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Fehmarn

Wie geht es eigentlich den Charchulla-Zwillingen?

Manfred (l) und Jürgen Charchulla, bekannt als die Surf-Zwillinge von Fehmarn, stehen an der Burger Binnensee auf Fehmarn. Seit 44 Jahren sind die surfenden Charchulla-Zwillinge auf Fehmarn zu Hause.

Manfred (l) und Jürgen Charchulla, bekannt als die Surf-Zwillinge von Fehmarn, stehen an der Burger Binnensee auf Fehmarn. Seit 44 Jahren sind die surfenden Charchulla-Zwillinge auf Fehmarn zu Hause.

Fehmarn. Die Zwillingsbrüder Jürgen und Manfred Charchulla gehören zu Fehmarn wie die markante Sundbrücke und die blühenden Rapsfelder im Frühjahr. Sie gelten als Pioniere des Surfsports in Deutschland, sind trotz ihres Alters von 80 Jahren noch immer aktive Surfer und geben in ihren Surfschulen am Burger Binnensee ihr sportliches Wissen an den Nachwuchs weiter.

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Ihr größter Wunsch ist ein Museum, um ihre mehrere hundert Teile umfassende Sammlung von Surfbrettern und Zubehör der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Doch dazu brauchen wir die Hilfe der Stadt, des Landes oder der Europäischen Union“, sagen sie.

Sie sind bekannt wie bunte Hunde

„Ein solches Museum wäre auch ein Anziehungspunkt für Touristen“, sagt Manfred Charchulla. „Ein passendes Grundstück gibt es schon, doch uns fehlt eine Anschubfinanzierung“, ergänzt sein Zwilling Jürgen. Tatsächlich sind die bärtigen Brüder weit über die Surferszene hinaus bekannt wie die sprichwörtlichen bunten Hunde.

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Sie betreiben nicht nur zwei Surfschulen auf der Insel, sondern sind auch in vielen TV-Talkshows zu Gast, halten Vorträge, engagieren sich als Greenpeace-Botschafter für den Schutz der Antarktis und machen auch Musik. Mit ihrer Band „Steeltwins“ machen sie karibische Musik und mit der Band „Los Sombreros“ zaubern sie lateinamerikanische Klänge in den Norden.

Mit 13 heuerten sie als Schiffsjungen an und fuhren zur See

Ihre Liebe zu karibischen Klängen mag auch mit der seemännischen Vergangenheit der Brüder zusammenhängen, die 1939 in Ostpreußen geboren wurden und an der Kurischen Nehrung aufwuchsen. Mit 13 heuerten sie als Schiffsjungen an und fuhren 15 Jahre lang zur See. 1969 ließen sie sich schließlich an Land nieder.

Im Sommer 1971 lernten sie auf Sylt das damals in Deutschland noch weitgehend unbekannte Windsurfen kennen. „Wir waren sofort Feuer und Flamme“, sagt der eine Zwilling und der andere nickt dazu. Schon ein Jahr später initiierten die Bruder Surfkurse auf dem Möhnesee in Nordrhein-Westfalen und auf Sylt. 1975 kamen sie schließlich nach Fehmarn und ließen sich am Burger Südstrand nieder.

Mit dem Surfbrett über den Ärmelkanal

Im selben Jahr wagten sie sich mit zwei Surfbrettern über den Ärmelkanal, 1977 ging es mit einem Tandem-Surfbrett über den Skagerrak von Dänemark nach Norwegen. „Der Wassersport mit Brettern hat uns schon immer fasziniert“, sagen die Brüder. Deshalb experimentierten sie immer wieder mit dem Material und probierten jede Neuerung sofort selbst aus.

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Von 2007 bis 2011 hatten die „Surf-Zwillinge“, die sich so ähnlich sehen, dass die Unterscheidung schwer fällt, schon einmal ein Museum am Südstrand von Fehmarn. „Doch das musste schließen, weil die Immobilie verkauft wurde“, sagt Manfred. Die Exponate wanderten ins Lager, darunter auch der legendäre „Fehmarn-Achter“, auf dem die Charchullas mit sechs weiteren Surfern im August 2010 den Fehmarnbelt überquerten.

Stadt winkt bei Geldfrage ab

Ihr altes Surfmuseum sei jedes Jahr von bis zu 30 000 Menschen besucht worden, sagen die Brüder. Für das geplante neue Museum rechnen sie mit einem ähnlichen Zuspruch, zumal sie neben den Meilensteinen der Surfgeschichte auch wechselnde Ausstellungen zur Beach-Kultur, Gastvorträge mit Surfpromis, Material-Workshops und Seminare für Museumsgäste anbieten wollen.

Doch auf eine Finanzspritze von der Stadt hoffen sie wohl vergeblich. „Die Charchullas sind seit Jahren ein Markenzeichen der Insel“, sagt Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber (SPD). „Doch die Stadt muss bei der Vergabe von Fördermitteln Prioritäten setzen.“

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RND/dpa

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