Geburtshilfe in Lübeck

Die große Baby-Bilder-Galerie: Geboren im Marien-Krankenhaus – LN-Leser erinnern sich

Kinder der Altstadt: 1963 kommt die Lübeckerin Nina Riedel im Marien-Krankenhaus zur Welt, wie 1941 ihre Mutter Edith (l.) und ihre Söhne in den Neunziger Jahren.

Kinder der Altstadt: 1963 kommt die Lübeckerin Nina Riedel im Marien-Krankenhaus zur Welt, wie 1941 ihre Mutter Edith (l.) und ihre Söhne in den Neunziger Jahren.

Lübeck. "Das Marien-Krankenhaus ist ein Stück Lübeck wie das Holstentor", sagt Daniel Jansen, der hier 1981 zur Welt kam. Viele Lübeckerinnen und Lübecker reagieren erbost auf die Pläne um die historische Einrichtung an der Parade: Nach derzeitigem Stand soll das katholische Krankenhaus noch im Jahr 2023 auf das Gelände des UKSH umziehen. Das haben Universitätsklinikum und das Erzbistum Hamburg am 19. Januar verkündet.

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Nicht nur unter den Angestellten löst das Empörung aus. Auch viele "Altstadt-Kinder", also solche, die im Marien-Krankenhaus geborgen worden sind, melden sich zu Wort. Genauso Eltern, die mit der beliebten Klinik gute Erinnerungen verbinden.

Frisch geschlüpfter Hanseat: Im Mai 1976 legt eine Krankenschwester des Marien-Krankenhauses ein Neugeborenes in ein Babybett.

Frisch geschlüpfter Hanseat: Im Mai 1976 legt eine Krankenschwester des Marien-Krankenhauses ein Neugeborenes in ein Babybett.

Eltern über das Marien-Krankenhaus: „Dieser Ort strahlt Wärme und Ruhe aus“

„Das Marien-Krankenhaus hat eine ganz besondere Atmosphäre, egal ob für Krankheit oder zur Geburt, es ist einfach der passende Ort“, sagen Christine und Timo Sievers, die bei der Geburt ihrer Kinder Phil und Eddi liebevoll betreut worden seien. „Dieser Ort strahlt eine Wärme und Ruhe aus und hat nicht den klassischen Krankenhauscharakter.“

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Eine Facebook-Nutzerin hat noch nach einem halben Jahrhundert ganz präzise Erinnerungen: „Ich habe im Juni 1970 meine Tochter im Marien-Krankenhaus bekommen. Ich kann mich noch erinnern, dass Schwester Irmgard mir um 18 Uhr einen Kaffee gekocht hat, damit ich wieder auf die Beine komme.“

Schwestern mit Geduld: „Ich habe dreimal in der Nacht nach ihnen gerufen“

Doch keineswegs begrenzt sich die von den Lübeckern oft gelobte Betreuung auf Koffeinzufuhr zu später Stunde. „Nach der Geburt unserer Tochter habe ich bestimmt dreimal nach den Schwestern geklingelt und mir wurde sofort geholfen“, erinnert sich Melanie Piekenbrock. „Es machte nichts, dass es immer wieder dasselbe Problem war.“

Frauenorden mit guter Küche: 135 Jahre Lübecker Geschichte

Die Traditionsklinik neben dem gelben Palais Rantzau wurde 1888 gegründet und lange Zeit von den "Grauen Schwestern" betrieben, einem katholischen Frauenorden. 2003 ging die letzte Ordensschwester in den Ruhestand. Auch von ihnen sind viele in Erinnerung geblieben.

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„Ich kann mich noch sehr gut an die gute Küche von Schwester Valeria und Schwester Ernestine erinnern“, sagt Monica Vollmert, die Anfang der Achtziger Jahre ein Praktikum im Marien-Krankenhaus absolviert hat.

Betreuung in der Not: Lübeckerinnen erhielten Beistand

Die letzte Geburtsstation der Lübecker Altstadt war trotz der vielen guten Erinnerungen, immer auch ein Ort schwerer Stunden. Eine Lübeckerin, die eine Totgeburt erlitt, denkt zurück: „Alle kümmerten sich sehr liebevoll um mich, waren rund um die Uhr da, setzten sich sogar einfach an mein Bett, weil ich nicht allein weinen wollte.“

Ein anderes Paar brachte einen Sohn mit Behinderung zur Welt: „Die empathische Betreuung durch das Team des Marien-Krankenhauses hat uns aufgefangen und einen großen Anteil daran, dass wir einen guten Start mit unserem behinderten Sohn hatten.“ Das „altehrwürdige Gebäude“ werde schweren Stunden und Glücksmomenten gleichermaßen gerecht.

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Auszug aus der Parade: Was bleibt vom Marien-Krankenhaus?

Die Institution Marien-Krankenhaus, solle bleiben, mitsamt aller Angestellten, hieß es am 19. Januar vonseiten der Betreiber. Nur der Ort würde wechseln. Für die Hebamme Ruth Saß ist das kein Trost. "Das Gebäude in der Parade ist der Körper und wir als Personal die Seele", sagt sie, die im Marien-Krankenhaus ihren Mann kennenlernte und 2022 selbst Mutter wurde. "Das eine wird ohne das andere nicht funktionieren." Diesen Eindruck teilen viele.

Von Timm Lewerenz

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