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Spenden

Krieg in der Ukraine: So helfen Ostholsteiner an der Grenze

Seit gut einer Woche ist Sebastian Boye aus Ostholstein an der slowakisch-ukrainischen Grenze.

Seit gut einer Woche ist Sebastian Boye aus Ostholstein an der slowakisch-ukrainischen Grenze.

Ostholstein. Der Ostholsteiner Sebastian Boye steht an der Grenze von der Slowakei zur Ukraine. Hinter ihm sind Menschen zu sehen, die mit Koffern und Taschen aus dem Kriegsgebiet geflüchtet sind. Es fahren Busse, die die Menschen in sichere Unterkünfte transportieren. Kamerateams sind vor Ort, im Hintergrund laufen bewaffnete Soldaten entlang.

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„Was hier passiert, ist wirklich berührend“, sagt Boye, der seit einer Woche mit seiner Freundin bei deren Familie in der Slowakei ist. Als die Reise geplant war, war nicht absehbar, dass zu diesem Zeitpunkt Krieg herrscht. „Jetzt sind die Bomben gerade einmal 200 Kilometer entfernt von uns eingeschlagen“, erzählt der ­24-Jährige, der in Schürsdorf das Restaurant Butz betreibt.

An der Grenze werden die Flüchtlinge zunächst aufgenommen, dann werden Busse benötigt, um sie in Aufnahmelager zu bringen.

An der Grenze werden die Flüchtlinge zunächst aufgenommen, dann werden Busse benötigt, um sie in Aufnahmelager zu bringen.

Der Ostholsteiner möchte helfen. „Vor allem finanziell, denn das ist es, was hier derzeit gebraucht wird“, sagt er. 10 000 Euro hat er deshalb im Namen des Restaurants bereits gespendet. Auch die Einnahmen des kommenden Wochenendes sollen den Flüchtlingen aus der Ukraine zugutekommen. „Es wird Geld benötigt, um Busse anzumieten und sie zu betanken“, sagt Boye. Denn die Flüchtlinge, die über die Grenze kommen, haben nur das Nötigste dabei. „Seit Tagen weht ein eisiger Wind, viele Frauen und Kinder sind dafür gar nicht richtig gekleidet“, sagt der 24-Jährige. Und sie kommen zu Fuß und müssen von der Grenze in Unterkünfte gebracht werden.

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Bilder von der ukrainisch-slowakischen Grenze: Hier kommen tausende Flüchtlinge an.

Bilder von der ukrainisch-slowakischen Grenze: Hier kommen tausende Flüchtlinge an.

Was ihm wichtig ist: „Wenn man das hier sieht, dann merkt man, wie gut es uns in Deutschland geht“, sagt er. Deswegen möchte er mit seiner Spende ein Vorbild sein. „Gerade in Ostholstein haben wir trotz Corona gute Einnahmen, ich würde mir wünschen, dass viele andere Unternehmen jetzt auch helfen.“

Auch aus Stockelsdorf kommen Hilfstransporte

Unterstützung gibt es auch aus der Gemeinde Stockelsdorf. Die Kickboxschule KSS.Baars e.V. möchte an der polnisch-ukrainischen Grenze helfen. Schon in der kommenden Woche ist ein Transport von Hilfsgütern geplant – Spenden werden bis dahin entgegengenommen. Benötigt werden vor allem Hygieneartikel und Verbrauchsgegenstände. Sie können direkt im Studio in der Albert-Einstein-Straße in Stockelsdorf abgegeben werden. Telefonisch ist die Schule unter 04 51/20 21 03 34 erreichbar.

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Auch die Gemeinde selbst zeigt sich engagiert. „Jeder hat das Gefühl, etwas tun zu müssen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD). Die Gemeinde habe daher einen Hilfstransport organisiert, der von Victor Kacz­kowski koordiniert wird. Der Feuerwehrmann will in der kommenden Woche gemeinsam mit anderen Kameraden nach Przrmyšl östlich von Krakau ins polnisch-ukrainische Grenzgebiet fahren und Hilfsgüter abgeben.

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Feuerwehren fahren in Grenzgebiete

„Die Gemeinde Stockelsdorf hilft mit ausgedienter Einsatzschutzkleidung der Feuerwehren und koordiniert die Sammlung“, sagt Samtleben. Sachspenden können bis Freitag, 4. März, auf dem Bauhof der Gemeinde, Wilhelm-Maybach-Straße 3, und von 17 bis 19 Uhr im neuen Feuerwehrhaus am Bohnrader Weg abgegeben werden. „Benötigt werden vorrangig Winterkleidung, Schlafsäcke, Campingkocher und ungeöffnete Hygieneartikel“, sagt die Bürgermeisterin.

Hilfe kommt auch aus Heiligenhafen: Die Familie Sichler von der dortigen Avia-Tankstelle startet am 3. März ins polnische Poznan und übergibt dort Spenden. Auch die Feuerwehr Guttau sammelt Spenden. Abgegeben werden können sie am Donnerstag, 3. März, um 18 Uhr am Gerätehaus.

In Scharbeutz wird ebenfalls gesammelt. Am Sonnabend, 5. März, können Spenden zwischen 14 und 17 Uhr am Bauhof in Gleschendorf angegeben werden. Die Gemeinde bittet darum, dass die Spenden bereits in Kartons verpackt abgegeben werden und mit der Aufschrift „Help“ versehen sind.

Von Maike Wegner

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