Gastronomie

Nichts essen, nur trinken – wie halten es die Gäste an der Ostsee?

Amanda Schmidt serviert Farina Sextroh (r.) und Evelyn Berner Aperol und Cappuccino. Die beiden Frauen gehen gerne auch mal nur etwas trinken.

Amanda Schmidt serviert Farina Sextroh (r.) und Evelyn Berner Aperol und Cappuccino. Die beiden Frauen gehen gerne auch mal nur etwas trinken.

Ostholstein. Der Blick aufs Meer, dazu das Flair der Strandpromenade: Das Grande Beach Café in Scharbeutz liegt geradezu perfekt, um dort ein wenig zu verweilen. Viele Gäste kommen daher auch wegen der Atmosphäre und besuchen die Location nur für ein Getränk, statt ein üppiges Menü zu bestellen. „Das ist natürlich kein Problem“, sagt Geschäftsführer Tung Truong.

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Doch das gilt nicht überall. In Bad Schwartau sind zwei Damen kürzlich aus einem Restaurant geflogen, weil sie lediglich zwei Aperol, aber kein Essen bestellt haben. Dabei sind sie nicht die einzigen, die sich nur für ein Getränk in ein Restaurant setzen. Auch Farina Sextroh und Freundin Evelyn Berner sehen da kein Problem. "Das mache ich auch öfter, dass ich irgendwo nur einen Kaffee oder so trinke. Es hat auch noch nie jemand etwas gesagt", erzählt Berner. "Oft trifft man sich mit einer Freundin und will gar nicht so lange bleiben." Und sie merkt an: "Manchmal läuft es ja auch anders als gedacht und man bestellt eine zweite Flasche Wein."

Scharbeutz: Viele Gäste wollen nur etwas trinken

Im Grande Beach Café haben sich die Freundinnen ausnahmsweise zum Frühstück getroffen – aber nur ein Kaffee wäre auch in Ordnung gewesen. „Wenn es voll ist, bitten wir die Gäste, die nur etwas trinken möchten, aber auf die Terrasse. Dort ist etwas mehr Fluktuation“, sagt Truong. Was ihn aber doch hin und wieder ärgert: „Manchmal reservieren Gäste einen Tisch und wollen dann nichts essen. Das ist ärgerlich, weil wir den Tisch dann gerne anders vergeben hätten.“ Rausgeworfen wird aber natürlich niemand – höchstens im Einverständnis umgesetzt.

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Ins Café Fitz in Timmendorfer Strand kommen viele Gäste schon allein wegen der Bekanntheit des Cafés. Am Morgen stehen fast auf allen Tischen Frühstücke. „So ganz ohne Essensbestellung mag ich auch gar nicht irgendwo sitzen“, sagt Urlauberin Helga Fix, die mit Irma Reese und deren Mann dort ist. „Da hat man irgendwie ein doofes Gefühl.“

Helga Fix und Irma Reese genießen das Frühstück im Café Fitz.

Helga Fix und Irma Reese genießen das Frühstück im Café Fitz.

Die Reaktion in Bad Schwartau findet sie zwar übertrieben. „Aber für die Gastronomen ist es natürlich auf der anderen Seite schlecht, wenn der Tisch ewig für ein Getränk blockiert ist.“ Sie geht deshalb nur auswärts etwas trinken, wenn sie dort auch etwas essen möchte.

Timmendorf: Die Flasche Sekt gibt’s im Strandkorb

Das sehen auch Thorsten und Bärbel Schiefer so. Die beiden haben eine Flasche Sekt und zwei Gläser dabei und es sich in ihrem Strandkorb gemütlich gemacht. „Nur für den Sekt mag man ja nirgendwo hingehen“, sagt die Hamburgerin. „Wenn wir ins Restaurant oder ein Café gehen, dann eigentlich nur, wenn wir auch etwas essen möchten.“ Der Sekt muss allerdings noch etwas in der Kühltasche ausharren. „Den gibt’s um 12 Uhr, das hat Tradition“, erzählen die beiden Urlauber.

Um Tische freizuhalten, bieten viele Gastronomen an der Ostsee Getränke und kleine Speisen zum Mitnehmen an.

Um Tische freizuhalten, bieten viele Gastronomen an der Ostsee Getränke und kleine Speisen zum Mitnehmen an.

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Anke Krüger vom Mehrblick Fischbistro in Scharbeutz hat sogar schon erlebt, dass die Gäste sich ihre Getränke selbst mitbringen. „Gar nicht so selten sogar“, sagt sie. „Aber mittlerweile muss man froh sein, dass Gäste kommen, wir würden niemanden rauswerfen.“

Norbert und Anke Krüger sind froh über jeden Gast, der in Haffkrug etwas essen oder trinken möchte.

Norbert und Anke Krüger sind froh über jeden Gast, der in Haffkrug etwas essen oder trinken möchte.

Sie und ihr Mann, die außerdem das Restaurant Himmelblau und das Bistro Buhne 15 betreiben, stellen nämlich fest, dass der Strand und damit auch die Lokale in diesem Jahr vergleichsweise leer sind. „Das merken wir alle hier deutlich an den Umsätzen, es sind Rückgänge bis zu 30 Prozent“, sagt Norbert Krüger. Dazu kommt – wie überall – der Personalmangel. „Wir arbeiten mit der Minimum-Besetzung, wäre mehr los gewesen, hätten wir es kaum noch geschafft.“

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