Angeln

Deutsche sind Weltmeister im Brandungsangeln

Die Weltmeister im Brandungsangeln Uwe Heimes (55) und Danny Hrubesch (42) präsentieren stolz ihre Goldmedaillen, die sie zusammen mit dem Deutschen Nationalkader bei der Weltmeisterschaft in Südafrika gewannen.

Die Weltmeister im Brandungsangeln Uwe Heimes (55) und Danny Hrubesch (42) präsentieren stolz ihre Goldmedaillen, die sie zusammen mit dem Deutschen Nationalkader bei der Weltmeisterschaft in Südafrika gewannen.

Travemünde. Kalter Wind und raue Wellen schlagen Uwe Heimes (55) aus Lübeck und Danny Hrubesch (42) aus Neumünster entgegen, als sie ihre Angeln am Brodtener Ufer vor Travemünde in die Ostsee auswerfen. An das Winterwetter müssen sich die zwei Angler erst wieder gewöhnen, denn sie kamen erst vor knapp einer Woche aus dem heißen Südafrika zurück, wo sie zusammen mit dem Deutschen Nationalkader die Goldmedaille im Brandungsangeln holten. Vom 9. bis 14. Februar traten sie bei den Weltangelspielen in der noch jungen Tandem-Disziplin an und behaupteten sich gegen 25 andere Angel-Paare aus neun Nationen. Vor zwei Jahren wurde das Tandem-Brandungsangeln erstmalig als WM-Disziplin aufgenommen. „Als die Vorentscheide dafür liefen, haben wir uns dazu entschlossen, gemeinsam anzutreten“, berichtet Danny Hrubesch. „Zusammen macht es einfach mehr Spaß. Man hat jemanden zum Lachen und zum Quatschen.“ Danny Hrubesch bekam das Talent zum Angeln bereits von seinem Vater Horst Hrubesch in die Wiege gelegt. Das „Kopfballungeheuer“ war nämlich nicht nur Profi-Fußballer und Trainer der Deutschen U 21-und der Frauen-Nationalmannschaft, sondern ist auch Angel-Experte.

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Teamgeist war der Schlüssel zum Erfolg

Danny Hrubesch und sein Kollege Uwe Heimes sind schon seit über 20 Jahren leidenschaftliche Angler. Von September bis Mai fahren sie fast jedes Wochenende an die deutsche Küste, egal ob Nord- oder Ostsee. Im Sommer fahren sie auch gern mal mit dem Boot aufs Meer hinaus. Vor vier Jahren lernten sich die zwei im Angelteam des Sportausstatters Dega kennen. Als Tandem nahmen sie bereits 2018 an der Angel-WM in Spanien teil und belegten mit ihrem Team den vorletzten Platz. Nun kamen sie mit Gold nach Hause. „Der Schlüssel zum Erfolg war unser Teamgeist“, sagt Danny Hrubesch und meint damit den Zusammenhalt des gesamten Nationalkaders, der aus insgesamt drei Tandem-Teams besteht. „Hätten wir nicht alle Hand in Hand gearbeitet, wäre der Sieg nie zustande gekommen. Schon nach drei Tagen konnte uns keiner mehr den Titel nehmen.“

Brandungsangeln

Beim Brandungsangeln werden Fische in Küsten- oder Brandungsnähe gefangen, zum Beispiel Dorsche und Plattfische. Die Angler stehen am Strand oder im flachen Wasser. In der Tandem-Disziplin des Brandungsangelns bei der WM startet jede Nation in drei Sektoren mit jeweils einem Angler-Paar. Für die Größe der gefangenen Fische gibt es Punkte. Die Punkte der drei Tandems einer Nation werden summiert. Die Mannschaft, die die beste Punktzahl erreicht, gewinnt. Zudem hat jedes Tandem die Chance auf einen Einzelsieg. Diesen holten in Südafrika die deutschen Mitstreiter Sebastian Lucklum und Fabian Frenzel, so dass Deutschland sogar Doppel-Gold gewann.

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Südafrika brachte Herausforderungen

Der Erfolg gelang, obwohl sich den deutschen Anglern einige Herausforderungen stellten. „Wir mussten eine unbekannte Hakenform nutzen, die an die lokalen Fischarten angepasst ist“, erklärt Danny Hrubesch. „Das war gewöhnungsbedürftig, aber wir sind schnell damit zurechtgekommen.“ Problematischer seien die Köder gewesen, die aus gefrorenem Fisch anstatt aus Würmern bestanden. „Außerdem sind die Fische dort viel größer und schwerer. Man muss ganz anders agieren“, berichtet Uwe Heimes. Bis zu einem Meter große Gitarrenhaie und Rochen holten er und Danny Hrubesch bei der WM aus dem Wasser. Jeder Fang wurde vermessen und lebend zurück ins Meer gelassen.

WM-Titel seit über 20 Jahren wieder in Deutschland

Das gesamte Team hatte vor Beginn der WM eine Woche Trainingszeit, um sich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen. „Wir haben alles gemeinsam gemacht, jeder hat für jeden gearbeitet“, so Uwe Heimes. Zeit für andere Aktivitäten blieb in Südafrika kaum. Bedauern tun die Angler dies aber nicht. Heimes erklärt stolz: „Wir haben unseren Schwerpunkt auf die Angelei gelegt, denn wir hatten ein klares Ziel vor Augen, nämlich den WM-Titel im Brandungsangeln nach über 20 Jahren mal wieder nach Deutschland zu bringen.“ Dass sie das geschafft haben, könnten sie noch immer nicht ganz realisieren, doch der Stolz über den Sieg steht Danny Hrubesch und Uwe Heimes deutlich ins Gesicht geschrieben. Nächstes Jahr werden sie ihren Titel in Portugal verteidigen.

Rabea Osol

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