Feuerwehr

Feuer in der Lübecker Clemensstraße: Partygäste behindern Einsatzkräfte

Die Partygäste der Clemensstraße erschwerten den Einsatzkräften der Feuerwehr die Löscharbeiten. Die Polizei räumte die Partymeile.

Die Partygäste der Clemensstraße erschwerten den Einsatzkräften der Feuerwehr die Löscharbeiten. Die Polizei räumte die Partymeile.

Innenstadt. Die Clemensstraße ist vermutlich die bekannteste Partymeile in der Lübecker Innenstadt. Doch am vergangenen Wochenende gingen die meisten Partygäste nicht in heiterer Feierlaune nach Hause. Der Grund: In der Nacht von Sonnabend, 2. Juli, auf Sonntag, 3. Juli, brach in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses ein Feuer aus. Für einen 39-jährigen Lübecker endete dieser Brand tödlich, zwei weitere Anwohner mussten mit einer Rauchvergiftung in ein Krankenhaus.

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Gegen 3 Uhr legten rund 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr mit den Löscharbeiten los. Trotz dieses Großaufgebots konnten die Feuerwehrmänner nicht wie gewollt zum brennenden Mehrfamilienhaus vordringen, da etliche Partygäste den Weg versperrten.

Partygäste behindern die Einsatzkräfte

Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, sei die beliebte Straße mit ihren vielen Kneipen noch gut besucht gewesen. „Es war trotz Blaulicht und Sirene nicht ganz einfach, zum Einsatzort zu kommen“, erklärt ein Einsatzleiter der Feuerwehr. Aus diesem Grund rückten auch Polizeibeamte mit vier Streifenwagen an, um den Weg für die Feuerwehr freizumachen, denn von allein sollen die schaulustigen Partygäste nicht ausreichend Platz gemacht haben. „Bis die Straße leer war, hat es schon ein bisschen gedauert“, sagt Polizeisprecher Maik Seidel. „Immer wieder stellten sich Unbeteiligte in den Weg oder verließen auch nach Aufforderung nicht den Bereich.“

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24-Jähriger Lübecker wird in Gewahrsam genommen

Ein 24-jähriger Lübecker sorgte für besonders viel Ärger, indem er die Aufforderungen der Polizei missachtete. „Der Lübecker beleidigte und provozierte fortwährend die Kräfte der Feuerwehr und hinderte sie an ihrer Arbeit“, sagt Seidel. Zudem habe er eine Polizistin angegriffen. Trotz Platzverweis blieb der 24-Jährige weiterhin in der Clemensstraße und behinderte die Einsatzkräfte. Deshalb nahm ihn die Polizei in Gewahrsam. Womöglich war die starke Alkoholisierung ein Grund für sein Fehlverhalten: Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,95 Promille, weshalb man ihm eine Blutprobe entnahm. Jetzt ermittelt die Polizei wegen des Verdachts des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und wegen Beleidigung.

Die Brandursache: Essen auf dem Herd vergessen

Mittlerweile herrscht mehr Klarheit über die Brandursache: „Gegenüber den Einsatzkräften der Feuerwehr haben die Anwohner bereits vermutet, dass sich ein Hausbewohner etwas zu essen machen wollte und vermutlich dabei eingeschlafen ist“, teilt Feuerwehr-Einsatzleiter Marco Lehring am Montag mit. Die Vermutungen der Anwohner konnten bestätigt werden. „Ausgebrochen war das Feuer in der Küche. Offenbar hatte der 39-jährige Wohnungsnehmer sein Essen auf dem Herd vergessen“, sagt Seidel. Für ihn kam jede Hilfe zu spät, er konnte nur noch tot aus seiner Wohnung geborgen werden.

Keine weiteren Todesfälle

Die meisten Bewohner haben sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Beim Erkunden und Sichern des Gebäudes gelang es den Einsatzkräften der Feuerwehr, vier Personen aus den oberen Stockwerken zu retten. Sogar eine Katze wurde in Sicherheit gebracht. Zwei Bewohner aus der dritten Etage mussten mit einer Rauchvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden. Laut Seidel sei der Krankenhausaufenthalt erfreulicherweise nur sehr kurz gewesen: „Die betroffenen Personen mussten nicht zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben und wurden schnell entlassen.“

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Die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest

Auf LN-Anfrage konnte die Polizei noch keine Aussage über die Höhe des verursachten Sachschadens machen. Allerdings sind die Auswirkungen des Brandes bereits an der Außenfassade des Hauses zu erkennen – dort umrahmt schwarzer Ruß das Fenster der Brandwohnung. Laut Seidel ist diese Wohnung zunächst als Tatort beschlagnahmt worden. „Wegen der Rauch- und Rußanhaftungen ist die Wohnung momentan nicht bewohnbar.“ Die Bewohner der umliegenden Wohnung haben allerdings Glück gehabt. „Die anderen Wohnungen sind bewohnbar“, sagt Seidel. Demnach konnten bereits alle Hausbewohner zurück in die eigenen vier Wände.

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