Zeit in der Natur

Klein Rönnau: So leben Dauercamper auf dem Klüthsee-Campingplatz

Sigrid und Bernd Hungerland genießen ihr Leben im neuen Mobilheim auf dem Campingplatz in Klein Rönnau.

Sigrid und Bernd Hungerland genießen ihr Leben im neuen Mobilheim auf dem Campingplatz in Klein Rönnau.

Klein Rönnau. Die Atmosphäre, die netten Nachbarn, das Restaurant, der Strand, die Seen, und die schöne Umgebung waren Gründe genug für Sigrid (66) und Bernd Hungerland, (67) im August einen Dauercampingplatz im „KlüthseeCamp und Seeblick“ zu mieten und kurze Zeit später in das neu erworbene Mobilheim einzuziehen. Rund 45 000 Euro hat das Ehepaar in den 37 Quadratmeter großen Zweitwohnsitz investiert. „Heute könnte ich das Haus sofort für das Doppelte verkaufen“, erzählt Bernd Hungerland.

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Platztechnisch habe er im neuen Heim nicht viel weniger als zu Hause. Im März hat der handwerklich begabte Rentner innerhalb von zwei Wochen in Eigenregie eine gemütliche Holzveranda vor das Haus gebaut. „Wir wollten eben schnell ankommen hier und die Zeit genießen. Jetzt fühlen wir uns total wohl“, schwärmt seine Frau. Für den Notfall wolle das Paar die Eigentumswohnung im Raum Hannover aber noch behalten.

Im August hat das Ehepaar Hungerland ihr neues Mobilheim bezogen. Die Holzveranda hat Bernd Hungerland selber gebaut.

Im August hat das Ehepaar Hungerland ihr neues Mobilheim bezogen. Die Holzveranda hat Bernd Hungerland selber gebaut.

Keine freien Langzeit-Camping-Plätze mehr vorhanden

Dauercampingplätze sind begehrt wie lange nicht. Derzeit sind auf dem 25 Hektar großen Platz zwischen dem Klüthsee und dem Großen Segeberger See alle Langzeitplätze belegt. „Grundsätzlich sind die Ansprüche unterschiedlich, doch insgesamt hat sich das Camping schon verändert. Inzwischen wollen viele Menschen mehr Platz und mehr Komfort. Während der Corona-Pandemie haben wir viele Neu- und Langzeitcamper hinzubekommen“, erklärt Betreiberin Evelin Erdmann.

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Sie hat aus ihrer Sicht eine ganz gute Aufteilung auf dem Platz hinbekommen, sodass weiterhin jeder seine Ruhe hat. „Das ist uns ganz wichtig.“ Auch bei der Vergabe der Dauercampingplätze versucht sie, auf den passenden Charakter zu achten. „Wenn da jemand so gar nicht anpassungsfähig ist, dann passt er auch hier nicht hin. Ich habe auch schon hin und wieder Interessenten abgesagt.“

Die monatliche Miete für die rund 450 Dauercamper beträgt derzeit im Schnitt circa 22o Euro. Aufgrund der steigenden Energie und Gaspreise wird der Betreiber die Preise aber ab Oktober voraussichtlich erhöhen müssen. Das käme für die Hungerlands dann auch nicht überraschend. „Die Preise werden so natürlich nicht bleiben. Das ist uns klar.“

Sie sind gern mit Wohnmobil, Camper, Zelt & Co. in der Region unterwegs oder wollen Camper werden? Viele weitere spannende Artikel rund um das Thema finden Sie ab sofort in unserer LN-Serie „Camperglück“.

Der Campingplatz als Rückzugsort

Während die beiden noch relativ neu auf dem Platz sind, hat Falko Sawatzki (50) schon tiefere Fußabdrücke auf dem Campingplatz hinterlassen. Der Referent für Schadstoffe verbringt seit rund fünf Jahren viel Zeit im Wohnwagen auf der Anlage. Nach der Trennung von seiner Ex-Lebensgefährtin musste er aus dem gemeinsamen Haus mit Garten ausziehen. „Ich habe im Anschluss eine Wohnung gemietet, doch habe schnell gemerkt, dass ich mich dort auf Dauer nicht wohlfühle. Hier mache ich die Tür auf und stehe im Grünen, das gefällt mir sehr.“

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Da er beruflich viel in ganz Deutschland unterwegs sei, brauche er nicht mehr unbedingt ein großes Haus mit Garten. Er ist mit der Infrastruktur rund um den Campingplatz sehr zufrieden und erledigt viel mit dem Fahrrad oder Motorrad. Aktuell spielt er mit dem Gedanken, sich ebenfalls ein Mobilheim zu kaufen. Derzeit sind ihm die Preise jedoch zu überhitzt. Grundsätzlich ist Camping für ihn eine Form von Loslassen. „Man trennt sich von vielen Dingen und muss mit weniger Platz zurechtkommen.“ Auf der anderen Seite genießt er die gute Gemeinschaft. „Ich habe hier schon einige Freundschaften geschlossen.“

Falko Sawatzki lebt seit fünf Jahren glücklich im „KlüthseeCamp“.

Falko Sawatzki lebt seit fünf Jahren glücklich im „KlüthseeCamp“.

Gedanken über alternative Wohnkonzepte machen

Der Gang zur Dusche bei kalten Wintertemperaturen oder Einschränkungen wie beispielweise die Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr, in der kein Auto auf den Platz fahren darf, sind für Falko Sawatzki kein Problem. „Im Gegenteil, ich finde es auch ganz nett, wenn man dann mal gezwungen ist, alle Fünfe gerade sein zu lassen.“ Er ist ein rundum glücklicher Camper. Mittelfristig sollte man sich seiner Meinung nach bei den aktuellen Immobilien- und Mietpreisen sowieso ernsthaft Gedanken über alternative Wohnkonzepte machen.

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