Knochenmarkspender gesucht

Ostholstein: Feuerwehrmann sucht Lebensretter für seinen krebskranken Bruder

Sven Asmußen, Wehrführer in Horsdorf, mit einem Plakat zur Knochenmarkspende-Aktion für seinen erkrankten Bruder Lars Asmußen.

Sven Asmußen, Wehrführer in Horsdorf, mit einem Plakat zur Knochenmarkspende-Aktion für seinen erkrankten Bruder Lars Asmußen.

Horsdorf/Poel/Rostock. Ganz plötzlich hängt das Leben von Lars Asmußen am seidenen Faden. Eine Krebs-Diagnose – das sei immer und für jeden ein sehr harter Schlag, sagt der zweifache Familienvater. „Aber dass es mich ausgerechnet jetzt erwischt mitten in der Pandemie, das rückt bei einigen hoffentlich auch die Wahrnehmung wieder etwas zurecht, dass es außer Corona noch andere, sehr ernste Krankheiten gibt.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Lars Asmußen hat Krebs. Blutkrebs. Sein Leben hängt davon ab, ob ein passender Knochenmarkspender gefunden wird. Und darum kämpft sein Bruder Sven Asmußen aus Horsdorf. Er wirbt in einer Kampagne dafür, dass möglichst viele Menschen sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registrieren lassen.

Erschütternde Diagnose kurz vor Weihnachten

Es ist kurz vor Weihnachten, als es Lars Asmußen plötzlich so richtig schlecht geht. Ohne Energie, kraftlos, anfällig für Infekte. Der Ostholsteiner, der vor etlichen Jahren von Horsdorf in die Heimat seiner Frau auf die Insel Poel gezogen ist, geht zum Arzt. Die Diagnose stellt das Leben des 46-Jährigen ohne Vorwarnung quasi über Nacht komplett auf den Kopf: Blutkrebs. Es handelt sich um eine akute Leukämie einer relativ seltenen Art.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Lesen Sie auch

Aktuell liegt der zweifache Vater auf einer Isolierstation des Südstadtklinikums in Rostock. Dort ist er – mit einer einwöchigen Unterbrechung – seit Ende Dezember. In dieser Woche beginnt die Behandlung für den zweiten Block der Chemotherapie. „Es gibt einen Chemo-Block nach dem anderen, bis ein passender Spender gefunden ist“, sagt Lars Asmußen, der mit der Außenwelt nur über sein Handy kommunizieren kann. „Aber ich bin optimistisch, dass das auch gelingt. Denn ich will leben und habe noch viel vor.“

Kliniktermin für potenziellen Spender am 17. Februar

Lars Asmußen braucht einen Spender. Damit alles passt, muss der Spender so etwas wie ein genetischer Zwilling sein. Ein Zwilling ist der drei Jahre ältere Bruder Sven Asmußen aus Horsdorf, Gemeinde Stockelsdorf, nicht, „aber ich habe gerade von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei die Nachricht bekommen, dass es eine 50-zu-50-Chance gibt, dass ich als Spender infrage komme.“ Um keine unnötige Zeit verstreichen zu lassen, ist für Sven Asmußen ab dem 17. Februar ein mehrtägiger Aufenthalt im Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg reserviert. Blutentnahmen, Knochenmarkpunktur – auch der Spender muss einen medizinischen Eingriff über sich ergehen lassen.

Der gebürtige Ostholsteiner Lars Asmußen (46) ist an Blutkrebs erkrankt und wird im Klinikum in Rostock behandelt. Er braucht dringend einen geeigneten Knochenmarkspender.

Der gebürtige Ostholsteiner Lars Asmußen (46) ist an Blutkrebs erkrankt und wird im Klinikum in Rostock behandelt. Er braucht dringend einen geeigneten Knochenmarkspender.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Ich werde alles tun, was ich kann, um meinem Bruder zu helfen“, sagt Sven Asmußen, der sich erst vor Kurzem für die Knochenmarkspenderdatei registrieren lassen hat. „Wie wichtig diese DKMS ist, darüber denkt man oft erst nach, wenn man direkt mit dem Thema konfrontiert wird“, sagt der Horsdorfer, der als Wehrführer der Feuerwehr Horsdorf seit Jahren ehrenamtlich anderen zu Hilfe kommt. Nun braucht er Hilfe – und appelliert an alle, sich registrieren zu lassen. Auch dann, wenn ein Spender für seinen Bruder gefunden ist, „denn jeder Spender könnte einem anderen Menschen das Leben retten“.

Im vergangenen Sommer war Lars Asmußen nach der Flutkatastrophe als Freiwilliger im Ahrtal. Sogar zweimal hat er die Strapazen auf sich genommen, um anderen Menschen in Not mit gesammelten Spenden seines Vereins „Tuning4Kids“ zu helfen. Seit mehr als zehn Jahren gehen die Einnahmen dieses Vereins ials Spende an das Hamburger Kinderhospiz „Sternenbrücke“. Jetzt ist Lars Asmußen selbst in Not. Jetzt braucht dieser Helfer selbst Hilfe.

Familie und Freunde bewerben DKMS-Kampagne

„Es geht im Leben nicht immer fair zu, das ist einfach so“, sagt sein Bruder Sven, „aber wenn Ungerechtigkeit Geschichten schreibt, dann gehört die Geschichte von meinem Bruder Lars auf jeden Fall dazu.“

DKMS-Spendenkonto

Auch Geldspenden helfen, Leben zu retten.

Jede Registrierung kostet die DKMS 35 Euro.

DKMS-Spendenkonto IBAN: DE54700400608987000280

Verwendungszweck: RVL 001

Weitere Infos unter: www.dkms.de

Sven Asmußen gehört zu den sieben Mitstreitern aus dem Familien- und Freundeskreis, die die Kampagne, die zusammen mit der DKMS organisiert wird, bewerben und am Laufen halten mit Flyern und über soziale Netzwerke. „Wenn ich daran denke, kriege ich Gänsehaut“, sagt Lars Asmußen voller Dankbarkeit.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Es ist alles so unfassbar“, sagt Sven Asmußen, „und dass diese Diagnose dann noch ausgerechet unter den erschwerten Bedingungen in der Corona-Pandemie kommt, ist noch mal eine besondere Herausforderung.“

Von Doreen Dankert

Mehr aus Ostholstein

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Spiele entdecken