Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Wismar

Wismar will die Berufsfeuerwehr auflösen

Mit wie vielen Rettungskräften und mit welcher Technik die Feuerwehr bei Bränden — hier ein Einsatz in der Wismarer ABC-Straße im Jahr 2012 — vor Ort sein soll, ist in den Schutzzielen genau festgeschrieben. Diese Ziele soll die Bürgerschaft beschließen.

Mit wie vielen Rettungskräften und mit welcher Technik die Feuerwehr bei Bränden — hier ein Einsatz in der Wismarer ABC-Straße im Jahr 2012 — vor Ort sein soll, ist in den Schutzzielen genau festgeschrieben. Diese Ziele soll die Bürgerschaft beschließen.

Wismar. Bis zum Jahr 2016 soll die Berufsfeuerwehr Wismar in eine freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlicher Wachbereitschaft umgewandelt werden. Die Weichen dafür werden jetzt gestellt. Eine Beschlussvorlage liegt der Bürgerschaft vor. Ihre Sitzung findet am Donnerstag, dem 22. Mai, statt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Angesichts der angespannten Haushaltslage sieht sich die Stadt zum Sparen gezwungen. Wismar erhofft sich durch die Änderung der Struktur Einsparungen bei den Personalkosten.

Die hauptberuflichen Einsatzkräfte und die beiden Freiwilligen Feuerwehren Altstadt und Friedenshof stellen gemeinsam den Brandschutz und die technische Hilfeleistung sicher. Wolfgang Schmidt, Leiter der Berufsfeuerwehr Wismar, fasst das so zusammen: „So viel Hauptamtlichkeit wie nötig und so viel Freiwilligkeit wie möglich.“

Der Abschied von der reinen Berufsfeuerwehr erfolgt auch darum, weil die Hansestadt durch das Absenken der Personalstellen nicht mehr die Mindest-Sollstärke für eine Berufsfeuerwehr erfüllt. Die liegt bei 38 Beamten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Grundsätzlich muss Wismar keine Berufsfeuerwehr vorhalten. Dies gilt für Städte mit mehr als 80 000 Einwohnern, Wismar kommt auf rund 42 000.

Im Zuge der Kreisgebietsreform sind bei der Wismarer Berufsfeuerwehr der Katastrophenschutz und der Rettungsdienst an den Landkreis übergegangen. Das Personal allerdings blieb in Wismar, doch das Innenministerium forderte nach Angaben der Stadt die Streichung von zehn Planstellen. Das geschieht bis Ende 2015 durch altersbedingtes Ausscheiden von Mitarbeitern. Damit schrumpft die Berufsfeuerwehr von ehemals 48 Mitarbeitern auf die Mindest-Sollstärke von 38.

Darüber hinaus will die Stadt die hauptamtlichen Kräfte peu à peu auf 33 Beamte absenken. Die Mindest-Sollstärke für eine Berufsfeuerwehr wird damit unterschritten. Daher wird die Berufsfeuerwehr in eine freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlicher Wachbereitschaft umgewandelt. In den Reihen der Berufsfeuerwehr sorgen die geplanten Änderungen für Unruhe und Sorgen.

„Auch wenn Strukturen verändert werden: Das oberste Ziel ist, dass die Schutzziele eingehalten werden“, so Senator Michael Berkhahn (CDU). Die aktualisierten Schutzziele der Feuerwehr (siehe Infokasten) sollen ebenfalls von der Bürgerschaft beschlossen werden.

Die Freiwillige Feuerwehr Altstadt zählt derzeit 42 aktive ehrenamtliche Mitglieder, die Friedenshofer Wehr verfügt über 49 Rettungskräfte.

Die geplante Strukturänderung hat noch zwei große Haken. „Bedingung für die Aufhebung der Berufsfeuerwehr ist die Erhaltung der freien Heilfürsorge und der privilegierten Pensionsgrenze für die gegenwärtig aktiven Berufsfeuerwehrbeamten“, so die Stadt. Es wird davon ausgegangen, dass bis Ende 2015 entsprechende Regelungen im Brandschutzgesetz MV wie auch im Landesbeamtengesetz MV umgesetzt werden. In Schleswig-Holstein ist dies bereits der Fall. Wenn nicht, strebt die Verwaltung einen neuen Bürgerschaftsbeschluss an.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

An der freien Heilfürsorge (Übernahme von Krankheitskosten) und der Pensionsgrenze (62 Jahre, zum Teil noch 60 Jahre) sollte nach Auffassung der Berufsfeuerwehr bei der Strukturänderung nicht gerüttelt werden. „Außerdem verzögert sich damit der erforderliche Personalabbau um mindestens fünf Jahre, was zulasten der Haushaltskonsolidierung der Hansestadt Wismar ginge“, argumentiert die Stadt.

Heiko Hoffmann

Mehr aus Nordwestmecklenburg

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.