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Lensahn

Großbrand auf Recyclinghof: Zehn Stunden ohne Strom

Die Feuerwehr löschte vom Boden und von Drehleitern aus. Bagger nahmen den Schrotthaufen auseinander. Hilfe kam auch von der Ratekauer Firma Sönke Jordt. Diese stellte zwei Tankcontainer mit 24 000 Liter Wasser bereit.

Die Feuerwehr löschte vom Boden und von Drehleitern aus. Bagger nahmen den Schrotthaufen auseinander. Hilfe kam auch von der Ratekauer Firma Sönke Jordt. Diese stellte zwei Tankcontainer mit 24 000 Liter Wasser bereit.

Lensahn.Von dem Ausfall waren gestern ab etwa 8.40 Uhr Tausende Menschen betroffen – darunter zahlreiche Privathaushalte, Hotels, Pensionen, Rathäuser und Tankstellen. Während einige Gemeinden rund um Lensahn gegen Mittag wieder mit Strom versorgt werden konnten, traf es Teile von Lensahn, Grömitz, Kellenhusen, Cismar, Klostersee, Kabelhorst, Riepsdorf, Koselau, Manhagen, Lenste und Lensterstrand härter. Sie mussten sich bis zum Abend hin gedulden. Christine Pinnow, Sprecherin des Stromversorgers SH Netz AG, sagte am Nachmittag: „Durch Umschaltungen in den Mittelspannungsnetzen konnten wir wenigstens in einigen wenigen Gemeinden die Versorgung wieder herstellen.“

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Unterdessen war gegen Mittag ein Spezialistenteam der SH Netz AG, darunter vier Hochspannungsmonteure, in Lensahn angerückt. Doch sie mussten lange warten. Der Grund: Vor dem Ende der Löscharbeiten konnten sie die Leitung nicht in Augenschein nehmen. Zuvor hatten die Stromversorger von Rendsburg aus vorsichtshalber die 110-kV-Leitung, die von Göhl kommend zum Lensahner Umspannwerk verläuft, abgeschaltet. Denn das letzte Leitungsstück vor dem Werk führt über den Recyclinghof. Da eine Beschädigung der Leitung durch die enorme Hitze und somit eine Gefahr für die darunter arbeitenden Feuerwehrleute befürchtet wurde, gab es keine Alternative.

Großbrand auf dem Recyclinghof: So laufen die Löscharbeiten der Feuerwehr

Reinhard Schöning, der Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Ostholstein, berichtet im Video von den Löscharbeiten auf dem Recyclinghof in Lensahn.

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Parallel zu den Löscharbeiten in Lensahn war das THW in Alarmbereitschaft versetzt worden. Auf dem Autobahn-Rastplatz „Neustädter Bucht“ baute die Lübecker THW-Fachgruppe Führung Kommunikation einen sogenannten Meldekopf auf. Frank Kaiser (THW Neustadt) sagte: „Dort werden alle freien Notstromaggregate aus Schleswig-Holstein gesammelt.

Löscharbeiten auf Lensahner Recyclinghof

Bei einem Großfeuer am Dienstagmorgen brannten auf dem Recyclinghof der Firma Milon mehrere Tonnen von Metallschrott und auch Elektrogeräte. 130 Feuerwehrleute waren bei den Löscharbeiten im Einsatz.

Anschließend werden die an die dringendsten Notfälle verteilt. Dabei stehen logistisch wichtige und sensible Bereiche bei der Versorgung im Vordergrund.“ Geliefert wurden die Notstromaggregate zusätzlich unter anderem aus den Ortsverbänden Hamburg- Wandsbek und -Bergedorf, Bad Segeberg sowie Eutin. Weitere Helfer mit zusätzlichen Stromaggregaten wurden voralarmiert und standen in Bereitschaft. Der Ortsverband Neustadt versorgte mit seinem Aggregat einen Funkmast, der von der Stromabschaltung betroffen war. Somit war ab dem Nachmittag wieder Handy-Empfang möglich. Zudem stellte das THW sicher, dass die Pumpstation in Lenste funktioniert und Abwasser abgeführt werden konnte.

Auf den Straßen rund um Lensahn kam es zu erheblichen Behinderungen. Die Polizei hatte die Autobahn zwischen Oldenburg und Neustadt gesperrt und den Verkehr umgeleitet. Mit der Folge, dass es zu langen Staus in Lensahn und Umgebung kam. Erst am Nachmittag wurde die Strecke in Richtung Norden freigegeben. Die Gegenseite folgte am frühen Abend. Zuvor erfolgte Rauchgasmessungen hatten laut Polizei keine „bedenklichen Werte“ ergeben.

Großbrand in Lensahn

Auf dem Recyclinghof Milon in der Gemeinde Lensahn (Kreis Ostholstein) brennen seit Dienstagmorgen gegen 5.30 Uhr 200 Tonnen Eisenschrott.

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Die Löscharbeiten indes dauerten bis um 2 Uhr nachts an. Hartmut Junge (Gemeindewehrführer Lensahn) sprach am Abend von einem offenen Einsatzende. „Das Feuer ist deutlich kleiner. Jedoch haben wir eine unübersichtliche Lage und wissen nicht, wie es unterhalb der Schrotthaufen aussieht.“ Jedoch seien erste Feuerwehreinheiten entlassen worden, andere würden ausgetauscht. Junge ging davon aus, dass die Arbeiten noch bis weit in die Nacht – wenn nicht sogar länger – andauern werden. Die Brandursache ist laut Polizei unklar.

Von Louis Gäbler und Sebastian Rosenkötter

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