Innenstadt

Lübecker „Initiative Stolpersteine“ präsentiert ihr Jahresprogramm

Vor dem ehemaligen Gestapo-Gefängnis (von hinten): Dr. Bettina Greiner und Alica Kau (Willy-Brandt-Haus), Christian Radler (Initiative Stolpersteine für Lübeck), Ilhan Isözen (Haus der Kulturen), Heidemarie Kugler-Weiemann, Annett Schroeder und Dr. Wolfgang Muth (Initiative Stolpersteine).

Vor dem ehemaligen Gestapo-Gefängnis (von hinten): Dr. Bettina Greiner und Alica Kau (Willy-Brandt-Haus), Christian Radler (Initiative Stolpersteine für Lübeck), Ilhan Isözen (Haus der Kulturen), Heidemarie Kugler-Weiemann, Annett Schroeder und Dr. Wolfgang Muth (Initiative Stolpersteine).

Innenstadt. Direkt neben dem Dom, im Keller des Zeughauses, wurden in der NS-Zeit politische Gefangene festgehalten, geschlagen, zum Tod verurteilt. Das Gestapo-Gefängnis war ein dunkler Ort. „Kaum einer weiß, was dort passiert ist“, sagt Ilhan Isözen vom Haus der Kulturen. „Deshalb werden wir diesen Ort sichtbar machen.“

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Die „Initiative Stolpersteine“ präsentiert mit dem CSD und dem Willy-Brandt-Haus als Kooperationspartnern ihr Jahresprogramm „Zerstörte Vielfalt“. Höhepunkt ist die Eröffnung des „Gedenkortes Gestapozellen“ am 27. März. Unter anderem werden an diesem Tag Ausschnitte aus einem Film gezeigt, den Linde Fröhlich 1985 gedreht hat.

In dem Film geht es um ehemalige Gefangene wie Edmund Fülscher, ein junger Kommunist, der in der Lübecker Innenstadt antifaschistische Plakate geklebt hatte. 1935 wurde er verhaftet und im Zeughaus verhört. Fülscher blieb zehn Jahre in Gefangenschaft und schwieg danach lange über seine Erlebnisse. Erst in den 1980er Jahren erzählte er seine Geschichte in mehr als 200 kritisch-historischen Stadtrundgängen. Fülscher starb 2007, die Stadtrundgänge gibt es noch: Am 8. Mai führt der Historiker Dr. Wolfgang Muth zu Orten von Widerstand und Verfolgung.

Stationen der Rundgänge sind auch die Stolpersteine, die vor den Wohnhäusern von NS-Opfern an deren Schicksal erinnern. Am 20. Juni wird ein Stolperstein für die Gründer des Schuhhauses an der Ecke Sandstraße/ Kohlmarkt verlegt, das ihnen weggenommen und arisiert wurde. Als das Schuhhaus sein 75. Jubiläum feierte, wurde die Geschichte des Ortes mit keinem Wort erwähnt.

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Für Christian Radler ist das ein Beispiel dafür, dass „die Stadt eine Erinnerungskultur braucht“. Ein Beitrag dazu ist eine zweisprachige Lesung der Lyrikerin Lisel Müller, die als Kind aus Hamburg in die USA geflüchtet war. Sie findet am 17. März in der WortWerft statt, der Eintritt ist frei.

Das vollständige Programm mit vielen weiteren Veranstaltungen gibt es im Internet.

Friederike Grabitz

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