Berufswahl

Orientierungsschau Berufe: Ausbildungsmesse in der Lübecker Petrikirche

Künstler und Schüler-Guides mit den Repräsentanten der Orientierungsschau: Sebastian Grothkopp (IHK) eröffnet die Ausbildungsmesse vor der Petrikirche. Mit dabei sind Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer, Organisator Rüdiger Schmidt und St. Petri-Pastor Bernd Schwarze.

Künstler und Schüler-Guides mit den Repräsentanten der Orientierungsschau: Sebastian Grothkopp (IHK) eröffnet die Ausbildungsmesse vor der Petrikirche. Mit dabei sind Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer, Organisator Rüdiger Schmidt und St. Petri-Pastor Bernd Schwarze.

Lübeck. „Es ist ein wunderbarer Beruf“, sagt Anne Kranich. „Ihr braucht Realschulabschluss, solltet gern mit Menschen arbeiten, teamfähig und flexibel sein.“ Zwei Schülerinnen nehmen sich Flyer des UKSH mit. Vielleicht werden sie ja in drei, vier Jahren eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin machen, wie Kranich, die im ersten Lehrjahr ist und den Beruf auf dem zweiten Bildungsweg lernt.

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Das UKSH präsentiert sich auf der 22. Orientierungsschau Berufe, die am Mittwoch eröffnet und auch am Donnerstag noch stattfindet. Azubis und Ausbilder stellen an 40 Ständen insgesamt 120 Berufe vor, dazwischen drängen sich Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Region. „Es geht darum, Lübeck als Lehr- und Berufsstandort attraktiv zu machen“, sagt Ulrike Hoffmeister, verantwortlich für die Pressearbeit. Sie arbeitet unter anderem mit der städtischen Koordinatorin Berufsorientierung Ariane Brauns zusammen, die aus Erfahrung weiß: „Die Berufsorientierung ist eine Phase, die mehrere Jahre dauert.“ Deshalb ist die Orientierungsschau auch keine Ausbildungsmesse, sondern spricht schon 14-Jährige an, die mit ihren Schulklassen kommen.

Praxistest mitZimmermannsnagel

So wie die 14-jährige Ronja von der Heinrich-Mann-Schule, die am Stand des Bauunternehmens Schütt ausprobiert, ob sie einen Zimmermannsnagel gerade in einen Balken hämmern kann. Einfach war es nicht, aber der Nagel ist drin. Die Ausbildung am Bau möchte sie trotzdem nicht antreten. „Ich will Automechanik lernen“, sagt Ronja. „Neulich habe ich für meinen Papa die Bremsscheiben ausgetauscht.“

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Nicht alle Schüler sind sich schon so früh sicher. „Viele wissen nicht, was sie später einmal machen sollen“, sagt die Neuntklässlerin Bente Carolin. Sie trägt ein orangenes Shirt und führt die Schüler als Guide über die Messe. Unterstützt wird sie von ihren Mitschülern aus der Ernestinenschule.

Initiiert hat die Messe vor 22 Jahren Rüdiger Schütt vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA). „Damals gab es solche Angebote noch nicht, nur Praktika“, erinnert er sich. „Luther hat gesagt: Beruf ist eine Berufung. Dabei geht es um Werte.“ Dass viele Jugendliche das auch so sehen, bestätigt Mitorganisator Sebastian Grothkopp, bei der IHK zuständig für Aus- und Weiterbildung. „Die jungen Leute wollen ernst genommen werden und eine ordentliche Ausbildung bekommen. Das Finanzielle ist längst nicht mehr das wichtigste Kriterium.“ Und während einfache Tätigkeiten immer mehr der Digitalisierung zum Opfer fallen, gebe es heute eine Konkurrenz der Betriebe um gute Azubi-Anwärter.

Viele Bewerbungennach der Messe

„Man muss etwas bieten, um auf sich aufmerksam zu machen“, sagt Maike Behrens. Sie ist Personalerin bei den Entsorgungsbetrieben Lübeck (EBL). Dort konnten bisher alle Ausbildungsplätze besetzt werden, wobei sich „besonders viele Azubis nach den Messen bewerben“. Eine Win-win-Situation, wenn es passt. Die Aussage des St.-Petri-Pastors Bernd Schwarze zur Eröffnung der Messe betrifft sowohl Unternehmen als auch Schüler: „Es geht darum, das Leben zu gestalten, in die Zukunft zu schauen.“

Friederike Grabitz

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