Süsel

Tiertrainer plant Attraktion in Süsel: Mit Seelöwen in den Pool steigen

Das Schwimmen im Pool stellen „Lou“, „Micky“, „Lunita“ und „Ozzy“ sofort ein, wenn sich John Burke mit dem Fischeimer nähert.

Das Schwimmen im Pool stellen „Lou“, „Micky“, „Lunita“ und „Ozzy“ sofort ein, wenn sich John Burke mit dem Fischeimer nähert.

Süsel. Der ehemalige Landgasthof „Süseler Baum“ an der Kreuzung zum Ortseingang ist seit vielen Jahren eine Ruine. Die Grundstückseigentümer haben immer mal wieder etwas abgetragen, aber die Fläche bietet nach wie vor einen unerfreulichen Anblick.

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Das soll sich im kommenden Jahr ändern: Die Tiertrainer Isa und John Burke haben das Gelände gepachtet. Sie wollen dort Pools errichten und für kleine Gruppen das Schwimmen mit ihren Seelöwen ermöglichen. Burke dürften viele Besuchern des Hansa-Parks in Sierksdorf noch kennen. Er war dort mit seinen gelehrigen Tieren bis Oktober 2017 für Shows engagiert.

Gemeinde soll Grundlagen schaffen

Am Montag soll der Planungsausschuss der Gemeinde in voraussichtlich nichtöffentlicher Sitzung Teil die Grundlagen für das Vorhaben der Burkes schaffen. Süsels Bürgermeister Adrianus Boonekamp (CDU) sagt: „Ich will das unbedingt. Das Projekt finde ich prima, es wird der Gemeinde Aufmerksamkeit verschaffen. Und als Begleiterscheinung wird endlich die Ruine verschwinden.“

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Isa und John Burke würden einen lang gehegten Wunsch verwirklichen. „Wir haben uns schon so viele Grundstücke angesehen, jedesmal wurde abgelehnt. Die Fläche am Süseler Baum hat uns das Kreisbauamt selbst vorgeschlagen“, berichtet Isa Burke (45). Dass sie auf diese Idee nicht schon längst gekommen sind, wundert sie im Nachhinein: „Mit den Eigentümern des ,Süseler Baums’, der Familie Traber, sind wir befreundet.“

Tiertrainer plant Attraktion in Süsel: Mit Seelöwen in den Pool steigen

Die Tiertrainer Isa und John Burke wollen am Süseler Baum auf der Fläche des früheren gleichnamigen Landgasthofs Pools für ihre Seelöwen bauen und Besuchern das Schwimmen mit ihnen ermöglichen.

Drei Bullen und ein Weibchen

Sobald sie von der Gemeinde grünes Licht haben und die Fläche komplett abgeräumt ist, läuft der Vertrag an, für zehn Jahre, mit Vorkaufsrecht. Das Tiertrainer-Paar plant für die Seelöwen-Bullen „Lou“ (12), Micky“ (6), „Ozzy“ (4) und Gefährtin „Lunita“ (6) drei Pools: einen großen Swimming-Pool mit 300 Quadratmeter Fläche, eine beheizbaren, überdachten mit 80 Quadratmetern und ein Quarantäne-Becken.

„Wir wollen ein festes Quartier für die Tiere haben. Unsere oberste Priorität ist, dass es ihnen gut geht“, sagen Burkes. Die Anlage werde so gebaut, dass sie dem Säugetiergutachten entspreche oder es besser noch toppe. An ihrem derzeitigen Standort sind die Tiere nur geduldet. Das Areal am Süseler Baum liegt in einem Gewerbegebiet, „das Vorhaben stellt dort kein Problem dar“, sagt Bürgermeister Boonekamp.

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Auch therapeutisches Schwimmen soll möglich sein

Das „Schwimmen mit Seelöwen“ in Süsel, das, wenn alles glatt läuft, ab Ostern angeboten werden soll, ist dem „Schwimmen mit Robben“ in Rostock nachempfunden. „Es wird nur nach Anmeldung möglich sein. Die Besucher sollen nicht nur in einen Neoprenanzug steigen und sich mit den Tieren im Wasser bewegen. Wir wollen ihnen auch etwas über Seelöwen erzählen, ihnen zeigen, wie man sie trainiert“, sagt John Burke, der seit den 1980er Jahren professionell mit Tieren arbeitet. „Und wir suchen einen Ergotherapeuten, der in tiergestützter Pädagogik geschult ist“, ergänzt seine Frau. Sie berichtet vom Besuch eines autistischen und blinden Mädchens (12) aus dem Sommer: „Es war anrührend, sie mit dem Tier im Pool zu beobachten.“

Seelöwen im Zoo geboren

Die vier Seelöwen der Burkes sind alle im Zoo geboren. „Die Jungs in München, das Mädel in Wien“, sagt John Burke liebevoll. Wie sehr die Tiere auf ihn fixiert sind, zeigt sich bei einem Besuch am 400  000-Liter-Pool. Die Seelöwen gleiten geschmeidig durch das Wasser und bauen sich sofort am Beckenrand auf, als sie ihn wahrnehmen. Kaum öffnet er die Tür der Absperrung, kommen sie heraus, haben aber nur Augen für ihn – was allerdings auch mit dem Eimer mit Heringen und Sprotten in seiner Hand zu tun haben könnte...

Ulrike Benthien

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