Malente

Der Immenhof ist unvergessen

Horst Janson, in den 1970er Jahren Immenhof-Darsteller, brachte Ehefrau Hella und Tochter Sarah mit.

Horst Janson, in den 1970er Jahren Immenhof-Darsteller, brachte Ehefrau Hella und Tochter Sarah mit.

Malente. Rund 100 Gäste, eingeschworene Immenhof-Fans, schwelgten im Uwe-Seeler-Fußballpark in Erinnerungen. Auf einer Videowand liefen in Dauerschleife Zusammenschnitte der legendären fünf Immenhof-Filme (1955 bis 1957 sowie 1973/1974), auf Tischen und an Stellwänden waren diverse Buchtitel über die Ponyhof-Geschehnisse sowie Fotos, Filmplakate, Zeitungsausschnitte, Plattencover mit und von Heidi Brühl drapiert. Die Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin habe so viel mehr drauf gehabt, als ihr viele mit der ewigen Festlegung auf die Rolle der „Dalli“ in den Immenhof-Filmen zubilligen wollten, fand Tochter Nicole Brühl. „Sie war eine Entertainerin“, sagte ihr Bruder Clayton Halsey. Darüberhinaus gründete Heidi Brühl in den 1980er-Jahren einen eigenen Musikverlag, war als Produzentin und Synchronsprecherin tätig.

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Ob sie nicht auch eine Karriere wie ihre Mutter in Erwägung gezogen hätten, wollte Mario Würz, Organisator des Gala-Abends, Gründer des Immenhof-Museums und glühender Brühl-Verehrer, von den Geschwistern wissen. Clayton Halsey berichtete, er sei zwar auch im Film- und Fernsehgeschäft in Hollywood gelandet, jedoch als Cutter (Heidi Brühl war in den USA recht erfolgreich: Sie trat in Las Vegas mit Sammy Davis junior und anderen Showstars auf und spielte in zahlreichen Fernsehproduktionen, beispielsweise in „Columbo“, mit). Nicole Brühl schilderte, sie habe eineinhalb Jahre gemeinsam mit ihrer Mutter Theater gespielt, aber gemerkt, dass ihr Herz für die Schreiberei schlage. Sie ist heute Kinderbuch-Autorin.

Mit herzlichem Applaus quittierte das Publikum den musikalischen Auftritt der stimmlich beachtlichen Geschwister. Sie trugen das wohl bekannteste Lied ihrer Mutter vor: „Wir wollen niemals auseinandergeh’n“. Mario Würz bekam von Nicole Brühl ebenfalls ein Mikrofon in die Hand gedrückt und sang gefühlvoll mit. „Wir danken dir so sehr für diesen Abend und für deinen Einsatz für unsere Mutter“, sagte sie zu ihm.

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Als „lebenslustig und herzlich“ beschrieb Schauspielerin Christiane König die ganz junge Heidi Brühl, deren ältere Schwester „Angela“ sie im ersten Teil „Die Mädels vom Immenhof“ verkörpert hatte.

König, die nicht nach Malente kommen konnte, weil sie derzeit im Krankenhaus liegt, feierte am Tag der Veranstaltung ihren 85. Geburtstag. Übers Telefon wurde ihr ein vielfaches „Happy Birthday“

zugeschmettert.

Fünf Immenhof-Filmpreise wurden am Sonnabend verliehen (wir berichteten). In Gesprächen mit Mario Würz zeigten sich die Schauspieler durchgehend als natürlich und bodenständig. Horst Janson, am 4.

Oktober 82 Jahre alt geworden, riet seinen jungen Kollegen, auch Theater zu spielen und nicht nur auf Kino und Fernsehen zu setzen. Josefine Preuß sprudelte nur so vor Temperament und offenbarte ihren Putz-Tick („Mein Tipp an Männer: nicht sauber machen, sauber halten!“). Bei Chrissy Schulz war Gastgeber Würz baff: Die lebhafte Blondine nahm höchst unterhaltsam das Gespräch an sich.

 Von Ulrike Benthien

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