Erfindung

Frisches Wasser, frischer Napf: Grömitzer erfindet neuartige Hundetränke

Jack-Russel-Sheltie „Paulchen“ ist begeistert von Klaus Urbschats besonderer Hundetränke. Der Vierbeiner freut sich über das frische Wasser aus einem sauberen und unbenutztem Napf.

Jack-Russel-Sheltie „Paulchen“ ist begeistert von Klaus Urbschats besonderer Hundetränke. Der Vierbeiner freut sich über das frische Wasser aus einem sauberen und unbenutztem Napf.

Grömitz/Kellenhusen. Tierärzte kennen das Problem zur Genüge: Hunde, die ihren Durst aus aufgestellten Wassernäpfen vor Cafés und Restaurants löschen, infizieren sich ebenfalls, wenn zuvor ein kranker Vierbeiner das Gefäß benutzt hat. Dass „Bello“ und „Hasso“ künftig besser geschützt sind, das war das Ziel von Klaus Urbschat (75). Der passionierte Jäger und Hundefreund erfand in seiner Grömitzer Werkstatt eine ganz neuartige Hunde-Tränke.

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Klaus Urbschat ist auf vielen Gebieten tätig: Er entwirft am heimischen Rechner lustige Cartoons, ist begeisterter Tier-Fotograf, engagierter Jäger, Bastler und Tüftler. Und er ist ein Hunde-Freund. „Schon mein ganzes Leben lang hatte ich einen Hund an meiner Seite“, sagt Urbschat. „Die ließ ich aber nie draußen aus den aufgestellten Näpfen saufen“, sagt er mit ernster Miene. Den Cafés und Restaurant an den Promenaden macht er dabei keinen Vorwurf. Die würden es ja gut meinen. Urbschat: „Aber trinkt ein erkrankter Hund aus so einem Napf, sind gleich darauf auch alle Nachfolger infiziert.“

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„Die Tierärzte fragen die besorgten Herrchen dann immer, ob sie mit ihrem Liebling an so einer Wasserstelle waren.“ Somit sei die Ursache einer Erkrankung auch schnell gefunden, der Heilungsprozess dagegen dauere länger. Dieser Umstand ließ den 75-Jährigen nicht mehr los, er machte sich in seiner Werkstatt an die Arbeit und entwickelte den Prototypen einer ganz neuartigen Hundetränke, die jetzt auf der Kellenhusener Promenade vor dem Café „Marten“ steht.

So funktioniert die Hunde-Bar

Auf einem Trägergestell steht ein großer Wasserkanister, der mit frischem Naß gefüllt ist. Entlang des aus Nirosta-Rohr geschweißten Gestänges ist ein Schlauch verlegt, der kurz oberhalb des Fußes endet. An einem Haken hängen ein Dutzend unbenutzte Näpfe, die aus Bagasse – dem Pressrückstand bei der Zuckergewinnung aus Rohrzucker – gefertigt wurden. Dieses Material ist zu 100 Prozent biologisch abbaubar und kann nach der Benutzung problemlos weggeworfen werden.

Klaus Urbschat aus Grömitz hat eine besondere Hundetränke erfunden.

Klaus Urbschat aus Grömitz hat eine besondere Hundetränke erfunden.

„Das Ding sorgt für Gesprächsstoff“

Kommen nun Herrchen und „Bello“ an die Station, funktioniert alles ganz einfach. Herrchen nimmt einen Napf, stellt ihn in den Fuß, öffnet den Hahn, lässt das Wasser in den Napf fließen und fertig: Der vierbeinige Freund kann trinken. Anschließend nimmt man den Bagasse-Napf mit oder entsorgt ihn sorglos im Papierkorb. Klaus Urbschat freut sich, dass seine Erfindung so gut angenommen wird. „Das Ding ist so einfach aufgebaut, aber es sorgt für Gesprächsstoff“, sagt er.

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Kurzer Draht zum Erfinder

Wer sich selbst überzeugen möchte, kann im Café „Marten“ direkt an der Kellenhusener Promenade einfach mal vorbeischauen, oder mit Klaus Urbschat in Grömitz (Telefon 0172/1806634) Kontakt aufnehmen.

Das ist Bagasse

Bagasse ist die Alternative zum Plastik. Bagasse besteht zu zwei Dritteln aus Cellulose. Die Restmasse aus der Zuckerrohrverarbeitung kann unter anderem als Festbrennstoff genutzt werden. Wird es mit Zuckerrohrmelasse und eiweißhaltigen Futtermitteln gemischt, kann Bagasse sogar an Vieh verfüttert werden. Stofflich wird Bagasse auch zur Herstellung von Pappen (Verpackungsmaterial, Bagasse-Schalen) und Baumaterialien genutzt. (Quelle: www.plastikalternative.de/was-ist-bagasse).

Louis Gäbler

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