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Lübeck

Neuer Anstrich für alte Kräne

Sie sind stattliche Hafen-Wahrzeichen auf der Wallhalbinsel und historisch bedeutsam: Zwei Kräne werden für die Zukunft bewahrt.

Sie sind stattliche Hafen-Wahrzeichen auf der Wallhalbinsel und historisch bedeutsam: Zwei Kräne werden für die Zukunft bewahrt.

Innenstadt. Schwere Lasten werden sie niemals mehr heben müssen, aber sie bleiben wichtige Zeugnisse alter Hafenzeiten. Zwei alte Kräne auf der Nördlichen Wallhalbinsel werden fit gemacht für die Zukunft. „Der alte Zustand der Kräne wird bewahrt“, betont Alex Dezelske von der Hafenbehörde Lübeck Port Authority (LPA). Auch die Maschinen, im Original erhalten, werden nicht entfernt, auch wenn sie nie mehr angeworfen werden.

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„Der alte Zustand der Kräne wird mit der

Sanierung bewahrt.“Axel Dezelske, Lübeck Port Authority

Die beiden Kräne stehen an den Media Docks. Ein Gerüst kündet seit einigen Tagen vom Beginn der Sanierung. Der Kran Nr. 22 wurde bereits bis zur Spitze eingerüstet. Jetzt wird er gesäubert, entrostet und mit bis zu vier Anstrichen neu beschichtet. Die Endbeschichtung wird wie früher wieder „originalgrau“ sein, erklärt die LPA.

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Die Arbeiten an den unter Denkmalschutz stehenden Kränen, deren Verkehrssicherheit im Rahmen der Sanierung wieder hergestellt wird, werden in enger Abstimmung mit der Lübecker Denkmalpflege jeweils drei bis vier Monate dauern. Nach dem Abschluss der Sanierung des Krans Nr. 22 im Juni beginnt die Renovierung des benachbarten Krans Nr. 52. Sie wird bis Oktober andauern. Ausgeführt werden die Arbeiten von der Thüringer Spezialfirma Bennert aus Klettbach bei Erfurt.

Beide Kräne wurden von der Firma Kampnagel gebaut. Sie stehen seit 2012 unter Denkmalschutz. Der derzeit eingerüstete Kran Nr. 22 stammt aus dem Jahr 1953 und hat eine Tragkraft von drei Tonnen.

Kran Nr. 52 thront seit 1967 auf der Wallhalbinsel; er war mit 15 Tonnen Tragkraft deutlich kräftiger.

Nach den Sanierungsarbeiten will die Lübecker Port Authority eine Infotafel aufstellen, an der sich Besucher der Nördlichen Wallhalbinsel über die Hafen-Historie informieren können. Denn bis vor nicht allzu langer Zeit gab es auf der Wallhalbinsel noch einen regen Hafenumschlag.

Daran erinnert die Projektgruppe Initiative Hafenschuppen (PIH). Die wasserseitigen Doppelgleise der Kaianlagen wurden durch Portalkräne überspannt, die über den Eisenbahnzügen auf eigenen Schienen parallel zur Kaikante beweglich waren. An den Lager- und Schuppengebäuden wurden auch Halbportalkräne installiert, deren fahrbarer Unterbau landseitig auf einer am Speichergebäude befestigten Schiene lief. Bis in die 1990er-Jahre hinein besaß die Wallhalbinsel 20 solcher Krananlagen.

Die heute noch vorhandenen Kräne auf der Nördlichen Wallhalbinsel sind die beiden Portalkräne, die jetzt saniert werden, ein ortsfester, ehemals hydraulischer Bockdrehkran und ein Halbportal-Wippkran, 1917 von Kampnagel gebaut. Auch diese beiden Kräne stehen unter Denkmalschutz. Die PIH: „Mit diesen vier Kränen besitzt Lübeck ein museales Ensemble fast einhundertjähriger Kranbaugeschichte.“ Sie seien Wahrzeichen „des frühindustriellen Hafenwesens, welches als bauliches Ensemble europaweit nur im Bereich der Nördlichen Wallhalbinsel bis heute noch weitgehend vollständig erlebbar geblieben ist“.

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Von Torsten Teichmann

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