Technische Hochschule

Juniorcampus: 250 Quadratmeter für kleine Entdecker

Die Klasse 2c der Stecknitz-Schule ist spielerisch naturwissenschaftlichen Phänomenen auf der Spur. Dozentin Anja Huttunen unterstützt.

Die Klasse 2c der Stecknitz-Schule ist spielerisch naturwissenschaftlichen Phänomenen auf der Spur. Dozentin Anja Huttunen unterstützt.

Lübeck. Dozentin Anja Huttunen hat eine kleine Windmaschine in den Seminarraum gestellt, und Lucy, Lasse, Max und Maja lassen im Luftstrom ordentlich ihre Haare fliegen. Es geht um das Thema Luft. „Ist Luft etwa nur zum Atmen da?“, ist dieser Kurs überschrieben – mitnichten, wie es die 26 Schülerinnen und Schüler der Klasse 2c der Stecknitz-Schule aus Berkenthin an diesem Vormittag auf dem TH-Campus erfahren werden. „Mit unseren Angeboten setzen wir uns für die Förderung im Bereich von Naturwissenschaften, Technik und Medizin ein“, formuliert Janina Mahncke. „Und es gilt so früh wie möglich, das Interesse bei Kindern und Jugendlichen an diesen Themenbereichen zu wecken.“

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Im Jahr 2006 ging es los

Mahncke gehörte schon 2006 zum Gründerteam des Juniorcampus der damaligen Fachhochschule, als FH-Professor Hans-Dieter Reusch eine kleine Gruppe engagierter Freiwilliger für diese Art Mint-Mission um sich geschart hatte. „Schon damals, aber spätestens zwei, drei Jahre später bei steigenden Buchungszahlen haben wir mit einem eigenen Gebäude geliebäugelt“, so die studierte Diplom-Kauffrau. Dass sie jetzt zusammen mit TH-Professor Jürgen Tchorz, der Reusch nachfolgte, und dem etwa zehnköpfigem Juniorcampus-Team über einen eigenen, ebenerdigen Modulbau verfügen kann, scheint ihr noch ein wenig wie im Traum zu sein. „Jetzt haben wir endlich auch ein Gesicht“, freut sie sich.

Das neue Zuhause des Juniorcampus.

Das neue Zuhause des Juniorcampus.

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Doch sie gesteht offen: „Es ist schon ein schöner, aber immens wichtiger Luxus für eine Technische Hochschule, so etwas wie den Juniorcampus hier in Lübeck anbieten zu können. Schließlich ist es ja nicht unsere originäre Aufgabe, Kindergarten- und Grundschulkinder für die Naturwissenschaften zu begeistern.“ Schülerlabore für Oberstufenschüler gehörten schon zu Hochschulen dazu, „aber alles darunter ist nicht unbedingt ein vorrangiger Bildungsauftrag unserer Institutionsform“, merkt die Projektkoordinatorin an.

Neuer Teilnehmer-Rekord in Sicht

Doch die weiter steigende Nachfrage bestätigt das Konzept, das selbst schon vom schleswig-holsteinischen Wissenschaftsministerium geadelt wurde. „Wir haben bis zum Sommer allein 160 Veranstaltungstermine im Kita- und Grundschulbereich herausgegeben, und wir fangen jetzt an, noch Kurstermine in unseren Campuslaboren für Sekundarstufe I und II zu verteilen“, erläutert Janina Mahncke. Entsprechend werde ein neuer Rekord aufgestellt – „6500 bis 7000 Besucherinnen und Besucher hatten wir bisher so pro Jahr; für 2019 gehen wir aufgrund der neuen Raumkapazitäten von einer Teilnehmerzahl von 8000 bis 8500 aus.“

Nena Clausen (l.) und Janina Mahncke sortieren die Kursmaterialien im neuen Lagerraum.

Nena Clausen (l.) und Janina Mahncke sortieren die Kursmaterialien im neuen Lagerraum.

Zwei Seminar- beziehungsweise Veranstaltungsräume, zwei Lagerräume, zwei Büros plus Küche und Sanitär verteilen sich nun in dem neuen Zuhause des Juniorcampus auf gut 250 Quadratmetern. Der Modulbau sei ein Geschenk des Finanz- und Wissenschaftsministeriums in Kiel, heißt es dazu aus der TH-Bauabteilung. Dazu kommt noch die finanzielle Unterstützung der langjährigen Förderer Possehl-, Sparkassen- und Wessel-Stiftung über zusammen knapp eine halbe Million Euro, die für Umbau, Endausbau, Akustik und Ausstattung geflossen sind. Die offizielle Einweihung des Gebäudes ist nun für Mitte bis Ende April geplant.

250 Quadratmeter groß ist der Modulbau

Klassenlehrerin Tanja Paetau-Schwarz und ihre 2c sind jedenfalls begeistert. „Dieses kostenlose Angebot ist wirklich toll für uns, und wir nehmen das jetzt Stück für Stück mit allen Klassen unserer gesamten Grundschule wahr“, freut sich die Pädagogin.

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Der TH-Juniorcampus

Fragen, Forschen und Begreifen – unter diesem Motto stehen die Angebote des Juniorcampus der Technischen Hochschule Lübeck. Dabei sollen bereits Vorschul- und Grundschulkinder für die Welt der Naturwissenschaften, der Technik und der Medizin begeistert werden.

Zudem gibt es noch Experimentierangebote für Sekundarstufe I-Schülerinnen und Schüler, also fünfter bis neunter Jahrgang, sowie Schülerlabore für die Oberstufe. „Und bei dieser Nachwuchsförderung engagieren sich Dozenten aus allen vier Fachbereichen unserer TH“, sagt Projektkoordinatorin Janina Mahncke – von Statik über Energie bis hin zu Mechanik und Wirtschaftswissenschaften. „Wir wollen einfach zeigen, wie spannend die Mint-Fächer sind“, fasst sie zusammen (weitere Info: www.th-luebeck.de/junior-campus/).

Michael Hollinde

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