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Eutin

Vosshaus-Lücke ist geschlossen

Wiederaufbau des Eutiner Vosshauses: Der Rohbau ist fertig, das Dach geschlossen, die ersten Fenster sind eingebaut.

Wiederaufbau des Eutiner Vosshauses: Der Rohbau ist fertig, das Dach geschlossen, die ersten Fenster sind eingebaut.

Eutin.Die Front zum Vossplatz ist wieder geschlossen. Im Januar 2006 hatte ein Großfeuer das weit über Eutin hinaus bekannte Traditionshotel vernichtet. Es dauerte lange, bis alles so weit geregelt war, dass ein Neubau geplant und verwirklicht werden konnte. Jetzt steht das neue Vosshaus im Rohbau da, im neuen Jahr sollen die Innenausbauten beginnen.

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Investorin Barbara Rülander, Architekt Stephan Barnstedt, Polier Alex Kurpacenko und Sparkassen-Immobilienkaufmann Niels Evers führten am Dienstag durch das unfertige Gebäude. Zu verkaufen hat Evers nichts mehr: Alle acht Wohnungen in den oberen Stockwerken sind verkauft. Die Sparkasse hatte sie vermarktet. Die neuen Eigentümer residieren in Wohnungen von 42 bis 187 Quadratmetern Größe, die meisten davon mit Aussicht auf das Schloss und den Großen Eutiner See. Im Erdgeschoss wird Barbara Rülander ein Hotel garni mit acht Doppelzimmern betreiben. Zur Investitionssumme will sie nichts sagen.

„Es war uns wichtig, dass Gebäude vor Weihnachten regensicher zu machen“, sagt Architekt Barnstedt. Das ist gelungen, obwohl die Bauarbeiten zwei Wochen im Verzug sind. Noch sind die Wohnungen riesige Hallen, die Zwischenwände fehlen bisher. Durch die Dächer scheint rotes Licht, ausgelöst durch die Unterdach-Folie. Die Dachlatten sind bereits festgenagelt, die Dachziegel werden in Kürze angebracht. „Wir wollen versuchen, noch möglichst viele Fenster reinzubekommen“, sagt Barnstedt mit Blick auf die bevorstehenden Feiertage.

Im Zeitplan

Bezugsfertig sein sollen die Wohnungen im Herbst 2019. Nach der Grundsteinlegung im vergangenen Sommer geht es planmäßig voran. Die Erdarbeiten zur Beseitigung der alten Fundamente und der Aushub für den Neubau hatten bereits im Jahr 2017 begonnen. „Ich bin froh, dass es keine Komplikationen gab und alles im Zeit- und Kostenrahmen bleibt“, sagt Rülander.

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Abzureißen war nichts, die verkohlten Überreste des Traditionshauses waren bereits kurz nach dem Brand beiseite geräumt worden. Seitdem klaffte an prominenter Stelle in Eutin eine hässliche Baulücke. Während der Landesgartenschau war sie hinter großen, bedruckten Planen versteckt worden. Der Wiederaufbau des Hauses hatte sich immer wieder verzögert. Grund waren Konflikte mit Nachbarn und genehmigungsrechtliche Belange. Es sei, sagte Architekt Stephan Barnstedt bei der Vorstellung der Neubaupläne vor zwei Jahren, um Überwegungsrechte zum See und Fluchtwege gegangen. „Wir haben so umgeplant, dass beide Fluchtwege nach vorne führen.“ Nach dem jahrelangen Hin und Her lag schließlich eine Baugenehmigung vor.

Grau statt blau

Ganz so wie früher wird es am Vossplatz allerdings nicht aussehen. Die vertikale blaue Giebelverkleidung, die genauso auch am Nachbarhaus vorkommt, wird nicht mehr blau, sondern weiß-grau sein. „Das Blau ist ja aus den 80ern“, sagt Barnstedt. Und Rülander fügt hinzu: „Ich kenne es nur in Blau.“

Ob blau oder nicht: Das alte Vosshaus mit seiner charakteristischen vertikalen Giebelverkleidung war 130 Jahre lang ein bedeutendes Hotel. In ihm stiegen unter anderem Kronprinz Wilhelm und Bundeskanzler Willy Brandt ab. Ursula Bruns, Autorin der Immenhof-Bücher, wohnte während ihrer Besuche bei den Dreharbeiten für die gleichnamigen Heimatfilme im Gartenhaus des Vosshauses, wo auch ihre Pferde einen Platz fanden. Nach dem vernichtenden Großbrand eilte sogar der damalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) zum Brandort, um sich ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung zu machen. Ursache für das verheerende Feuer war Brandstiftung, ein Täter konnte jedoch nie ermittelt werden.

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Susanne Peyronnet

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