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Mölln

Versammlung der starken (Land-)Frauen

Der Vorstand der Kreislandfrauen, von links: Maike Lange, Claudia Steffen, Ilona Schütt, Wanda Schmidt-Bohlens, Anne Schmaljohann, Susanne Uhrbrook,  Nadja Koop. Als Gast und Hauptrednerin des Tages ergänzt Claudia Jürgens vom Landesverband das Foto (2.v.r.).

Der Vorstand der Kreislandfrauen, von links: Maike Lange, Claudia Steffen, Ilona Schütt, Wanda Schmidt-Bohlens, Anne Schmaljohann, Susanne Uhrbrook, Nadja Koop. Als Gast und Hauptrednerin des Tages ergänzt Claudia Jürgens vom Landesverband das Foto (2.v.r.).

Mölln.So veel starke Fruungslüüd, da ward mi ganz bang... So begann Kreispräsident Meinhard Füllner sein Grußwort zum Kreislandfrauentag 2018. Es mag ein Körnchen Wahrheit in diesem launigen Einstieg enthalten gewesen sein – Männer waren am Sonnabend eindeutig in der Unterzahl. Immerhin: Kreisvorsitzende Anne Schmaljohann konnte Klaus Schlie, den Präsidenten des Schleswig-Holsteinischen Landtages, Möllns Bürgermeister Jan Wiegels, Hans-Peter Grell, den Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes, und eben Füllner begrüßen. Die Alibi-Männer waren also dabei, und offenkundig gern gesehene Gäste.

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Der guten Ordnung sei an dieser Stelle vermerkt, dass auch die Musik vom starken Geschlecht beigesteuert wurde. Für den guten Ton – sonst auch gern Domäne der Frauen – sorgte das Trio Saitenbalg. Jörg Geschke, Gitarre, Lorenz Stellmacher, Akkordeon, und Uwe Thomsen, Geige, sind in der Region gut bekannt. Die Lieder, die sie zum Besten gaben, kamen bei den Landfrauen gut an, klar, und mal wurde sogar mitgesungen – aber davon später.

Die Vizepräsidentin zu Gast

Zuerst also gab es, so ist es nun einmal, das gesprochene Wort. Anne Schmaljohann begrüßte die Hauptpersonen des Tages, ihre Landfrauen nämlich, die so zahlreich erschienen waren, dass der Saal des Möllner Quellenhofes an die Grenzen seiner Kapazität stieß. Und sie begrüßte Claudia Jürgens, die Vizepräsidentin des Landesverbandes, als Hauptrednerin.

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Anne Schmaljohann, Vorsitzende der Kreislandfrauen, bei der Begrüßung im Saal des Möllner Quellenhofes.

Anne Schmaljohann, Vorsitzende der Kreislandfrauen, bei der Begrüßung im Saal des Möllner Quellenhofes.

Die zeigte sich ähnlich gut aufgelegt wie Kreispräsident Füllner, denn sie begann ihre Rede mit dem Eingeständnis, sie freue sich, dass die geplante Hauptrednerin abgesagt habe. Denn so könne sie hier und heute dabei sein, was die Kreislandfrauen gern hörten und mit Applaus quittierten.

Loblied der Landfrauen

Erwartungsgemäß sang Jürgens das Loblied der Landfrauen. Feststellungen wie, dass die Landfrauenverbände der größte Bildungsträger für Frauen im ländlichen Raum sei, ergänzte sie mit Zitaten und Zahlen. Mit Blick auf den Landeslandfrauentag in Neumünster, bei dem die Kreislandfrauen in diesem Jahr nicht nur Aussteller waren, sondern auch für das Rahmenprogramm gesorgt hatten, sagte sie: „Ich sage nur: 1800. Das war 1800 Mal Engagement für den ländlichen Raum!“ Lob, das den Damen runter ging wie Öl.

Und noch eine Zahl habe sie in petto, fuhr Jürgens fort. „Meine Lieblingszahl. Wissen Sie, was meine Lieblingszahl ist?“ Ratlos-gespannte Gesichter im Saal. „Das ist die 30000. Und ich sage Ihnen auch, warum. 30000 Frauen sind bei den Landfrauen in Schleswig-Holsten engagiert.“ Eine beeindruckende Zahl, „und deswegen sind wir auch überall gern gesehener Gast und darüber hinaus ein guter Multiplikator!“

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Frauen für die Politik stärken

Für manche – und vielleicht auch manchen – im Saal, nahm Jürgens die Kurve in Richtung Politik. Die Landfrauen, sagte sie, seien die Interessenvertretung für die Frauen im ländlichen Raum. „Und wir wollen Frauen für die Übernahme eines politischen Amtes stärken!“ Eine kernige Aussage, die von den Landfrauen sofort mit kräftigem Applaus honoriert wurde.

„Frauen stellen 50 Prozent der Gesellschaft. Da müssen wir uns doch auch zu 50 Prozent an den Entscheidungen beteiligen!“ Erneut kräftiger Beifall, was die Rednerin freute, die mit Blick auf Klaus Schlie feststellte: „Auch der Chef hat geklatscht.“ Und weil sie gerade so schön in Schwung war, gab es eine Animationseinlage. „Jetzt heben Sie mal alle die rechte Hand.“ Brav hoben die Frauen die rechte Hand. „Und jetzt klopfen Sie sich auf die linke Schulter. Das haben Sie verdient! Und das machen wir alle viel zu selten!“

Soziale Kompetenz und Empathie

Die Idee, Frauen für die Politik zu werben, griff Füllner in seiner Rede auf. Frauen sei gar nicht bewusst, wie viel Macht sie haben, stellte er völlig richtig fest. „Wir brauchen Frauen“, betonte der Kreispräsident, „nicht nur für die kalte politische Arbeit, sondern ihre soziale Kompetenz und Empathie.“

Nach den Reden stellten sich die neu gegründeten Jungen Landfrauen vor. Ihr Engagement und ihr Wille, die Ideen, Netzwerke und Möglichkeiten der Landfrauen noch attraktiver für junge Frauen zu machen, stieß auf großes Interesse und Begeisterung.

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Generationen-Frühstück der Jungen Landfrauen

Landfrauen: Können mehr, sind anders, sind spannend und modern. Die neugegründeten Jungen Landfrauen wollen – der Name sagt es – junge Frauen ansprechen und ermutigen, eine engagierte Landfrau zu werden. Wer sich informieren möchte, kann das über die Website tun.

Wer einfach mal schauen möchte, hat dazu am kommenden Sonntag Gelegenheit. Die Jungen Landfrauen laden ein zum Generationen-Frühstück im „Hokus Koop Huus“ (Dwerlande 15, 23898 Lüchow). Statt eines Kostenbeitrages trägt jeder etwas zum Buffet bei (bitte bei Anmeldung – bis morgen – mitteilen).

Info und Anmeldung

Und dann: Dann gab es das Frühstück und noch einmal Musik von Saitenbalg. Und Saitenbalg wäre nicht Saitenbalg, wären die Männer nicht auf Zack und flugs in der Lage, Stimmung und Themen ihrer Zuhörerinnen aufzugreifen. War da von Politik die Rede gewesen? Na, da kann man doch mal schnell „Die Gedanken sind frei“ spielen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Da sangen die Landfrauen mit... So schön war der Kreislandfrauentag 2018.

Alles rund um die Landfrauen im Kreis Herzogtum Lauenburg

Dorothea Baumm

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