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Bad Segeberg

Kritik an Restaurants von Möbel Kraft und Dodenhof

Bad Segeberg ist einer von sieben Möbel-Kraft-Standorten.

Bad Segeberg ist einer von sieben Möbel-Kraft-Standorten.

Bad Segeberg.Zu viel Schmutz, zu warme oder zu kalte Speisen — und vor allem viel zu viele Keime: Nach einem Bericht des NDR am Montagabend in der Sendung „Markt“ sind die Restaurants von Möbel Kraft in Bad Segeberg und Dodenhof in Kaltenkirchen wegen vermeintlicher Hygienemängel in die Kritik geraten.

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Gemeinsam mit Experten nahmen die Autoren Stichproben von Speisen, Getränken und von Tischoberflächen in mehreren norddeutschen Kaufhausrestaurants. Neben einem Schnelltest wurden Proben auch im Labor analysiert. Das Ergebnis des NDR-Tests: Alle Proben wiesen eine überhöhte Anzahl an Keimen auf. Teilweise wurde der empfohlene DIN-Richtwert um das 80-fache überschritten. Auch gefährliche Darmkeime wurden entdeckt.

Blickpunkt Möbel Kraft: Der Matjes sollte eigentlich mit einer Temperatur von sieben Grad Celsius in der Auslage liegen, gemessen wurden 19,8 Grad. Insgesamt 5864 Keimeinheiten zählten die Experten — 30 Mal so viele, wie empfohlen. Darunter reichlich Darm- und Hautkeime. Der Fisch sei unabgedeckt gelagert worden, dies sei ein klarer Verstoß gegen die DIN-Norm und die Lebensmittelsicherheit, sagte Hygiene-Experte Ulrich Jander in dem Beitrag.

Auch am Kaffee, der mit 43,1 Grad zu kalt gewesen sei, 2319 Keimeinheiten statt der aufgrund der strengen Trinkwasserverordnung erlaubten maximal 30 Keimeinheiten, ließen die Experten kein gutes Haar. Bei einem Dessert wurden 17,2 Grad statt acht Grad gemessen. „Da hört der Spaß auf, und das hat nichts mit Qualität zu tun. Wenn man die Grenzwerte so weit überschreitet, dass es gefährlich ist. Ich würde diesen Bereich sofort schließen“, schimpfte Gastronomie-Experte Carsten Hennig aus Hamburg.

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Möbel-Kraft-Hausleiter Peter Kruse gestand nach dem Test selbstkritisch auf LN-Nachfrage: „Wir nehmen den Bericht sehr, sehr ernst. Es sind Fehler gemacht worden, das müssen wir nicht wegdiskutieren.“ Die Fehlerquellen würden umgehend abgestellt und interne Abläufe optimiert werden. Für die Gastronomie habe man sich bereits zu Beginn des Jahres Hilfe von einem externen Institut geholt, so Kruse.

Blickpunkt Dodenhof: Erbsen- und Tomatensuppe waren bei den Stichproben nur 48,8 und 50,9 Grad statt der geforderten 65 Grad warm. In der Auslage lagen rohes Fleisch (14,3 Grad) und Matjes (14,7 Grad) nicht so gekühlt, wie es hätte sein müssen (sieben Grad). Auch hier wies der Fisch 1009 Keimeinheiten, vor alle Darm- und Hautkeime, auf. Auf der Tischoberfläche fanden die Experten 5826 Keimeinheiten. Auch bei einem zweiten Versuch zehn Tage später waren die Ergebnisse laut NDR ähnlich.

Dodenhof-Geschäftsführer Berndt Chylla: „Wir arbeiten selbst mit externen Lebensmittelgutachtern zusammen, die die Kritik für nicht nachvollziehbar halten.“ Die Experten in dem Beitrag würden sich zudem nicht auf Gesetze beziehen, sondern auf Empfehlungen. Dennoch werde das Unternehmen nun prüfen, in welchen Bereichen es Verbesserungen geben könnte. Der Matjes sei zum Beispiel bereits auf mehr Eis gelegt worden.

Landrat Jan Peter Schröder (parteilos) betonte, dass die Kantinen regelmäßig von seinen Behörden kontrolliert würden. Unangekündigt. „Wir besuchen die Restaurants zwei- bis dreimal pro Jahr. Möbel Kraft so zuletzt im November 2014. Die Untersuchungen ergaben damals keine Auffälligkeiten“, so Landrat Schröder, der die jetzige NDR-Recherche aber zum Anlass nehmen möchte, um „gegebenenfalls noch einmal nachzukontrollieren“.

jwu

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