Ermittlung wegen Brandstiftung

Feuer in Stockelsdorf: Teenager zündeln in Tiefgarage

Einsatz in Stockelsdorf: Die Freiwillige Feuerwehr rückte zu einem Brand in der in der Ahrensböker Straße aus.

Einsatz in Stockelsdorf: Die Freiwillige Feuerwehr rückte zu einem Brand in der in der Ahrensböker Straße aus.

Stockelsdorf. Zündelnde Teenager haben ein Feuer in der Tiefgarage einer Stockelsdorfer Flüchtlingsunterkunft verursacht. Die Polizei schließt nach eigenen Angaben einen fremdenfeindlichen Hintergrund mittlerweile aus. Bei dem Brand am Sonnabend, 19. November, ist niemand verletzt worden.

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Ausgebrochen war das Feuer am Abend, Polizei und Feuerwehr wurden gegen 19.45 Uhr alarmiert. Aus einem Mehrfamilienhaus an der Ahrensböker Straße stieg starker Rauch, die Einsatzkräfte entdeckten einen Brand in der Tiefgarage. Das Gebäude wurde vorsorglich evakuiert. „Etwa 30 Personen“ verließen das Haus, schätzt Björn Schlieter, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Mori, „aber nur für kurze Zeit.“ Der Einsatz sei nach eineinhalb Stunden beendet gewesen.

Stockelsdorf: Polizei nennt Brandursache

Vier Jugendliche – drei 13-Jährige und ein 14-Jähriger – hatten offenbar in der Tiefgarage eine Holzpalette angezündet, laut Polizei „um sich vor der Kälte zu schützen“. Anschließend machten sich die Teenager davon, ohne die Brandstelle zu löschen, woraufhin das Feuer außer Kontrolle geriet. Fahrzeuge hätten allerdings nicht in der Tiefgarage geparkt, berichtet Wehrführer Björn Schlieter, deshalb seien lediglich andere Brandschäden entstanden, beispielsweise Lampen abgeschmort.

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In dieser Tiefgarage in Stockelsdorf haben vier Teenager gezündelt.

In dieser Tiefgarage in Stockelsdorf haben vier Teenager gezündelt.

Die Hausbewohner blieben unverletzt und konnten noch am selben Abend in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Kripo nahm die Ermittlungen auf und konnte schnell einen fremdenfeindlichen Hintergrund ausschließen.

Wer haftet jetzt für den Schaden?

Gegen die vier Jugendlichen wird jetzt aber wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung ermittelt, heißt es. Wer am Ende für den Schaden haftet und die Kosten des Einsatzes tragen muss, hängt in solchen Fällen von Einzelentscheidungen ab. Zwar gilt laut Paragraf 832 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) die Haftung des Aufsichtspflichtigen, also beispielsweise der Eltern von minderjährigen Kindern. Gleichzeitig gibt es aber den Paragrafen 828, nach dem Personen unter 18 Jahren für Schäden nicht verantwortlich sind, wenn ihnen „die zur Erkenntnis der Verantwortlichkeit erforderliche Einsicht“ fehlt.

Gerichte haben in Fällen von zündelnden Kindern oder Jugendlichen unterschiedlich geurteilt – gelegentlich durchaus zum Nachteil der Eltern. So entschied das Verwaltungsgericht Hannover vor zwei Jahren, dass die Eltern von zwei Kindern im Alter von elf und 13 Jahren die Kosten für einen Feuerwehreinsatz zahlen mussten: 36 000 Euro. Die Kinder hatten beim Zündeln auf einem Industriegelände ein Großfeuer verursacht, bei dem eine Lagerhalle komplett abgebrannt war.

Weitere Polizeimeldungen aus Ostholstein finden Sie hier.

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