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Mara Sophie ist krank: Fehmaraner Familie kämpft gegen Blutkrebs

Ein Foto aus schönen Tagen: Mara Sophie spielt gerne draußen. Zurzeit ist sie dafür zu schwach.

Ein Foto aus schönen Tagen: Mara Sophie spielt gerne draußen. Zurzeit ist sie dafür zu schwach.

Fehmarn. Mara Sophie von der Insel Fehmarn ist ein echtes Valentinskind, geboren am Tag der Liebenden 2016. Einen besseren Tag konnte es nicht geben, denn die Liebe zum Leben und ihrer Familie steht für die Siebenjährige immer im Mittelpunkt. „Sie ist ein wahrer Sonnenschein und ein Engel auf Erden, herzlich und liebenswürdig“, beschreibt ihre Mutter Sabrina Grabmann ihre Tochter. Sie sei stets fröhlich, liebe Pferde, Schwimmen, Singen und vor allem das Tanzen.

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Und so soll es bleiben! Dafür kämpft die ganze Familie. Ihr Gegner ist eine schwere Krankheit. Denn das kleine Mädchen ist an Blutkrebs erkrankt. Anfang dieses Jahres bekamen sie die Schockdiagnose akute myeloische Leukämie. Es ist eine der aggressivsten Formen der Leukämien, deshalb benötigt Mara Sophie jetzt dringend eine Stammzellspende.

Mara Sophie war blass und müde

Anfang Dezember änderte sich der Gesundheitszustand von Mara Sophie ganz plötzlich. Ein Infekt folgte dem Nächsten. Sie war sehr schnell erschöpft und verlor jegliche Lust an all ihren sonst so geliebten Aktivitäten. Das Mädchen hatte Halsschmerzen, trockenen Husten, juckende Haut, war blass und müde, hatte extrem viel Durst und verlor an Gewicht. Die Mutter, die Zahnarzthelferin ist, stellte zudem fest, dass das Zahnfleisch ihrer Tochter angeschwollen ist. Später litt die Siebenjährige noch unter Schnupfen und Bauchschmerzen. Auch über die Ostseeinsel war eine Welle an grippalen Infekten hereingebrochen, daher wurde Mara Sophie zunächst mit fiebersenkenden Mitteln und Ibuprofen behandelt. Doch nichts half.

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Über Weihnachten und Silvester scheint es Mara Sophie besser zu gehen. „Vielleicht lag es an der Aufregung, an Silvester haben alle gemeinsam bis nach Mitternacht gefeiert“, erinnert sich der Vater Michael Grabmann. Mara Sophie habe sogar getanzt, obwohl sie immer noch sehr blass gewesen sei. Doch kurz nach Neujahr kehren alle Symptome zurück. Die Kinderärztin stellt einen deutlich erhöhten Entzündungswert fest, Mara Sophie wird Blut abgenommen.

Erschütternde Diagnose

Am selben Nachmittag klingelt das Telefon bei der Familie. Michael Grabmann sieht noch, wie seine Frau am Telefon zusammenbricht. Als er den Hörer aufhebt, ist die Kinderärztin am Apparat. Es bestehe der Verdacht auf Leukämie. Am Abend ist die Familie bereits in der Uniklinik in Lübeck. Die Eltern bekommen ein Zimmer im Ronald-McDonald-Haus. Das Krankenhaus wird zu ihrem neuen Lebensmittelpunkt, als die Ärzte die Diagnose bestätigen. Die Behandlung beginnt noch rechtzeitig. „Wäre die Krankheit später entdeckt worden, wäre es zu spät gewesen“, erinnert sich Sabrina Grabmann und rät Eltern, die ähnliche Symptome beobachten, unbedingt ein Blutbild machen zu lassen.

So können Sie helfen

Wer zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann helfen und sich unter www.dkms.de/marasophie ein Registrierungsset bestellen. Die Registrierung ist einfach, auf der Internetseite werden alle Fragen rund um die Stammzellspende beantwortet. Die Registrierung an sich ist noch nicht gleichbedeutend mit einer Einverständniserklärung für die Spende. Das wird in Ruhe besprochen, wenn man tatsächlich als Spender infrage kommt. In 90 Prozent der Fälle geht es um eine periphere Stammzellspende, das ist nur ein kleiner und harmloser medizinischer Eingriff

Wer bereits registriert ist, wird gebeten, seine Kontaktdaten zu aktualisieren, falls er oder sie umzieht. Adressänderungen können telefonisch (070 71/943 17 01), auf der Internetseite der DKMS oder per E-Mail (aenderung@dkms.de) mitgeteilt werden.

Auch Geldspenden für die DKMS werden gebraucht, denn jede Neuregistrierung kostet die DKMS 40 Euro und wird nicht von den Krankenkassen übernommen. Ebenso werden Geldspenden genutzt, um die Daten der Spender zu aktualisieren oder die Forschungsarbeit voranzutreiben.

In den ersten Tagen im Krankenhaus geht es dem Mädchen noch gut, dann treffen sie heftige Nebenwirkungen der Chemotherapie. 34 Tage muss die Familie in der Klinik bleiben. „Sie hat Blut gespuckt, hatte hohes Fieber, Haarausfall, schrecklichen Juckreiz auf der Haut. Sie konnte nur im Rollstuhl gefahren werden“, erzählt der Vater. Das alles erträgt das Mädchen mit einer großen Tapferkeit. „Sie ist so unglaublich stark, viel stärker als wir“, berichtet die Mutter. Sabrina und Michael Grabmann sind Tag und Nacht an der Seite ihrer Tochter, die Mutter schläft bei ihr und wird vormittags von ihrem Mann abgelöst, damit sie sich ein paar Stunden ausruhen kann.

Dritte Chemo überstanden

Mittlerweile hat Mara Sophie ihren dritten Chemoblock überstanden. Und es gibt auch gute Tage. Michael Grabmann lächelt, wenn er sich daran erinnert, wie sie zum ersten Mal zwischen den Chemotherapien wieder nach Hause kamen. Sie öffneten die Haustür und Mara Sophie stand plötzlich aus dem Rollstuhl auf und ging selbstständig in ihr Zimmer, um mit ihren geliebten Paw-Patrol-Figuren zu spielen. Am Valentinstag durfte sie sogar mit einer Freundin ihren Geburtstag feiern. Es gab Kuchen, von überall her brachten die Menschen Geschenke.

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Mara Sophie schaut sich Fotos an, die zeigen, wie sie früher einmal aussah.

Mara Sophie schaut sich Fotos an, die zeigen, wie sie früher einmal aussah.

DKMS-Registrierungsaktion für kleine Fehmaranerin

Und es gibt Hoffnung. Gemeinsam mit Freunden und Kollegen organisieren die Eltern eine Registrierungsaktion, um einen möglichen Stammzellspender zu finden und Mara Sophie und anderen Menschen so das Leben zu retten. Schon jetzt kann sich jeder online registrieren lassen. Wer zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann helfen und sich unter www.dkms.de/marasophie ein Registrierungsset bestellen. Weit mehr als 400 Menschen haben bereits mitgemacht. Für den 15. April ist in der Großsporthalle auf Fehmarn von 10 bis 17 Uhr zudem eine riesige Spenden- und Registrierungsaktion geplant. „Es wäre toll, wenn sich die Menschen den Termin schon mal vormerken könnten“, bitten die Eltern. Dabei wird es nicht nur die Möglichkeit geben, sich registrieren zu lassen, auch ein buntes Rahmenprogramm mit Flohmarkt und Ponyreiten soll für möglichst viele Besucher sorgen.

Stammzellspende als einzige Möglichkeit

Manchmal können die Eltern nicht die Wahrheit sagen. Mara Sophie weiß nur, dass ihr Blut krank ist. Ab und zu fragt das Mädchen, wann sie wieder gesund ist. „Wie lange?“ „Ja, es kann sein, dass es noch 100 Tage sind“, antworten die Eltern. Der vierte und der fünfte Chemoblock liegt noch vor der kleinen Fehmaranerin. Dann braucht sie einen Stammzellspender, damit in 100 Tagen wieder Fehmarn ihr Lebensmittelpunkt ist. Ihr Zimmer, ihre Familie, ihre Freunde. „Den Spender müssen wir haben. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht“, sagen ihre Eltern entschlossen.

LN

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