, Kursleiterin Silvia Nierath (stehend von links) und Teilnehmerinnen.

Lauenburg/Ratzeburg. Deutsche Sprache und Kultur kennenlernen, während die kleinen Kinder betreut werden. In Lauenburg ist ein gemeinschaftliches Projekt sehr erfolgreich. Der Kinderschutzbund hat das mit möglich gemacht.

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Gustaf Dreier ist seit Oktober neuer Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes Kreisverband Herzogtum Lauenburg (DKSB) in Ratzeburg. Zur Einarbeitung gehören für Dreier auch Besuche der verschiedenen Kurse des DKSB, die an verschiedenen Orten im Kreis angeboten werden. In Lauenburg, im offenen Treffpunkt Moorring (ToM), läuft noch bis zum Jahresende der Integrationskurs „Integration und Verständnis fördern durch gemeinsame Sprache und Kulturverständnis“. Es ist bereits das dritte Kursangebot, das der Kinderschutzbund hier anbietet. Menschen aus dem Irak, Syrien, Afghanistan, Tunesien und Palästina nehmen daran teil und seit diesem Frühjahr auch Menschen aus der Ukraine.

Vorbereitung für Zertifizierungskurse

Männer und Frauen sind dabei, um erste Deutschkenntnisse zu erwerben, sich auf die Deutschkurse mit den sich anschließenden Zertifizierungen vorzubereiten und zu erleben, was zur deutschen Kultur gehört. Durch das Angebot des Kinderschutzbundes ist auch Müttern die Teilnahme möglich, da der Kinderschutzbund die gleichzeitige Kinderbetreuung organisiert hat.

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In entspannter Atmosphäre werden deutsche Vokabeln und Redewendungen erlernt.

In entspannter Atmosphäre werden deutsche Vokabeln und Redewendungen erlernt.

Angefangen hat der DKSB hier mit einer Förderung durch den Bundesverband, heute wird das Projekt vom Treffpunkt ToM und der Partnerschaft für Demokratie Stadt Lauenburg – Ämter Büchen und Lütau aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ mitgetragen. Bis zu 20 Teilnehmende nehmen an den wöchentlichen Treffen teil, bis zu fünf Kinder sind dann für mehrere Stunden in der Betreuung.

„Die Menschen aus der Ukraine, die nach Kriegsbeginn von dort hierherkamen, wurden zunächst in einem eigenen Kurs gemeinsam betreut“, berichtet DKSB-Kursleiterin Silvia Nierath. Seit dem Sommer sitzen nun alle gemeinsam vor ihren Übungsheften, um schnell die deutsche Sprache zu lernen.

Kultureller Austausch

„Es gibt immer einen Zugewinn im Miteinander“, hat ToM-Einrichtungsleiterin Sabine Vogel festgestellt. Die fremdsprachigen Frauen seien sehr daran interessiert, was es in den Kursen zu erlernen gibt; einige sind seit drei Jahren in verschiedenen Projekten dabei. „Es war für alle eine Bereicherung, dass jetzt auch Menschen aus der Ukraine dabei sind. Das hat den kulturellen Austausch weiter vorangetrieben und man spürt die große Bereitschaft, etwas zu lernen“, so Sabine Vogel. Und wie zur Bestätigung ruft eine Teilnehmerin „wir wollen alle die deutsche Sprache lernen!“ dem neuen Vorsitzenden Gustaf Dreier zu.

Dass der Integrationskurs im ToM stattfinden könne, sei ein großer Vorteil, sind sich die Verantwortlichen einig. „Hier wird Integration wirklich gelebt“, sagt Silvia Nierath. Und Sabine Vogel bestätigt, dass es viele Begegnungen mit Deutschen im Anschluss an die Kurse gibt. „Viele bleiben auch nach ihrem Kurstag im ToM, weil sie sich hier einfach wohlfühlen und wir eine offene Begegnungsstätte sind“, sagt die Einrichtungsleiterin.

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Info und Kontakt

Wer mehr über die Arbeit des Kinderschutzbundes Herzogtum Lauenburg erfahren möchte, findet auf der Seite kinderschutzbund-hzgt-lbg.de viele Informationen. Wer direkt unterstützen möchte – Spenden sind willkommen: Kinderschutzbund, IBAN DE30230527500000969176 bei der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg. Und auch eine Mitgliedschaft könnte eine Geschenkidee zu Weihnachten sein.

„In den Kursen und danach wird über das gesprochen, was wie in Deutschland zu machen ist, welche Gepflogenheiten und Feste es gibt und was die Menschen in Deutschland bewegt“, weiß Kursleiterin Nierath. Und dieser Austausch sei wichtig, ist Gustaf Dreier überzeugt.

Kaum Kenntnisse über deutsches Bildungssystem

Auch aus seinem Berufsleben als ehemaliger Schulrat in Lübeck hat er die Erfahrung gesammelt, dass Menschen aus arabischen Ländern oft nur sehr wenig über unser Bildungssystem wüssten. „Diese Integrationskurse dienen auch dazu, Möglichkeiten von Berufsausbildung und dem Angebot von Berufsschulen zu vermitteln“, sagt Dreier.

Damit die Arbeit des Kinderschutzbundes mit den Integrationskursen bei gleichzeitiger Kinderbetreuung auch im nächsten Jahr fortgesetzt werden kann, müssen in wenigen Wochen neue Förderanträge gestellt werden, da die Projekte immer nur für ein Kalenderjahr gefördert werden.

Von Thomas Biller

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